Come To Daddy (Filmkritik)

Norval (Elijah Wood) hat seinen Vater viele lange Jahre nicht gesehen. Die beiden sind im Streit auseinander gegangen und das war es dann. Nun bekommt er einen Brief von ihm in dem dieser um einen Besuch von Norval bittet. Entgegen seiner ersten Emotion macht er sich also auf den Weg und besucht seinen Vater, der weit weg am Rande des Ozeans wohnt. Allein und verlassen.

Gordon (Stephen McHattie) ist extrem überrascht als Norval plötzlich vor der Tür steht, denn der gute Mann ist alkoholsüchtig und komplett neben der Spur. Sein Verhalten ist eigentlich völlig daneben: Er beleidigt Norval wo es geht und keine der Geschichten, die Norval erzählt glaubt er.

In einem absoluten Rauschzustand bedroht Gordon dann Norval auch noch mit einem Messer und dann passiert das Unglaubliche …

Elijah Wood produziert mittlerweile wirklich schräge Filme in denen er wirklich schräge Rollen innehat. Als erster Film fällt mir da sofort „I Don’t Feel At Home In This World Anymore“ (der grandios war) und „Come To Daddy“ fällt in eine ähnliche Kategorie. Allein schon die Optik von Elijah Wood ließ mich die ersten Minuten permanent „WTF?!“ denken.

Dann die Gespräche mit Gordon: Hui. Die beiden schenken sich nichts. Wirklich abartig genial ist eine Diskussion in welcher Norval ihn beeindrucken will und ihm erzählt, er haben mit Elton John getourt. Das Gespräch nimmt einer richtig, richtig demütigende Wende.

Stephen McHattie ist in Hochform und es dauert maximal fünf Minuten Leinwandpräsenz und man kann den Kerl absolut nicht leiden. Im Gegenteil: Man beginnt wirklich diesen Typen zu verabscheuen. Norval ist ebenfalls kein per se sympathischer Charakter – wirkt neben Gordon jedoch wie der weltbeste Schwiegersohn.

Natürlich ist die Geschichte hier nicht zu Ende, aber ich will keinen Spoiler in die Welt werfen. Nur soviel: Die Story nimmt eine teilweise unerwartete Wendung und kippt dann in eine Art Rachethriller, der allerdings nicht mehr mit der intensiven ersten Hälfte mithalten kann und offen gesprochen ziemlich von der Stange vonstatten geht. Ein oder zwei abartige/skurrile Momente gibt es zwar noch, aber so richtig zünden sie nicht.

Die Idee zum Film kam vom Regisseur selbst. Der gute Mann hört auf den Namen Ant Timpson und dieser hat so großartige Filme wie „Turbo Kid“ oder „Deathgasm“ produziert. „Come To Daddy“ ist seine erste Regiearbeit für einen Spielfilm, vorher hat er nur einen Kurzfilm gedreht. Dafür ist der Film von der Inszenierung her wirklich gut gelungen, lässt aber Dank Drehbuchschwäche und ein paar Längen nach der Halbzeit einfach zu wünschen übrig.

Als Kurzfilm wäre die Sache sicher besser aufgehoben gewesen, denn die 96 Minuten, die er läuft sind eindeutig zu lange.

Elijah Wood macht seine Sache super, spielt von der schrägen Optik abgesehen allerdings seinen üblichen sympathischen Loser. McHattie hingegen ist einfach ein Wahnsinn. Im positiven Sinn.

Wie dem auch sei: Alles in allem hat der Film eine interessante Grundidee, die allerdings nach der Auflösung nach gut der Hälfte des Films seinen roten Faden verliert und vor allem in Punkto Spannung einfach zu wünschen übrig lässt. Das mag daran liegen, dass die erste Hälfte so richtig unangenehm gut geworden ist, aber das hilft im „zweiten Teil“ halt leider auch nicht weiter.

„Come To Daddy“ bekommt 6,5 von 10 möglichen, die erste Hälfte hochspannend seiende, Punkte.


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