211 (Filmkritik)

Mike Chandler (Nicolas Cage) ist ein erfahrener, aufrichtiger Cop, zu dem seine Kollegen aufsehen. Privat hat er seit dem Tod seiner Frau jedoch Probleme, seine Gefühlswelt in den Griff zu bekommen. Daher ist seine Beziehung zu seiner Tochter Lisa (Sophie Skelton) nicht selten von Konflikten belastet.

Als er und sein Partner Steve (Dwayne Cameron) – der Ehemann von Lisa – eines Tages einen jungen Mann mitnehmen auf ihre Fahrt, der in der Schule auffällig geworden ist und zur Resozialisierung einige Tage die Polizei begleiten soll, kommt es plötzlich zu einem Zwischenfall in einer Bank mit vier scheinbar bis zu den Zähnen bewaffneten Männern…

Manche Sachen gehen wirklich schnell. Den letzten Nicolas Cage Film Vengeance, habe ich vor einem Jahr angeschaut. Nun habe ich sein neuestes Werk gesehen und bemerkt, dass er zwischen den beiden Filmen, gleich in vier Produktionen mit dabei war. Die Schulden sind wohl noch immer nicht abbezahlt und da sein Sohn Weston hier auch eine kleine Rolle hat, wird die Familie gleich mit unterstützt. Für Drehbuch und Regie bei „211“ ist York Alec Shackleton verantwortlich, der bis jetzt vor allem mit Dokumentationen sein Geld verdient hat.

Geworben wird für den Film ja mit der Tagline „ein Film der Marke End of Watch und Black Hawk Down“. Wie lächerlich diese Aussage ist das wird dem Zuschauer spätestens dann bewusst, wenn er den Film gesehen hat. 211 fühlt sich zu keiner Sekunde authentisch an und wäre als TV-Movie Premiere, wohl besser aufgehoben gewesen. Es gibt da gleich ein paar dieser „ich weiß was ihr machen wolltet, aber ich spüre es einfach nicht“ Momente, worunter vor allem die Beziehungen zwischen den wichtigsten Figuren leiden.

Nicht die Schauspieler sind daran schuld, es hapert irgendwie an der Inszenierung die das Gefühl vermittelt, dass die Darsteller nebeneinander agieren und nicht miteinander. Hoffe ich konnte vermitteln was ich meine, aber vielleicht muss man es auch gesehen haben. Ansonsten ist die Sache einfach unspektakulär, keine einzige Szene bleibt im Gedächtnis und alles wirkt extrem konstruiert. Was braucht der einsame Vater, der unter dem Verlust seiner Frau leidet? Richtig, eine Extremsituation, bei der er für Andere da sein muss und sie retten kann.

Was braucht der geprügelte, seinen Platz im Leben suchende Teenager? Richtig, eine Extremsituation, in der er über sich hinaus wächst. Was sind diese beiden Männer am Ende der Geschichte füreinander? Richtig, Familie! Mir geht es nicht darum, dass nicht zahlreiche andere Produktionen auch nach so einem einfachen Schema ablaufen, aber dann darf ich es bitte nicht so eindeutig und ohne Ablenkung spüren wie es hier der Fall ist. Dass die Polizisten Kanonenfutter sind und die vier Bösewichte null Persönlichkeit besitzen, ist da auch eher kontraproduktiv.

Nicolas Cage (Con Air) verhält sich für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltend bis auf eine Szene, in der er ausflippen darf, weil die Verstärkung viel zu lange auf sich warten ließ. Für solche Momente liebt man ihn und darauf wartet man. Er agiert hier nicht schlecht, sein Charakter ist jedoch einfach sehr beliebig. Sophie Skelton (Day of the Dead: Bloodline) als seine Tochter ist emotional die Basis der Geschichte, das macht sie richtig gut, doch hat sie leider auch viel zu wenig zu tun. Alle anderen Darsteller, kann man vergessen, obwohl manche doch auch so schlecht sind, dass es wieder lustig ist.

Insgesamt daher ein Film, der von Cage Fans die einen gewissen Komplettheits-Anspruch haben, natürlich gesehen werden sollte und ich persönlich, habe mich über ein Wiedersehen mit Sophie Skelton gefreut. Ansonsten gibt es eigentlich keinen Grund, sich dieses Werk anzusehen, da es über weite Teile auch nicht so schlecht ist, dass der unterhaltsame Trash-Faktor ins Spiel kommen würde. Wäre von der Story her durchaus mehr drinnen gewesen, aber dazu hätte es ein anderes Drehbuch/einen anderen Regisseur gebraucht.

„211“ bekommt von mir 4/10 sich durch eine Extremsituation in der Arbeit, zu Hause wieder besser zurecht findende Empfehlungspunkte.


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