Big Little Lies – Staffel 1 (Serienkritik)

Monterey, Kalifornien: Bei einer Spendengala zugunsten der örtlichen Grundschule kommt es zu einem mysteriösen Todesfall. Mitten im Geschehen rund um den möglichen Mord sind drei Mütter von Erstklässlern. Madeline (Reese Witherspoon), Celeste (Nicole Kidman) und Jane (Shailene Woodley) haben scheinbar alle etwas zu verbergen. Doch es scheint, als ob die ganze Stadt etwas zu dem Thema wisse…

Die Handlung entfaltet sich im Rückblick auf alle Geschehnisse, die vermeintlich zum Todesfall beigetragen haben.

Diese Serie hat eigentlich nur auf Grund des sehr illustren Casts meine Aufmerksamkeit geweckt. „Big Little Lies“ basiert auf einem Roman von Liane Moriarty. Ich bin übrigens gerade dabei das Buch zu lesen und finde es angenehm zu lesen. Da dies eine Staffelkritik ist, lassen sich Spoiler nicht komplett vermeiden, ich versuche aber, sie so gering wie möglich zu halten.

Der Plot beginnt mit dem Tod eines Hauptcharakters, aber welcher das nun ist, erfährt man lange nicht. Im Prinzip kein neues Konzept, aber nichts desto trotz sehr spannend.

Die Handlung dreht sich um die Vorgeschichte des Tods und sehr viele Haupt- und Nebencharaktere werden von Polizisten interviewt. So setzt sich nach und nach aus verschiedenen Sichtweisen und Bruchstücken der Handlung ein kohärentes Bild zusammen, das eine doch ziemlich verwinkelte Geschichte erzählt. Ich persönlich bin nicht der allergrößte Fan dieser Erzählweise, aber die Serie stimmt ansonsten von der Qualität, daher störte mich dieses Stilmittel nicht allzu sehr.

Der Cast beinhaltet viele Schauspieler, die man ansonsten eher im Kino trifft. 4 Frauen sind im Mittelpunkt des Geschehens. Reese Witherspoon (Hot Pursuit) spielt Madeline, die zumindest oberflächlich betrachtet absolut perfekt wirkt. Doch auch sie hat es faustdick hinter den Ohren und ist nicht so heilig wie einige Neider vermuten. Witherspoon ist für diese Rolle wie gemacht. Gleich von Anfang an ist sie sehr nett zu Jane und ich vermutete sofort Hintergedanken, da in Serien selten jemand so nett ist. Gut in Erinnerung ist mir eine Szene, in der sie ihrer Tochter sagt, dass auch sie keineswegs perfekt ist und dass sie ebenfalls ihre Fehler hat, die sie bereut.

Nicole Kidman (Lion) habe ich ebenfalls schon lange nicht mehr so souverän schauspielen gesehen. Als Celeste fühlt man mit ihr mit. Anfangs frisst einen der Neid ob ihrer scheinbar perfekten Beziehung mit ihrem Mann und ihren perfekten Kindern. Man sieht dabei zu, wie ihr Leben immer mehr aus den Fugen gerät und wie sie selber zu dem Schluss kommt, dass sie etwas verändern muss, da sie sonst zugrunde gehen wird. In den Therapie-Sitzungen merkt man wie talentiert Kidman ist, denn die Veränderung in ihrer Mimik, Gestik und ihrem Verhalten ist subtil, aber äußerst wirksam.

Shailene Woodley ist nicht unbedingt eine Schauspielerin, die ich auf dem Radar habe. Ich kenne sie eigentlich nur aus der „Divergent“ Film-Reihe, die ziemlich gefloppt ist (aus gutem Grund). Dort konnte sie mich nicht wirklich überzeugen, da sie es meiner Meinung nur bedingt schaffte, Emotionen zu transportieren. Doch als Jane zeigt sie, was in ihr steckt. Alleine mit ihren Augen schafft sie es Emotionen wie Schmerz, Trauer, Schock oder Freude zu transportieren. Sie wurde vergewaltigt und zieht ihren kleinen Sohn alleine auf, der gleich in der ersten Folge beschuldigt wird, im Kindergarten ein gleichaltriges Mädchen misshandelt zu haben.

Laura Dern (The Founder) ist die vierte im Bunde als Renata. Sie ist eine Karrierefrau und nebenbei noch die Mutter von Anabella, dem Mädchen, dass misshandelt wurde. Renata wird abschätzig behandelt, weil sie es wagt eine Mutter mit Karriere zu sein. Dern spielt die Wandlung von der kühlen Karrierefrau zur ohnmächtigen Löwenmutter genial und beinahe meint man in Deckung gehen zu müssen, wenn sie explodiert.

Der einzig nennenswerte der männlichen Schauspieler ist Alexander Skarsgård (Legend of Tarzan), der Perry, den Ehemann von Celeste spielt. Man lernt ihn als liebevollen Ehemann kennen, der seiner Frau zu Füßen liegt und seine Kinder vergöttert. Doch auch hier trügt der Schein und Skarsgård schafft es die Stimmungsschwankungen von Perry glaubhaft zu machen. Von einer Minute auf die andere wird er vom Traummann zum Monster.

Diese Staffel bekommt von mir 8,5/10 erlogene Punkte.


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