Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Filmkritik)

Nevada 1957. Der in die Jahre gekommene Archäologe Indiana „Indy“ Jones (Harrison Ford) wird von sowjetischen Spionen unter der Führung der hoch dekorierten russischen Wissenschaftlerin Dr. Irina Spalko (Cate Blanchett) gefangen genommen und dazu gezwungen, in einem Militärdepot eine Kiste aufzuspüren. Bei dem Versuch den Inhalt vor den Eindringlingen zu schützen, wird er jedoch von einem Freund verraten. Dennoch gelingt ihm in alt bekannter Manier die Flucht.

Schließlich findet er sich in einer Militärbasis wieder, wo er von zwei FBI Agenten verhört wird, die Jones vorwerfen mit den Kommunisten gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sein Ruf als Wissenschaftler ist hin und so beschließt unser aller Lieblingsarchäologe das Land zu verlassen. Am Bahnhof wird er jedoch von dem jungen Draufgänger Mutt (Shia LaBeouf) angequatscht. Dieser erzählt ihm, dass der befreundete Wissenschaftler Professor Oxley (John Hurt) bei der Suche nach einem sagenhaften Kristallschädel verschwunden ist.

indiana jones 4

Als ich nach diesem Film aus dem Kino kam, hätte ich am liebsten nur geheult. Warum? Weil man einen Film, der Bestandteil einer genialen Filmreihe sein sollte und auf den man so lange wartete, einfach so in den Sand setzte. Soviel hatte ich mir von diesem Film erwartet (wieder mal ein Zeichen, dass man sich am besten nichts erwarten sollte) und so wenig ist gehalten worden.

Indy 4 war eine leichte bis mittelschwere auf Film gebannte Katastrophe und zeigt, dass es selten eine gute Idee ist, Legenden nach sehr langer Pause wieder auf den Bildschirm zu bringen. Hoffen wir nur, dass es beim neuen „Star Wars“-Film anders wird. Da sind ja auch allerhand Stars der Original-Filmreihe wieder zu sehen (unter anderem auch Harrison Ford).

Ein neuer „Indiana Jones“ Film wurde ja ewig verschoben, unter anderem weil Steven Spielberg und George Lucas ein gutes Drehbuch haben wollten. Warum sie dann ausgerechnet entschieden, diesen Rohrkrepierer zu verfilmen, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären.

Hier war Harrison Ford (The Age of Adaline) als in die Jahre gekommener Indy okay, aber er sah einfach alt aus und von dem agilen, charismatischen Schauspieler aus den ersten Teilen, ist nicht mehr so viel zu sehen. Aber Shia LaBeof (Fury) als sein nervtötender Sohn mit seinem Kammtick – Himmel noch eins. Man muss zwar sagen, dass er eine nicht sehr dankbare Rolle hat, doch als pomadenhaariger Möchtegern-Rebell in Motorradjacke, der Indys Sidekick sein soll, funktioniert er einfach nicht.

Auch Karen Ellen als Indys Ex Marion Ravenwood konnte zu diesem Film nicht viel mehr als ein dämliches Grinsen beitragen. Und das von einer Frau, die sich im ersten Teil durchaus gegen Männer behaupten konnte (Kampftrinken). Es drängt sich die Frage auf, warum man die Schauspielerin überhaupt für diesen Film verpflichtete. Cate Blanchett (Cinderella) als Bösewicht im Domina Look hatte man auch schon mal überzeugender gesehen. Ihr Akzent klang schaurig und es wirkte, als ob man einfach nicht genau gewusst hätte, wer die Nazis als Bösewichte im Film ersetzen sollte.

Aber was solls, all das hätte ich noch ohne Bedingungen hingenommen, aber Aliens? ALIENS??????? Was sollte das denn? Schon klar bei allen Indys war eine übernatürliche Komponente dabei, aber jede und ich wiederhole JEDE (Bundeslade, Vodoo-Kult und der heilige Gral), war glaubwürdiger als dieser Käse. Klar, man könnte hier anfangen zu diskutieren, inwieweit diese Handlung in das Indy-Versum passt – ich für meinen Teil fand, das Aliens einfach eine Spur zu weit her geholt waren.

Leider kam man auch völlig vom Look der bisherigen 3 Vor-Teile ab, indem man hier viel zuviel vor dem Bluescreen drehte und so den Flair leider nach und nach verlor. Dieses künstliche Gefühl zieht sich durch den ganzen Film. Einige Animationen im Film sind für ein Budget von 185 Millionen Dollar ein schlechter Scherz und z.B. die Szene mit den Ameisen ist so schlecht gemacht, dass sie glatt aus einem SAT1 Film hätte sein können. Dann noch dort was retouschiert und da was „verbessert“. Warum? Gerade das hatte die vorigen Filme ausgemacht, dass sie eben nicht perfekt sein. Immerhin hat Spielberg den ersten drei Filmen, absichtlich einen B-Movie Charakter verliehen.

Aber in manchen Szenen kommt einfach wieder der typische Indy Flair durch und das rettet diesen Film wohl vor der Betitelung herbe Enttäuschung. Der typische Humor blitzt immer wieder mal durch, was an gute alte Zeiten erinnert.

Fazit: Leider um einiges schlechter als gedacht und daher auch hinter meinen Erwartungen geblieben. Für sich betrachtet ist der Film noch einigermaßen passabel, doch wenn man ihn mit dem großartigen „Indiana Jones and the Last Crusade“ vergleicht, sieht man dann doch deutliche Defizite. Wäre besser gewesen, Indy nach dem dritten Teil in den Ruhestand zu schicken.

Dieser Film bekommt von mir 5,5/10 kristallklare Empfehlungspunkte.


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