The Hero (Filmkritik)

Lee Hayden (Sam Elliot) war in jüngeren Jahren ein bekannter Schauspieler, doch inzwischen verdient er sich sein Geld damit, Werbeslogans aufzunehmen. Doch dann bekommt er eine Hiobsbotschaft: er hat Krebs. Nun will Lee sein Leben wieder in Schwung bringen und sich mit seiner Tochter (Krysten Ritter) versöhnen. Währenddessen verliebt er sich in eine Frau, die leicht seine Tochter sein könnte….

„The Hero“ ist ein sehr ruhiger Film, der sehr entschleunigt daher kommt, aber auch unter Längen leidet.

In der Hauptrolle sieht man Sam Elliot (Ghost Rider). Er spielt Lee Hayden, einen Schauspieler, der seine besten Jahre schon lange hinter sich hat. Er hält sich mit dem synchronisieren von Werbungen über Wasser, denn Filmangebote hat sein Agent schon lange keine mehr für ihn. Elliot ist nicht unbedingt jemand, den man oft als Hauptcharakter zu sehen bekommt, daher hat es den Eindruck, als wäre die Story teils sogar autobiografisch.

Aber er zeigt, dass er nicht nur über seine charismatische Stimme definiert werden sollte, denn Elliot hat Talent. Woran er aber ein Stück weit scheitert, ist Lee´s Beziehung mit Charlotte glaubhaft wirken zu lassen.

Charlotte, die von einer ungemein sympathischen Laura Prepon (Girl on the Train) gespielt wird, verliebt sich aus nicht komplett nachvollziehbaren Gründen in Lee. Ich muss sagen, ich nehme ihr die Verliebtheit durchaus ab, aber Elliot schafft es nicht glaubwürdig den Eindruck zu erwecken, er würde sich in Charlotte zu verlieben. Als Stand-Up Comedienne konnte sie mich nicht komplett überzeugen, aber machte dies durch ihre Ausstrahlung wieder wett.

Das Drehbuch weiß emotional zu berühren, wenngleich ich finde, durch die Krebs-Diagnose wird unnötig auf die Tränendrüse gedrückt. Sehr akkurat wird gezeigt, wie schnell man in Hollywood „in“ und „out“ ist. Durch seine Dankesrede bei einer obskuren Award-Show gerät er zurück ins Rampenlicht und weiß erst gar nicht, was er davon halten soll, denn seine Karriere ist schon lange her.

Durch das doch recht langsame Tempo ertappte ich mich dabei, unbewusst gedanklich abzugleiten und musste mich echt zusammenreißen um mich zu konzentrieren, was bei einem Film, der gute 90 Minuten dauert nicht unbedingt das allerbeste Zeichen ist. Oft verzichtet man auf Musik und setzt auf Großaufnahmen der Schauspieler.

Anfangs freute ich mich sehr, Krysten Ritter (Jessica Jones) in einem Film zu sehen, doch sie hatte nicht mal fünf Minuten Screentime, was mich ein wenig enttäuschte. Abgesehen von den Marvel-Serien, in denen sie fantastisch Jessica Jones spielt, hat man sie auf dem großen Bildschirm bisher eher selten gesehen. Als stets vernachlässigte Tochter weiß sie in diesem Film zu überzeugen.

Lee´s Freund/Drogendealer wird con Nick Offerman (The Founder) gespielt, der sichtlich Spaß in seiner Rolle hat. Lee´s Ex-Frau wird von Elliots echter Ehefrau gespielt, die allerding nur kurz zu sehen ist, denn das Hauptaugenmerk des Films wird von Regisseur und Co-Drehbuchautor Brett Haley (I’ll See You in My Dreams) auf Lee gelegt.

Für mich eher unbefriedigend fühlte sich das Ende an, aber das ist wohl Geschmackssache.

Fazit: Ein langsamer Film, der auch einige Längen hat. Um es kurz zu machen: Es passiert nicht sehr viel, aber man bekommt talentierte Schauspieler zu sehen.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 abgehalfterten Punkten.


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