The Courier (2019 Filmkritik)

Sie (Olga Kurylenko) arbeitet als Kurier. Sie ist eine der Besten in ihrem Job und kommt niemals zu spät. Als sie bei ihrem aktuellen Auftrag ein Paket in einem Safehouse abliefert, sind kurz darauf alle tot, bis auf sie und den Zeugen namens Nick (Amit Shah). Es war eine Falle und nun sind die beiden gemeinsam auf der Flucht.

Doch Gangsterboss Mannings (Gary Oldman) hat noch weitere Agenten bestochen und so kommen die zwei nicht weit, sondern werden in dem Parkhaus eingesperrt, wo eine Söldnertruppe unter der Leitung von Agent Bryant (William Moseley), Jagt auf sie macht. Man wird jedoch nicht als Kurier geboren und deshalb setzt sie alle im Krieg erworbenen Fähigkeiten dazu ein, den Söldnern das Leben schwer zu machen.

Was Regisseur Zackary Adler (American Romance) – der auch am Drehbuch beteiligt war – hier genau schaffen wollte, ist wohl eine „Stirb Langsam“ Variante, wobei das Hochhaus durch ein Parkhaus ersetzt wurde. Gleichzeitig sollte die Kurierin hier eine moderne Powerfrau der Marke „Atomic Blonde“ oder „Anna“ sein, die es mit einer Überzahl an männlichen Gegnern aufnimmt.

Geklappt hat beides nicht. Ich mag ja Olga Kurylenko (Momentum) und dass sie laut Interview hart trainiert hat, damit sie viele der Stunts selber machen konnte, das hat sich schon ausgezahlt. Dennoch, was sie hier für Muskelberge beseitigt im direkten Kampf, das glaubt man ihr so nicht, um glaubwürdiger zu sein müsste sie einfach einen anderen Kampfstil wählen, schneller, subtiler und die Schwachpunkte des Gegners anvisierend.

Die Söldnertruppe agiert jedoch so dilettantisch und wenn sie dann wieder mal überlegen sind auch überheblich, dass sie dennoch früher oder später tot im Parkhaus liegen. Gegen Ende kommt dann auch noch eine Drohne zum Einsatz und die Sequenz ist neben langweilig, einfach nur lächerlich. Auch der Sniper schießt nicht auf den Kopf, damit das Opfer brav eine Überlebenschance hat (oder er kann einfach nicht so gut zielen).

Nimmt man die Glaubwürdigkeit mal heraus aus der Gleichung, dann gibt es schon die eine oder andere Szene, die ganz gut funktioniert und cool inszeniert wurde. Negatives gibt es jedoch auch bei den Darstellern zu berichten. Gary Oldman könnte hier gar nicht weiter von seiner Leon der Profi Performance entfernt sein, er ist ständig grantig und agiert meist nur (storybedingt) aus einem Gebäude aus heraus, das schnelle Geld eben, damit für den Verleih sein Name auf dem Filmcover steht.

Amit Shah (Final Score) kann im Gegensatz selbst nichts dafür, doch sein Nick ist einfach furchtbar nervig und unreif geschrieben worden. Ein Highlight ist für mich dafür William Moseley (The Royals) als korrupter Agent gewesen. Erstens weil ich ständig daran denken musste, dass ich ihn damals als Peter in den Chroniken von Narnia Filmen kennen gelernt habe und zweitens, weil er hier langsam aber sicher, immer mehr ausflippt und schließlich einen herrlich überdrehten Bösewicht abgibt.

Ihr habt es schon erraten, auch die Gefühlsebene ist wenig überzeugend. Es ist schon klar, die Bösen warten in einem ruhigen Moment genau lange genug, damit die Kurierin ihre (natürlich) tragische Story erzählen kann. Dabei steht Nick im Moment für die Person, die sie damals nicht retten konnte, auch logisch. Doch wie plump das wirkt, auch weil absolut keine Bindung zwischen den beiden spürbar ist, dadurch erstickt es sämtliche Emotionen sofort im Keim.

Insgesamt also ein Film, der einige bekannte Mechanismen versucht zu bedienen, doch dabei immer nur in Ansätzen sein Ziel erreicht. Unlogisch, vor allem wie die bestochenen Agenten eben nicht zusammenarbeiten. Olga-Fans kommen sicher dennoch auf ihre Kosten und wenn man mal gar keinen Anspruch hat, kann man hier sicher rein schauen. Leider fehlt dann aber auch um auf einer Trash-Ebene Spaß zu machen, einfach der Charme. Moseley dafür kann das, der darf ruhig öfters den Gegenspieler spielen.

„The Courier“ bekommt von mir 4/10 das Paket nach einigen Rückschlägen sehr lädiert abliefernde Empfehlungspunkte.


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