Death Of Me (Filmkritik)

Christine (Maggie Q) und Neil (Luke Hemsworth) befinden sich im Urlaub. Eigentlich sollten sie morgen abreisen, allerdings kommt alles anders. Nach einem gemütlichen Ausklang in einem Lokal wachen sie am nächsten Morgen auf und es wirkt nicht, als wäre es eine entspannte Nacht gewesen. Zum Glück ist Neil ein Nerd und filmt (fast) alles mit. Also gucken sie sich an, was gestern geschehen ist. Und entdecken dabei wirklich seltsame Dinge. Zum Beispiel sehen sie sich selbst bei wildem Sex und anschließend (oder während; schwer zu sagen) erwürgt Neil Christine. Dann begräbt er sie in der Erde.

Bedenklich stimmt dabei die Tatsache, dass Christine mit Neil vor dem Bildschirm sitzt und sich selbst beim Ermordet-Werden zusieht. Was ja doch eher befremdlich ist und irgendwie dann doch nicht sein kann. Keiner der beiden kann sich an irgendwas erinnern, außer daran, dass Christine am Vorabend ein Medallion geschenkt bekommen und die Barkeeperin ihnen ein ziemlich deftiges Geschenk in Form eines Getränks vorgesetzt hat.

Wenn das mal kein Anhaltspunkt ist …

Es ist immer wieder befremdlich für mich, wenn Filme, die aufgrund der Prämisse und des Trailers spannend und neu wirken, dann in der Ausführung auf ein klares, uninspiriertes Instant-Produkt hinauslaufen. Da tut mir immer das Herz ein bisschen weh, denn ich mag es nicht, wenn Potential dermaßen verschenkt wird. Und – ihr habt es erraten – „Death Of Me“ ist genau so eine Art Film.

Die an sich interessante Prämisse, des „sich selbst beim Ermordet-werden“ zuzusehen und dann herausfinden zu wollen, was passiert bzw. passiert ist, wird hier leider ziemlich verschenkt, denn wer ein bisschen mitdenkt, der oder die weiß bereits nach sehr kurzer Zeit was los ist. Das liegt am ziemlich uninspirierten Drehbuch und – was mich doch überrascht hat – der sehr einfallslosen Regie bzw. den ziemlich stumpfen und nicht wirklich gut gemachten Szenen.

So gibt es immer wieder Personen im Film, die sich aufgrund von … Gründen, „selbst entsorgen“ und die Art und Weise wie das gemacht wird, läuft immer darauf hinaus, dass die Person sich ersticht (oder in einem Extremfall: sich die Eingeweide rausschneidet). Dabei wirkt das so billig gemacht, dass es zwar ekelhaft ist, es mitanzusehen, aber gleichzeitig wirkt es absolut peinlich. Ein starrer Gesichtsausdruck und dann rammt die Person sich ein Messer (oder was auch immer gerade greifbar ist) in den Körper. Dazu ein stumpfer Klang und die Sache ist mehr oder weniger vorbei. Da ist man von Regisseur Darren Lynn Bousman, der ja unter anderem für „Repo – The Genetic Opera“ oder „Saw II bis IV“ verantwortlich zeichnet, zumindest in Punkto gut gemachter Grausamkeit mehr und weit besseres gewohnt (auch wenn mir persönlich die SAW-Filme ab dem dritten Teil zu sehr in Richtung unnötige Gewalt gedrillt waren).

Maggie Q („Stirb Langsam 4.0“ oder „Fantasy Island„) macht als Christine was sie kann, das ist in erster Linie verwirrt herumgucken, herumlaufen und Gras kotzen (ja, ihr lest richtig). Luke Hemsworth („Kill Me Three Times„) beweist wieder mal, warum er niemals in der gleichen Liga wie sein Bruder spielen wird und alle anderen sind halt dabei. Alex Essoe („ The Neighbor„) gibt die undurchsichtige, freundliche Landesfrau der Heldin und der Rest sind die Einwohner*innen der Insel und die sind wie gewohnt natürlich Teil des Problems, weil … was auch sonst.

Die Auflösung des Ganzen ist so vorhersehbar wie langweilig und auch wenn sich die Drehbuchautoren (Mehrzahl) Mühe geben, um das Thema „freier Wille“ anzugehen und die Intention gewesen zu sein scheint, Christines Wunsch nach Mutterschaft als „Twist“ in den Film zu einzubauen. Aber es geht gehörig schief. So erfahren wir während dem Film, dass Christine schon immer Mutter werden wollte, es aber nie geklappt hat und am Ende wird ihr gesagt, dass sie alles „aus freiem Willen“ gemacht hat und die Erklärung sollte wohl ein „Wow – aha“-Moment sein. Funktioniert nur nicht, weil wir zB den Wunsch nach Mutterschaft einmal (oder zwei Mal) am Rande gesagt bekommen, aber wir nie miterleben, dass Christinie irgendwelche Gedanken in diese Richtung hat. Das sagen ihr immer nur andere (zumindest kann ich mich an keine andere Szene erinnern – was ja auch was aussagt).

Fasst man alles zusammen, dann kann ich nur sagen: Starke Idee. Wirkt allerdings so, als hätten die Autoren diese eine Idee gehabt (Man sieht den eigenen Tod … der gestern Nacht passiert ist) und hatten zu wenig Handwerksfähigkeiten, um daraus ein spannendes, gutes, stringentes und stimmiges Drehbuch zu verfassen bzw. die eigentliche Story und den Twist irgendwie herauszuarbeiten. Hätte funktionieren können. Tut es aber nicht.

„Death Of Me“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, am besten auf der Insel bleibende und vergessen werdende, Punkte.


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