Child’s Play (Filmkritik)

Karen (Aubrey Plaza) hat einen Sohn. Dieser hat keine Freunde. Da Karen in einem Spielzeugladen arbeitet und gerade die zweite Version der „Buddy“-Puppe erschienen ist, gibt ein Klient eine defekte „1er Version“ zurück. Karen nimmt sie mit und schenkt sie ihrem Sohn. Tatsächlich hat die Buddy-Puppe aber keinen defekt, sondern ihr „Beschränkungen“ wurden von einem verärgerten Arbeiter (der danach Suizid begeht) entfernt, was bedeutet, dass die Künstliche Intelligenz der Puppe nun auch fluchen kann und sogar andere verletzen.

Aber noch ist „Buddy“ harmlos. Zumindest bis die „heutige Jugend“ der Puppe zeigt, was alles witzig ist. Das beginnt bei Horrorfilmen und hört damit auf, dass man ja „alles“ tut, um seine Freunde zu beschützen. Bald wird die Sache richtig unheimlich, denn „Buddy“ will seinen neuen menschlichen Kumpel beschützen. Und da er eine Künstliche Intelligenz ist, kann er sich auch in andere Produkte seiner Herstellerfirma einloggen und sie übernehmen. Und diese stellt alles her – von Autos über Fernseher bis hin zu elektrischen Küchenmessern …

Wie man an der Einleitung erkennen kann, gab es für mich einen Grund, mir diesen Film anzusehen. Aubrey Plaza, die ich einfach in „Parks And Recreation“ absolut unglaublich fand. Und wann immer ich wo ein Interview mit ihr sehe oder lese, bin ich noch ein Stück mehr (platonisch) in diese irre Frau verschossen. Gleich vorweg – im Remake von „Chucky – die Mörderpuppe“ hat sie nicht viel zu tun, denn spielt im besten Fall die dritte, wenn nicht die vierte Geige.

Die erste Geige spielt (oder sollte spielen) Buddy, wie Chucky nun heißt. Und die Puppe ist auch nicht mehr vom Geist eines Serienkillers besessen, sondern eine Künstliche Intelligenz, die leider die falschen Sachen lernt. Und diese dann eben anwendet. Ein weiterer Pluspunkt für diesen Film war die Vertonung von „Buddy“, denn der wird im Original von niemand geringerem gesprochen als von Mark „Joker“ Hamill. Genau – der Mann, der für mich den Joker aus dem Batman-Universum vor allem durch die drei „Arkham“-Spiele so perfekt verkörpert, dass niemand sonst (auch nicht Heath Ledger) rankommt.

Auch hier – ja, er macht seine Sache toll, allerdings finde ich, tut sich das Drehbuch keinen Gefallen. Der Film beginnt gut, steigert sich und zeigt wirklich, wirklich gut und in kleinen Schritten, wie Chucky … sorry, Buddy zur mordenden Bestie wird. Die Sache ist die gesamte Zeit lang nachvollziehbar und gut inszeniert. Und irgendwann vergißt der Film ein Horrofilm sein zu wollen und baut auf Witze mit abgetrennten Köpfen, die von Kindern die Abfallrutsche nach unten geworfen werden müssen.

Okay, ich sehe die Idee – Ironie und Witz muss man ja heutzutage scheinbar in jeden Horrorfilm einbauen, der den Massenmarkt erobern will (Filme wie „Hereditary“ beweisen, dass es auch ohne geht), aber hier hat es für mich viel von der zuvor aufgebauten Atmosphäre zerstört. Auch, dass der Film später seine Horrorwurzeln vergißt und zu einer Materialschlacht im Supermarkt wird (wie eine schlechte Version des „Gremlins“-Finales) finde ich dreifach schade, zumal die finale Konfrontation wirklich in die Länge gezogen wird.

Pluspunkte sind die gute Idee, die Einführung, die (englische) Synchro von Buddy, als auch – natürlich Aubrey Plaza. Über die Optik kann man auch nicht lästern und wer weiß, dass es sich bei „Child’s Play 2019“ um eine Horrorkomödie handelt, der/die findet sich mit dem Humor sicher auch besser ab als ich, zumal er für mich wirklich unerwartet kam. Ich glaube, der Film hätte mir besser gefallen, wenn ihn nicht mit der Erwartungshaltung eines bierernsten Horrorfilms begonnen hätte.

Regisseur Lars Klevberg hat vor „Child’s Play“ erst einen Film gemacht, nämlich „Polaroid“ (den ich nicht gesehen habe) und man muss ihm zugute halten, dass er den Horror kann, wenn er will. Auch das Design von Buddy und seine Bewegungen, die Mimik und so weiter – die sind wirklich gut gelungen. Es sieht nicht immer gut aus, aber ist immer dann unangenehm anzusehen, wenn es für den Film notwendig ist. Nicht immer angsteinflößend, aber nichtsdestotrotz unangenehm.

„Child’s Play 2019“ bekommt von mir 6 von 10 möglichen, Potential verschenkende, aber einen guten Ansatz und neue Ideen einführende, Punkte.


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