Teen Titans Go! To the Movies (Filmkritik)

Irgendwie bekam in den letzten Jahren jeder noch so unbekannte/unbedeutende sogenannte Superheld seinen eigenen Film. Nicht nur dass seine Truppe – die Teen Titans – von anderen Helden wie etwa Superman (Nicolas Cage) nicht ernst genommen wird, auch sonst waren seine größten Zeiten anscheinend die, als er noch der Sidekick von Batman gewesen ist.

Doch so schnell gibt ein Robin nicht auf. Es wird Zeit sich einen Produzenten zu suchen, der bereit ist, endlich Robin´s Star Qualitäten zu erkennen und einen Film über ihn zu drehen. Fehlt eigentlich nur mehr der Erzfeind in dieser Gleichung, gut dass Slade (Will Arnett) gerade seinen eigenen, ultrabösen Plan verfolgt.

Die TeenTitansGo! Serie läuft mittlerweile bereits seit dem Jahr 2013 und hat es bis heute auf 238 Episoden gebracht. Mit ihrem eigenen Animationsstil und dem Fokus auf Humor, hat die Serie zahlreiche Fans auf der ganzen Welt. Den im Jahr 2018 entstandenen Film, der während der fünften Staffel der Serie spielt, haben die Serienerfinder Michael Jelenic and Aaron Horvath selbst mitgeschrieben und Horvath war auch einer der beiden Männer auf dem Regiestuhl.

10 Millionen hat er gekostet, das fünffache wieder eingespielt, somit ein schöner Erfolg. Sicherlich auch deshalb, weil er vom Zeitpunkt perfekt gewählt ist, während Hollywood seit Jahren vom Nerd-Zeitgeist durchtränkt ist und jährlich gleich mehrere Comic-Verfilmungen in die Kinos kommen. Der Humor spielt dabei irgendwie gleich mit mehreren Metaebenen bzw. wird immer wieder Realität gemixt mit der Filmwelt oder das eine dient als Metapher für das andere.

Beispiele? Schon alleine der Trailer verspricht: „Denn wenn Aquaman einen Film bekommen kann, dann kann das jeder!“ Die frühere Witzfigur nun als auf der Erfolgswelle(!) schwimmender Megablockbuster. Im Film selbst werden Filme mit/über Helden gedreht, damit diese keine Zeit haben, ihrer wahren Bestimmung nachzugehen. Steckt da ein böser Plan dahinter? Oder der Bösewicht Slade Wilson alias Deathstroke. Der wurde von DC einige Zeit vor Wade Wilson alias Deadpool von Marvel erfunden.

Dennoch ist Deadpool viel erfolgreicher als seine (nennen wir ihn einfach mal) Inspirationsquelle, weshalb die Titans Slade auch fälschlicherweise als Deadpool erkennen. Stan Lee macht seine Cameos, obwohl es ein DC Film ist und Nicolas Cage, der bei einem gescheiterten Superman Projekt von Tim Burton eben diesen spielen sollte, spricht ihn nun in diesem Film – und: sein Sohn Kal-El Cage, spricht den jungen Bruce Wayne. Ja, das muss das Nerd-Herz alles erst mal verarbeiten.

Es wird hier ein einziges Gag-Feuerwerk auf mehreren Ebenen gezündet, ohne auf das Herz zu vergessen. Aber keine Angst, das ist nicht so ein Film wo hinter all dem Humor, echte Tiefe und Trauer versteckt ist, es wird so aber eine gewisse Bindung erzeugt. Robin ist einem nicht egal, er ist eher ein Pechvogel der Marke Donald Duck. Der wahre Held sozusagen, nur bekommt er nie die Chance, es zu zeigen. Nur sein Team, die schätzen ihn genau so, wie er ist.

Wie fühlt sich das Ganze nun an? Nun ja..ich bin mir darüber bewusst, dass mein nächster Satz irgendwie falsch klingt: Wie ein Kind vom Deadpool Film und Lego the Movie (genau, Will Arnett, der Batman von Lego, spricht hier Deathstroke, einen seiner Feinde). Ist man Fan/Nerd, in der Stimmung und lässt sich darauf ein, ein erfrischendes und extrem unterhaltsames Erlebnis (deshalb bei Sichtung auf den richtigen Moment warten). Alle Anderen können eigentlich nur mit völligem Unverständnis darauf reagieren.

Von Fans für Fans wieder mal und mit Witzen, die jede Altersklasse versteht, jedoch auch einigen Dingen, die nur Erwachsene wirklich zu schätzen wissen. Für DC/Marvel/Comicfreunde an sich geeignet und eine sehr nette, dabei natürlich immer harmlose Ablenkung für Zwischendurch. Die zeitweise ähnlich gelagerten Lego-Filme gefallen mir noch einen Tick besser, jedoch haben auch die Titans – vor allem natürlich Robin – einen Platz im Rampenlicht verdient.

„Teen Titans Go! To The Movies“ bekommt von mir 7/10 die Macht von Hollywood niemals unterschätzende Empfehlungspunkte.


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