The Founder (Filmkritik)

Ray Kroc (Michael Keaton) ist als Vertreter für Milkshake-Maschinen in Illinois, bis er schließlich einen Auftrag von den Brüdern Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald´s (Nick Offerman) bekommt, denn ihr kleines Burger-Restaurant boomt gerade. Ihr Geheimnis zum Erfolg: sie haben die Arbeitsprozesse so optimiert, dass der bestellte Burger nur wenige Sekunden später beim Kunden ist…

McDonald´s ist eine der größten Restaurantketten der heutigen Zeit, bedient circa 68 Millionen Kunden täglich und ist mit 1,5 Millionen Angestellten der zweitgrößte, private Arbeitgeber weltweit. Doch wie entwickelte sich McDonald´s seit der Gründung im Jahr 1940? Ist es die Geschichte eines kleinen Mannes, der dank harter Arbeit schließlich Erfolg hatte?

Nicht wirklich, denn Dick und Mac McDonald´s konnten ihren Erfolg nicht genießen, da sie von ihrem Geschäftspartner Ray Croc um ihr Imperium betrogen wurden. Und so entpuppt sich „The Founder“ nicht als inspirierendes Bio-Pic, sondern als ein Film über die knallharte Geschäftswelt. „The Founder“ mutet meiner Ansicht nach an wie ein in der Vergangenheit spielendes „The Social Network“, da sich hier ebenso Freunde und Business-Partner ob des Profits miteinander zerkriegen.

Woher kommt eigentlich der Titel des Films mögen sich einige fragen? Nun, Ray Croc erzählte nachdem er die McDonald´s Brüder erfolgreich aus ihrem eigenen Business vergrault hatte, allen die es hören wollten, wie er alleine diese Kette gegründet hätte, obwohl dies keineswegs der Wahrheit entsprach.

Robert Siegel schrieb das Drehbuch, das auf Ray Cross Autobiografie und auf einer nicht autorisierten Biografie basiert. Freilich wirft der Film nicht gerade ein schmeichelhaftes Licht auf die Restaurantkette, bzw Ray Croc, doch man kann teilweise gar nicht anders, als ihn für seinen Geschäftssinn und sein Gespür zu bewundern. Dass seine Methoden ihn nicht gerade sympathisch wirken lassen, ist wieder eine andere Sache.

Sehr interessant stellt Regisseur John Lee Hancock (Saving Mr. Banks, The Blind Side) die Entwicklung des Essens im Laufe des Film dar. Von den qualitativ extrem hohen Ansprüchen, die die McDonald´s Brüder früher hatten, ist heute nicht mehr viel über geblieben. Vor allem am Beispiel des Milkshakes ist dies deutlich sichtbar, der im Gegensatz zu früher nicht mehr mit frischer Milch, sondern diversen Pülverchen angerührt wird.

In der Hauptrolle als Ray Croc ist Michael Keaton zu sehen. Mir scheint es, als ob Keaton vor kurzer Zeit erkannt hätte, dass er auch hochwertige Filme machen könnte, denn inzwischen hat er statt durch Filme wie „Need for Speed“ und „RoboCop“, durch Filme wie „Birdman“ und „Spotlight“ von sich reden gemacht. Als beinharter Geschäftsmann ist er extrem glaubwürdig und schafft den Balanceakt, trotzdem noch irgendwie sympathisch rüber zu kommen. Er fühlt sich zu größerem berufen und es ist ihm im Endeffekt egal, wie er seine Ziele erreicht und über wessen Leichen er dafür gehen muss.

Als McDonald´s Brüder brillieren Nick Offerman (22 Jump Street) und John Carroll Lynch (Jackie), die die beiden Brüder sehr sympathisch erscheinen lassen. Sie sind nicht wirklich profitorientiert sondern sehr auf Qualität bedacht, was schon in der damaligen Geschäftswelt keine optimale Kombination war. Sie sind zufrieden mit ihrem eigenen, kleinen Restaurant, dessen Ware sie streng kontrollieren und ständig optimieren. Eigentlich halten sie nichts davon, McDonald´s zu einer Restaurantkette zu machen, lassen sich von Kroc aber schließlich doch überreden.

Fazit: „The Founder“ ist zwar interessant und kann unterhalten, doch es ist kein Film den ich mir ein zweites Mal ansehen werde.

Dieser Film bekommt von mir 7/10 lauwarm servierte Punkte.


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