Shadow in the Cloud (Filmkritik)

Im Jahr 1943 wird Maude Garrett (Chloe Grace Moretz), ein weiblicher Flug-Offizier damit beauftragt, geheime Dokumente in einer Box von Neuseeland nach Samoa zu bringen. Als sie bei ihrem Flugzeug (einem B-17 Bomber) ankommt, wird sie von der rein männlichen Crew ziemlich unfreundlich behandelt und schließlich temporär in der Geschützkabine einquartiert. Ihre wichtige Fracht gibt sie vorübergehend Walter Quaid (Taylor John Smith), dem einzigen Mann an Bord, der freundlich zu ihr ist.

Kurz darauf sieht sie eine Kreatur, die außen auf dem Flugzeug herum klettert. Natürlich glaubt ihr keiner der übrigen Besatzung, weshalb Maude sich wieder mal nur auf sich selbst verlassen kann. Doch was will dieses Wesen, was ist es genau und was noch viel wichtiger ist: hängen die immer häufiger auftretenden Fehlfunktionen im Flieger mit der Kreatur zusammen?

Was für ein Mix. Bei dieser in Auckland gedrehten, neuseeländisch-amerikanischen Co-Produktion hat Roseanne Liang (My Wedding and Other Secrets) Regie geführt und das Drehbuch geschrieben, oder vielmehr umgeschrieben. Das ursprüngliche Drehbuch stammt von Max Landis (Chronicle, Victor Frankenstein), der jedoch gerade mit Anklagen wegen sexuellem Missbrauch konfrontiert ist und deshalb wollte man anscheinend seine Ideen so weit wie möglich austauschen.

Das wird wohl sicherlich den Schwerpunkt im Drehbuch verstärkt haben, der den Sexismus von beinahe allen hier agierenden Männern betrifft. Natürlich sind die Herrschaften hier dann nur Nebenfiguren oder Zuschauer und die Dame darf die ganze Arbeit machen und ist die wahre Heldin. Kombiniert mit der Montage im Schlussspann, bei der Fotos von Damen gezeigt werden, die wirklich im Krieg im Einsatz waren, gibt es natürlich wieder Stimmen die „feministische Propaganda“ rufen.

Ich kenne Filme, auf die das zutrifft, doch „Shadow in the Cloud“ ist für mich keiner davon. Jetzt lasse ich dieses leidige Thema auch schon wieder hinter mir und gehe auf das ein, was mir hier am meisten Freude bereitet hat und das kam dann doch unerwartet. Bei mir wurden durch einige Sequenzen doch ehrlich – vom Design des Gremlins, der Musik und der comichaft übertriebenen Inszenierung – einige Assoziationen, an die frühen Werke von Peter Jackson geweckt (ja, ich meine z.b. Braindead, nur hier eben ohne das Level an Gewalt).

Passt ja auch, denn Jackson stammt aus Neuseeland. Diese Tatsache plus der Fakt, dass ich Chloe Grace Moretz (Let Me In) seit ihrer Performance als Hit-Girl in Kick Ass sowieso ins Herz geschlossen habe und hier endlich mal wieder sehen durfte, ist während ich den Film gesehen habe, zu meinem ganz persönlichen, nostalgischen Zugang geworden. Natürlich kann man auch ganz objektiv sagen, dass Moretz mit ihrer „Eine-Frau-Show“ in ihrer Kabine, eine echte Wucht ist.

Eine gar nicht mal so kurze Zeit über bleibt der Fokus nur auf ihr in der Kabine und die Männer werden nur stimmlich über Funk hinzu geschaltet. Da durchlebt sie schon einige Gefühlszustände und man ist emotional immer bei ihr. Auch dass sie die vorhandenen Gerätschaften bedienen kann, glaubt man ihr. Von den Männern bleibt nur Taylor John Smith (Hunter Killer) als Walter in Erinnerung, da er der Einzige ist, der so etwas wie Informationen über seinen Hintergrund spendiert bekommt.

Dass das gesamte Szenario – ich meine jetzt als Kriegsgeschehen, nicht die Kreatur – natürlich alles andere als historisch akkurat ist – ist dabei eindeutig völlig egal. Der Gremlin an sich, ist von den Effekten her stimmig getrickst, ohne Patzer. Er wirkt wie ein Kobold, der Schabernack als sein höchstes Ziel hat, nicht das Töten von Menschen, damit er seine Ziele erreicht bzw. als Resultat davon, schadet er Menschen dann jedoch auch sehr aktiv.

Da bekommt man also diese ernste Ebene mit der Frauenpower als Hintergrund serviert, versetzt mit ein paar Sequenzen aus einem Kriegsfilm und durchsetzt ist das Ganze dann durch eine Kreatur und einige Over the Top Momente (siehe etwa die Explosion und wie Maude dadurch zurück geschleudert wird in den Flieger), die den Film zu einem puren guilty pleasure Erlebnis machen. Was wirklich in der Box ist, unterstützt den gesamten, beinahe märchenhaften Charme dabei noch zusätzlich. Also nicht nachdenken, einfach genießen. Bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert!

„Shadow in the Cloud“ bekommt von mir 8/10 dem Gremlin stellvertretend für alle Männer, die Ohren lang ziehende Empfehlungspunkte.


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