Till Death – Bis Dass Dein Tod Uns Scheidet (Filmkritik)

Nach zehn Jahren fühlt sich ihre Ehe für Emma (Megan Fox) wie ein Gefängnis an, weshalb sie ihren Mann Mark (Eoin Macken) auch mit einem seiner Mitarbeiter betrogen hat. Mark überrascht sie zu ihrem Jahrestag mit einem Ausflug zu ihrem abgelegenen Bootshaus, dass im Winter einen ganz eigenen Flair hat. Als Emma in der Früh erwacht, überschlagen sich die Ereignisse und kurz darauf ist sie mit Handschellen an ihren toten Mann gefesselt.

Verzweifelt schleift sie seinen Körper durch das Gebäude auf der Suche nach einem Hilfsmittel, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Als kurze Zeit später sowohl ihr Liebhaber als auch zwei gefährliche Männer mit Verbindungen zu Emma´s Vergangenheit auftauchen, wird ihr schnell klar, dass hier ein perfider Plan im Hintergrund ausgeheckt wurde und Emma die Hauptfigur bei diesem Schauspiel ist…

Regisseur S.K. Dale führt hier nach einigen Kurzfilmen, erstmals bei einem Langfilm Regie und hat sich dabei einer Handlung gewidmet, die ganz leicht extrem konstruiert wirken hätte können. Erfreulicherweise läuft die Sache mit der Story erstaunlich glatt ab und kommt ohne Momente aus, wo sich die Story selbst ausbremst. Ja man hätte schon ein paar Tips, was Emma in manchen Situationen besser machen könnte, doch dumm sind ihre Entscheidungen kaum.

Wo ich schon bei ihrer Rolle bin, selten haben ich Megan Fox (Rogue) mehr spielen sehen als hier. Wenn sie etwa hemmt, dann ist das nur ihr Hang zu Schönheitsoperationen (oder Botox, oder beides), denn ihr Gesicht wirkt in einigen Einstellungen einfach nicht ganz echt und man sieht, dass ihre Emotionen im Gesicht, irgendwie unter der glatten Haut feststecken. Das meine ich überhaupt nicht zynisch oder gemein, es ist einfach schade, denn sie macht ihre Sache richtig gut.

Von der gehemmten, eingeschüchterten Irritation ihrer Person zu Beginn bis zur Erweckung ihres Kampfgeistes und der langsamen Anwendungen von trockenen Sprüchen um sich selbst zu motivieren, ist sie einfach durchgehend überzeugend und man ist vom Fokus her klar bei ihr und gefühlsmäßig auch auf ihrer Seite (auch wenn sie zu Beginn als Ehebrecherin eingeführt wird), da sie mit Abstand die interessanteste Figur ist.

Die wichtigsten Männer hier, dürfen ihr dafür das Leben richtig schwer machen. Selbstgerecht, manipulativ und nur sich selbst im Fokus tragend ist Eoin Macken (Resident Evil: The Final Chapter) als Mark herrlich widerlich und unterschwellig bedrohlich, während Callan Mulvey (Shadow in the Cloud) als Bobby vor explosiver Aggressivität nur so strotzt. Der aktuell ärgste Feind für Emma, sind jedoch klar die Umstände, in denen sie sich befindet.

Außerhalb die Kälte des Schnees, drinnen ein kaputtes Handy, ein leerer Autotank, fehlende Werkzeuge und ständig muss sie das Gewicht ihres Mannes schleppen, da ist sie durchgehend rein auf ihren Überlebenskampf fixiert. Der hört zwar dann auch nicht auf, als weitere Mitspieler auftauchen, doch dann entwickelt sich das Ganze neben der physischen Ebene, auch immer mehr zum psychologischen Kampf.

Natürlich kann man wie eingangs bereits erwähnt so eine Handlung nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt dehnen, ohne dass man langweilig wirkt, es unglaubwürdig wird oder sich Sachen immer wiederholen (oh nein, schon wieder Stufen, die ich mit einer Leiche am Arm mich hinauf schleppen und wieder hinunter fallen muss). Da hilft dann eben der Wechsel von Survival auf Katz und Maus Spiel und weil man Emma einfach gegen ihre männlichen Gegner gewinnen sehen will, funktioniert es spannungstechnisch auch ganz gut.

Insgesamt ein kleiner Thriller, auf den man sich einlassen muss, doch dann weiß er sehr ordentlich zu unterhalten. Ja, innerhalb der gezeigten Ideen was eine Flucht betrifft fehlt auch der eine oder andere Funke, z.b. ein Fenster einschlagen mit einem Sessel und mich mit dem Glas los schneiden ist zwar brutal, aber nicht mal der Gedanke dazu kommt vor. Dennoch ein gemeiner Trip und ein klarer Aufruf dazu, eine Ehe rechtzeitig zu beenden, sollte sie nur mehr auf Machtspielen und Betrug passieren.

„Till Death“ bekommt von mir 6/10 doch ein weiteres mal sich prüfende und dann erst ewig bindende Empfehlungspunkte.


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