Beyond: Two Souls (Game-Review)

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Mehr als deutlich ist die Weiterentwicklung spürbar, die das Team des Entwicklerhauses QuanticDream bei der Inszenierung seiner Spiele verzeichnen kann. Wer „Heavy Rain“ gespielt hat, wird bei „Beyond: Two Souls“ schnell merken, dass zwar vieles bekannt ist, Wesentliches aber stark verbessert wurde. Wie „Heavy Rain“ ist auch „Beyond“ als interaktiver Film konzipiert, bei dem der Spieler ins Geschehen eingreift und dazu beiträgt, dass die Handlung ihren Lauf nimmt.

Immer wieder stehen kleine Entscheidungen an, die den Plot auf individuelle Weise abändern, was das gut acht Stunden lange Spiel/Film-Erlebnis noch persönlicher macht. Im Mittelpunkt steht Jodie, deren Biographie mittels Flashbacks erzählt wird und der Kern des Spiels ausmacht. Jodie ist ein „besonderes Mädchen“, und zwar, weil sie in Verbindung zu einem Poltergeist steht, den sie „Aiden“ nennt und der ihr in ausweglosen Situationen aus der Patsche hilft. Aiden entpuppt sich in manchen Episoden als Retter, in anderen aber auch als Fluch. Gerade die für Jodie prägenden Erlebnisse sind oft überschattet davon, dass sie eben nicht „normal“ ist und die Präsenz Aidens nicht einfach ausschalten kann.

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Der Puppenspieler – The Puppeteer (Game-Review)

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„Der Puppenspieler“ ist ein Titel, den man so nehmen muss, wie er ist: Er hat ein eigenes Tempo, eine sehr charakteristische Musikuntermalung, eine unverwechselbare Inszenierung und ein ganz bestimmtes Verhältnis von tatsächlichem Spielen und von selbst ablaufenden Zwischensequenzen. Wer sich dafür öffnet und erst gar nicht versucht, den „Puppenspieler“ in diejenige Ecke zu stellen, in der sich etwa „LittleBigPlanet“ befindet, der wird ein Spielerlebnis haben, an das er sich noch lange erinnern wird.

Die vermeintliche Nähe zu „LittleBigPlanet“ kommt indes nicht von ungefähr, wurde diese Serie doch genauso wie nun eben auch „Der Puppenspieler“ von einem Entwicklerhaus konzipiert und umgesetzt, das zum Sony-Konzern gehört. Die Screenshots, die jetzt mit der Veröffentlichung des Neulings im Umlauf sind, machen nur unzureichend klar, wie es sich in Wirklichkeit anfühlt, den „Puppenspieler“ im heimischen Wohnzimmer zappeln zu lassen.

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Lost Planet 3 (Game-Review)

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Jim Peytons Ankunft auf E.D.N. III ist nicht gerade von Glück gesegnet – sein Shuttle kommt in einen Sturm und stürzt ab, aber er wird gefunden und gerettet. Auch sein Rig (ein großer Mech mit Greifarm und Bohrer), das er liebevoll „Gertie“ nennt, kommt unversehrt an. Gut so, denn das Leben auf E.D.N. III ist hart – der Planet ist ein Riesenbrocken aus Eis und in seinem Inneren, sowie auf den Lebewesen, fließt T-Energy, welches eine kostbare Ressource ist, die die Erde vor dem Energiekollaps retten könnte.

Genau genommen ist Jim also eine Art Goldgräber, der für seine Frau – und seinen Neugeborenen – in die Ferne gezogen ist, um ihnen ein gutes und solides Leben mit dem Geld, das er hier verdienen kann, zu sichern. Aber dann kommt alles ganz anders …

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Rayman Legends (Game-Review)

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Mit „Rayman Legends“ veranstaltet Ubisoft ein kreatives Feuerwerk der Sonderklasse. Das Beste dabei ist, dass sich das Spiel genauso für junge wie für ältere Spieler eignet. Doch der Reihe nach; zuerst ist festzuhalten, dass „Rayman Legends“ ein wunderschön gestalteter 2D-Plattformer ist, der aus dem Verzicht auf die dritte Dimension einen Startvorteil herausholt. Denn so schön aufgelöste scharfe Figuren, Texturen, Hintergründe und Gegner wissen nur die wenigsten Spiele aufzubieten, die jetzt noch auf der xBox 360, der PS3 und der Wii U erscheinen.

Manche werden wissen, dass „Legends“ dort weitermacht, wo „Origins“ aufgehört hat. Aber mehr als das – der neue Ableger ist nicht nur eine Fortsetzung, sondern eine Weiterentwicklung dessen, was bereits bei „Rayman Origins“ überzeugt hat. Ein interessantes Detail in der Entstehungsgeschichte von „Rayman Legends“ ist, dass der Titel ursprünglich exklusiv für die Wii U veröffentlicht werden sollte. Dass es nun doch anders gekommen ist, dürfte an den schwächelnden Verkaufszahlen von Nintendos Plattform liegen – sehr zur Freude einer nun deutlich größeren Spielergemeinde.

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Saints Row IV (Game-Review)

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Da rettet man/frau die Welt vor einem Terroranschlag mit Atomrakete, schließt mit dem eigenen Leben ab und ehe man sich versieht landet man/frau im Weißen Haus und wird Präsident. „Nur“, weil man die Welt bzw. Amerika gerettet hat. Wenn das mal nicht einfach war. Aber so ist das Leben als Saint nun einmal: Als Saint hat kennt man/frau keine Grenzen.

Die schwersten Entscheidungen im Leben sind ab jetzt, ob zuerst der Welthunger gestillt wird oder doch der Krebs besiegt. Viel tragischer natürlich die Frage, wie viele Strip-Stangen eigentlich im Weißen Haus Platz haben. Aber wenn die Umfragewerte sinken, bleibt nichts anderes zu tun, als eben eine Pressekonferenz zu halten.

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Call Of Juarez: Gunslinger (Game-Review)

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Die Zeit des „guten alten“ Wilden Westens ist vorbei. Das muss auch der ehemalige Kopfgeldjäger Silas Greaves feststellen, also er den Saloon betritt. Silas ist alt. Sein Ruhm ist verblasst und sein ganz persönlicher Rachefeldzug hat ihn vielleicht mehr gekostet als er ihm gegeben hat.

Seinen Worten nach ist er eigentlich nur auf der Durchreise, als er den Anwesenden seine Lebensgeschichte zu erzählen beginnt – und die hat es in sich. Denn Silas hat so ziemlich alle „Helden“ und „Gangster“ der Geschichte der USA getroffen. Und das ist in doppelter Bedeutung zu verstehen.

Natürlich glauben ihm die Gäste längst nicht alles, was er erzählt, aber zu spannend und zu lebensnah erzählt Silas seine Erinnerungen, als dass sie sich seiner Geschichte entziehen könnten …

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Crysis 3 (Game-Review)

Crysis3_LogoEr ist zurück – die Kampfmaschine wider Willen, die sich im vorigen Teil mehr oder weniger selbst aufgegeben hat, um die Welt vor den Ceph zu retten. Prophet, der Mann im Nanosuit. Aber das Ding hat seinen Preis, denn der Nanosuit – wie wir ja jetzt wissen – wurde aus außerirdischer DNA geschaffen und Prophet ist … vielleicht kein Mensch mehr.

Als er aus seinem Tiefschlaf „erwacht“ hat sich viel geändert, denn die CELL Corporation hat die Welt im Würgegriff – durch die Produktion von kostenloser Energie hat der Konzern alle Mitbewerber ausgeschaltet und herrscht nun dank Monopol (und Mini-Armee) über die Welt.

Aber es regt sich Widerstand … Psycho, ehemaliger Kampfgefährte von Prophet, befreit ihn. Gemeinsam mit einer Gruppe Widerstandskämpfer versuchen sie CELL aufzuhalten. Aber Prophet denkt, dass da mehr dahinter steckt … denn die Energie, die CELL erzeugt, muss irgendwo herkommen … und Prophet befürchtet – in Gedanken noch bei den Ceph – das Schlimmste …

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Bioshock Infinite (Game-Review)

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Booker DeWitt ist sein Auftrag völlig klar: Das Mädchen zurückholen und die Schuld ist getilgt. Welche Schulden? Spielschulden, Geldschulden. Das Übliche eben. Als er allerdings mit einem Ruderboot zu einem Leuchtturm gebracht wird, der ihn gen Himmel schießt, wird ihm doch etwas mulmig zumute. Dabei ist DeWitt alles andere als ein feinfühliges Wesen – eher im Gegenteil: Hat er doch lange Zeit für die Pinkertons gearbeitet (und streikende Arbeiter … beruhigt).

Als er aus der „Kapsel“ steigt erblickt er eine Stadt über den Wolken. Columbia heißt ihn willkommen und überall erblickt DeWitt das Antlitz eines Mannes namens Comstock, dem Propheten von Columbia. Zuerst scheint die Stadt ein Paradies zu sein (allerdings nur für die weiße Bevölkerung, wie sich rasch herausstellt). Manche Plakate warenen allerdings vor dem „falschen Propheten“, der auf seiner Hand – als Erkennungszeichen – die Buchstaben AD tätowiert hat. Was – natürlich – auf Booker DeWitt zutrifft. Die Prophezeiung von Comstock geht aber noch weiter, denn der „falsche Prophet“ würde kommen, um das „Lamm“ Columbias zu entführen …

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Deadpool (Game-Review)

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Deadpool hat nicht nur in den Comics das, was man in Österreich „Schmäh” nennt. Auch im gleichnamigen Videospiel, das jetzt auf der PS3, der xBox 360 und für den PC erschienen ist, hat die Hauptfigur jede Menge Witz. Allerdings ist dieser Witz nicht besonders pflegeleicht: Deadpool räkelt sich im Sofa und kratzt sich mit dem Lauf eines Revolvers an bestimmten nur Männern eigenen Körperteilen; Deadpool legt beim Besuch eines Swimmingpools latent machohaftes Verhalten an den Tag und sucht sich die „beste“ Beobachterposition aus; Deadpool erklärt das Entwicklerstudio „High Noon“ gleich zu Beginn des Spiels für inkompetent und ändert in umfangreicher Manier das Skript ab. Man muss ihn mögen, diesen Deadpool, der mit einer so unverschämten Selbstverständlichkeit auf Kosten der anderen (meist der Gegner) seine Schizophrenie auslebt.

Stichwort Schizophrenie: Die Inszenierung von Deadpools „Krankheit“, will sagen „leichten Andersartigkeit“, ist wirklich sehr gelungen. Wusste der Protagonist in den Comics stets um den Umstand, dass er eine fiktive Comicfigur ist, so ist auch dem Helden des Spiels bestens bekannt, wie der Hase läuft. Das Ergebnis ist eine brisante Hauptfigur, für die eigentlich keine Regeln der Moral oder des Anstands gelten können, da ja ohnehin bekanntlich alles nur Show ist. Dazu gehören gerade auch die Stimmen im Kopf des Schizophrenen, die – besonders in der englischen Originalfassung – von sehr guten Sprechern dargeboten werden und großen Unterhaltungswert haben. Richtigen Dialogen lauscht der Spieler hier, und dass Deadpools konträre Gedanken oftmals das Spielgeschehen kommentieren, macht großen Spaß.

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The Walking Dead (Game-Review)

 

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Lee Everett hat nicht gerade das große Los gezogen. Aktuell sitzt er auf der Rückbank eines Polizeiwagens, der ihn ins Gefängnis bringt. Das Gespräch mit seinem Fahrer – ein altgedienter Polizist – ist zwar sehr nett, hilft ihm aber auch nicht weiter. Vor allem tut sich auf dem Highway einiges – Polizeiautos rasen in die Gegenrichtung, Wagen mit Sirenen preschen vorbei und über den Polizeifunkkanal kommen sehr beunruhigende Meldungen. Als plötzlich eine Person vor dem Wagen über die Straße torkelt baut der Fahrer einen Unfall.

Lee erwacht kurze Zeit später im Autowrack. Mit Mühe kann er sich befreien und er klettert aus dem Wrack, nur um den Fahrer tot aufzufinden. Aber es sieht nicht aus, als hätte der Unfall ihn getötet, sondern etwas … anderes. Kurze Zeit später trifft Lee in einer verlassenen Siedlung auf ein kleines, achtjähriges Mädchen, dass sich alleine in einem Baumhaus versteckt hält – die kleine Clementine. Die ihm auch sofort – mehr oder weniger – das Leben rettet, als Lee von einem Zombie angefallen wird.

Denn genau das ist passiert – die Welt ist einem Zombiechaos versunken und nun gibt es nur noch ein Ziel: Überleben. Um jeden Preis.Also nimmt Lee die kleine Clementine mit sich und verspricht ihr, ihre Eltern zu finden. Auf dem Anrufbeantworter gibt es erste Hinweise, dass die beiden in Savannah sind … und vermutlich nicht mehr leben.

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