Das fünfte Element – The Fifth Element (Filmkritik)

Im Jahr 1914 finden Archäologen Inschriften über das unfassbar Böse, dass alle 5000 Jahre kommt, um alles Leben auf der Erde zu zerstören, und über die einzige brauchbare Waffe dagegen: das fünfte Element – wobei die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft in Form von Steinen rundherum angebracht sind. Außerirdische nehmen das fünfte Element mit, versprechen aber es rechtzeitig zurück zu bringen.

Als es 2263 endlich soweit ist, wird das Raumschiff abgeschossen und zerstört. Das Militär kann aber das fünfte Element – ein genetisch perfekter Mensch der auf den Namen Leeloo (Milla Jovovich) hört – aus geborgenem genetischen Material wiederherstellen. Bei der Flucht aus der Einrichtung landet sie in den Armen von Militärveteran und Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis), der Leeloo bei der Beschaffung der Steine und der Erfüllung ihres Schicksals hilft.

The Fith Element Film Milla Jovovich

Auch wenn die Qualität dieser Arbeiten stark schwankt ist Luc Besson in den letzten Jahren vor allem als Produzent aufgetreten. Ein paar Beispiele gefällig? Nun da wären unter anderem „Taken“ mit Fortsetzung, „Transporter“ mal drei, „From Paris With Love“ oder „Colombiana“ um nur einige zu nennen, die sich mit dem Namen des Franzosen schmücken dürfen. Aber kommen wir zu dem Film, der maßgeblich zu der internationalen Bekanntheit des Franzosen beigetragen hat.

Besson hatte die passende Idee bereits im Alter von 16 Jahren. 1990 begann die Arbeit am Drehbuch, doch als er 1991 mit dem Drehen beginnen wollte, stoppte Warner Bros. dies, da der Film mit einem geplanten Budget von immerhin 100 Millionen Dollar zu teuer war. Erst nach Bessons Erfolg mit „Leon – Der Profi“ durfte er 1996 die Arbeit aufnehmen und den Film ein Jahr später in die Kinos bringen.

Wie bereits angedeutet war Luc Besson an dieser Stelle nicht nur für die Regie, sondern auch für das Drehbuch verantwortlich. „Das fünfte Element“ ist an dieser Stelle (neben „Avatar“ vielleicht) ein perfektes Beispiel was dabei herauskommt, wenn man eine Idee über ein Jahrzehnt mit sich herumträgt. Nichts desto trotz holte sich Besson bei der Gestaltung seiner Vision die Hilfe zweier bekannter französischer Zeichner – und das was dabei heraus kam, kann sich sehen lassen.

Das Ergebnis, in Form einer dystopisch anmutenden Version der Zukunft, kann sich sehen lassen. Ganz im Gegensatz zu dem was man bei „Star Trek“ oder „Star Wars“ geboten bekommt, ist diese Variante schmutzig, ein wenig deprimierend und meistens ein wenig schrill. Dabei glänzt der Film aber nichts desto trotz mit einer durchaus vergleichbaren Fülle an Details und Ideen. Von den Raumschiffen, den miserablen Wohnungsbedingungen, den Außerirdischen über die Waffen bis hin zum Urlaubsziel sieht hier alles nicht nur einzigartig, sondern auch erstklassig umgesetzt aus.

Die Geschichte führt die Protagonisten erst über einige Umwege zum Ziel, was es dem Film ermöglicht, einen großen Teil dieser Welt zu zeigen. Dabei wird es trotz einer Laufzeit von zwei Stunden keinen Moment langweilig und die rasante Erzählweise sorgt dafür, dass Logikfragen erst gar nicht aufkommen. Einige gut funktionierende schrillen Momente lassen erahnen, dass hier tatsächlich Franzosen am Werk waren bzw. der Film in Frankreich entstand und das obwohl der Film (gerade für damalige Verhältnisse) sehr teuer war und mit Hollywood-Schauspielern in den Hauptrollen inszeniert wurde – oder wann z.B. hatte in einem Science Fiction Film das letzte Mal eine italienische Oper (mit Namen „Lucia di Lammermoor“) Platz?

Apropos Schauspieler: Bruce Willis (Looper) war die Jahre davor bereits mehrmals als charmanter Haudegen zu sehen (z.B. in „Stirb Langsam“). Als Korben Dallas besticht er neben seiner blonden Haarpracht auch mit einem umfangreichen Wissen über Waffen und Allem was fliegt. Aber eigentlich macht er hier dasselbe, wie in den meisten seiner Filme: Dinge möglichst spektakulär in die Luft sprengen und dabei den einen oder anderen flotten Spruch von sich lassen. Etwas das diese Rolle von Willis sonstigen Performances abhebt, ist klar die Spielfreude. Hierbei hat er sich definitiv von seiner Kollegin anstecken lassen und die ist (Zitat aus dem Film) perfekt!

Milla Jovovich (Resident Evil) ist wirklich perfekt für die Rolle der Leeloo Minai Lekatariba-Lamina-Tchai Ekbat De Sebat (oder kurz einfach Leeloo). Die einzigartige Mischung aus einer starken Kriegerin, bei der Jovovich gerne mal ihre Schlagfertigkeit und körperliche Fitness unter Beweis stellt, gepaart mit kindlich anmutender Neugier mit der Leeloo die Welt rund um sich mit großen Augen erkundet, könnte wohl niemand besser spielen und haben ihrer Darstellerin zurecht den Durchbruch in Hollywood beschert (und ja, sie weiß was ein Multipass ist)!

Gary Oldman (Batman Begins) als Jean-Baptiste Emanuel Zorg gibt einen würdigen Gegenpart, auch wenn Zorg den eigentlichen Helden des Filmes nie begegnet. Der ist nicht einfach nur böse, sondern auch im höchsten Maße skrupellos. Oldman ist in dieser Rolle dermaßen gut, dass er auch die Jahre darauf noch einige Male in Filmen wie „Air Force One“ oder „Lost in Space“ höchst überzeugend den Bösewicht geben durfte.

In größeren Nebenrollen zu sehen sind unter anderem Ian Holm (Der Herr der Ringe), der als Vater Cornelius im Prinzip mehrere hundert Jahre hatte, um sich auf das Abenteuer vorzubereiten, letzten Endes aber herrlich überfordert wirkt und Chris Tucker (Silver Linings Playbook), der als Radiomoderator Ruby Rhod allen beteiligten den letzten Nerv zieht. Lustiges Detail des Films ist übrigens, dass das Militär eine verdeckte Mission von Dallas live via Rhods Radioshow verfolgt. Na, alles grün? Besonders ist hier, dass die meisten Schauspieler auch jetzt noch, mehr als 15 Jahre nach dem fünften Element, immer noch regelmäßig in Film und Fernsehen zu sehen sind, was für die unglaubliche Qualität des Casts spricht.

Alles in Allem ist „Das fünfte Element“ ein Film, den man meiner Meinung nach auf alle Fälle kennen und als Freund der guten Unterhaltung auch in der heimischen Videothek unterbringen sollte.

Der Film bekommt von mir 9,5/10 das Ende der Welt aufhaltende Empfehlungspunkte.

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von Luc Besson [Universum Film GmbH]
Preis: EUR 8,99

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4 Gedanken zu „Das fünfte Element – The Fifth Element (Filmkritik)

  1. Aw, das ist echt eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich den gesehen hab. Die Autoszenen in den Häuserschluchten waren so toll… und Milla und ihre männlichen Nebendarsteller (xD) natürlich auch 🙂 *sniff* Das Kino gibt es mittlerweile leider nicht mehr… *nostalgisch werd*

  2. Ein absoluter Kultfilm. Den kann man sich auch heute noch ansehen, ohne das Gefühl zu haben, man schaut sich was an, das schon fast 15 Jahre alt ist. Der steht auch mal wieder auf meiner „mal-wieder-sehen-will“-Liste.

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