Teen Wolf (Serienkritik)

Scott (Tyler Posey) ist ein ganz normaler Schüler. Beim Sport sitzt er immer auf der Ersatzbank, wenn etwas zu aufregend wird bekommt er einen Asthmaanfall und die Mädchen dieser Erde, scheinen ihn sowieso am Liebsten zu ignorieren. Das alles ändert sich jedoch schlagartig, durch den nächtlichen Überfall eines Wolfes und den damit verbundenen Biss. Plötzlich hat Scott scheinbar übernatürliche Kräfte, hört und riecht besser als jeder andere Mensch und vollbringt sportliche Meisterleistungen mit Leichtigkeit.

Als kurz darauf der nächste Vollmond näherrückt, schlägt die anfängliche Freude über die neuen Fähigkeiten schnell in Angst um. Scott wurde durch den Wolfsbiss nämlich mit dem Werwolfvirus infiziert und bei einer Verwandlung wird er zu einer Gefahr für sich und andere Leute. Auf keinen Fall darf dabei Allison (Crystal Reed) – dem neuen Mädchen an der Schule – etwas passieren, denn die scheint doch echt Interesse an Scott als Mann und Mensch allgemein zu haben. Zu blöd nur, dass seine menschliche Seite gerade immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.

Teen Wolf TV Show

Im Jahre 1985 entstand mit Michael J. Fox in der Hauptrolle die Familienkomödie „Teen Wolf“. Zwei Jahre später folgte eine billig und schnell nachgeschobene Fortsetzung mit anderen Darstellern sowie eine zwei Staffeln umspannende Zeichentrickserie. 2011 nun wagt sich der ehemalig reine Musiksender MTV, gestärkt durch den gerade unumstößlich im Zeitgeist verankerten Hype der „Twilight“ – Filmreihe, an eine Neuverfilmung in Form einer Realserie. Der Komödienanteil wurde hierfür auf ein (unfreiwilliges) Minimum reduziert, dafür der Düsterkeits-, Drama- und Liebesanteil eindeutig vergrößert.

Furchtbar werden nun alle männlichen Zuseher sich denken, wunderbar alle Mädels in der richtigen Altersgruppe. Wobei sowohl Feinde als auch Fans nicht unrecht haben mit dem was sie hier erwarten. Eine Serie nämlich, die dramaturgisch natürlich unverkennbare Ähnlichkeit mit der oben genannten Twilight Reihe hat, ohne die es sie zumindestens in dieser Form wohl nie gegeben hätte. Ein kleines Detail war aber dann doch für mich interessant genug, um in die bisher ausgestrahlten drei Folgen einmal hineinzuschnüffeln.

Regie bei den ersten drei und auch drei weiteren Folgen führte nämlich Regieveteran Russell Mulcahy – der zwar auch seine Flops hatte – doch mit „Highlander“, „Ricochet“, „Shadow und der Fluch des Khan“, „Resident Evil 3“ und „Give them Hell Malone“, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart einige echt gute und unterhaltsame Filme geschaffen hat und auch den einen oder anderen echten Klassiker. Seine Routine beim Regieführen war es wohl dann auch, die diese Serie vor dem totalen Absturz in belanglose „ein Teenager sucht seinen Platz im Leben und kämpft um die wahre Liebe, gewürzt mit ÜBERRASCHUNG: übernatürlichen Elementen (egal ob das nun originell ist oder einfach jeder sehen will)“ Gefilde retten konnte.

Als ich mir die erste Folge angeschaut hatte war mir sofort und hundertprozentig klar, dass die Handlung genau so ablaufen musste. Natürlich sehen alle Schauspieler(innen) toll aus. Natürlich wächst durch den Biss der herzensgute Verlierer über sich hinaus und entdeckt gleichzeitig auch seine böse Seite. Natürlich ist der Vater seiner Angebeteten ein sogenannter „Jäger“ der was wohl tut?!? Richtig, Werwölfe jagen! Natürlich ist der beste Freund des Hauptcharakters der Sohn eines Polizisten, der so ständig an neues Wissen gelangt, dass die Geschichte vorantreiben soll und so die Verbindung bei jedem Mord in der Gegend für alle Wissenden sofort zu einem wölfischen Tod hergestellt werden kann. Achja, hab ich schon erwähnt dass alle Schauspieler(innen) hübsch anzusehen sind?

Zugegeben, in seinen besten Momenten wirkt Teen Wolf wie eine vom amerikanischen Sender CW (Supernatural, Vampire Diaries) produzierte Serie. Leider sind diese Momente viel zu selten. Schuld daran sind aber weder die Darsteller noch der Regisseur, sondern allein die schablonenhafte Storyline, die zwar alles daran setzt um ihr klar festgelegtes Zielpublikum zu fesseln, jedoch bei allen anderen Zusehern ziemlich blass aussieht. Tyler Posey und Crystal Reed machen ihre Sache dabei ziemlich gut weil überzeugend, auch der Rest der Jungen fällt nie negativ auf. Nett sind auch die wiederkehrenden Rollen von Linden Ashby (Mortal Kombat, Resident Evil 3) als Sheriff, Jill Wagner (Blade Serie, Splinter) als große Schwester und JR Bourne (Stargate Serie) als Werwolfjäger.

Es ist hier also eindeutig klar, dass MTV auf der allbekannten Erfolgswelle mitsurfen wollte. Ob dies auf Grund der penetranten Offensichtlichkeit abert funktionieren wird, wage ich zu bezweifeln. Immerhin sollten sogar Twilight- Fans zu einem Mindestmaß an selbstreflexivem Verhalten fähig sein und sich mit dieser Serie weder die Zeit noch (durch die spätere DVD- Auswertung) das Geld stehlen lassen wollen mit diesem perfekt maßgeschneiderten Produkt. Nicht furchtbar also das Ganze aber so schrecklich unnötig und altbekannt, dass es schon wieder etwas weh tut.

Teen Wolf bekommt von mir 5/10 dem Hype zu sehr entsprechende, wohl bald wieder in der Versenkung verschwindende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „Teen Wolf (Serienkritik)

  1. Anfangs habe ich mir Teen Wolf ja nur aus morbiden Interesse angeschaut, aber inzwischen ist schon ein richtiges Guilty Pleasure daraus geworden. Die aktuelle Staffel wurde auf die derzeit eigentlich handelsüblichen 21 Folgen aufgestockt und macht gehörig Spaß.

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