Assassin’s Creed Valhalla (Game-Review)

Eivor hat keinen guten Start. Seine Eltern werden ermordert, weil sie ihren Clan retten wollen. Was natürlich in dieser Form nicht gelingt und so muss Eivor einerseits mit der elterlichen Schande leben und wird andererseits in einem befreundeten Clan aufgenommen. Jahre später ergibt sich die Chance auf Rache, die auch genutzt wird, wodurch sich eine ganze Menge neuer Probleme auftun. Eines davon ist die Existenz eines geheimen Ordens, dem der Mörder von Eivors Eltern angehört zu haben scheint. Gemeinsam mit dem Halbbruder Sigurd geht die Reise aus diversen Gründen fort von den heimischen Gestaden Norwegens und führt nach England.

Der Plan: Eine neue Siedlung und ein neues Leben aufbauen. Allerdings hat Sigurd zwei neue Begleiter gefunden. Zwei Assassinen. Und diese haben scheinbar schlechten Einfluss auf ihn, denn mehr und mehr beginnt Sigurd nicht mehr die Interessen seines Clans in den Vordergrund zu stellen, sondern sich selbst, da er glaubt ein reinkarnierter Gott zu sein.

Und während Sigurd nach seiner Herkunft sucht und sich in ganz England herumtreibt, fällt es an Eivor, den Clan vereint zu halten und Allianzen in ganz England zu schmieden. Sei es mit befreundeten Wikinger-Clans oder mit einheimischen Engländern bzw. Saxen. Und nicht alle im Clan sind damit einverstanden, dass ein Emporkömmling, der ja nicht mal Stammesblut ist, sich nach und nach Ruhm und Ehre verdient und nebenbei auch noch Sigurd seine Führungsposition streitig macht …

Jeder, der diesen Blog hier verfolgt weiß es: Ich mag Assassin’s Creed einfach. Vielleicht springe ich auch nur gut auf die Ubisoft-Formel an, das kann auch sein, denn ich mag auch „Watch Dogs“ oder sogar Teile von „Far Cry„, auch wenn ich da die letzten beiden Ableger („Far Cry 5“ und „New Dawn“) ausgelassen habe. Jedenfalls war ich bei „Valhalla“, wie bei jedem neuen Teil von AC, ziemlich skeptisch ob das funktionieren kann. Und ja, das kann es, denn „AC Valhalla“ steckt voller kleiner, sinnvoller Verbesserungen.

Alles gut, also? Nein, durchaus nicht, denn obwohl ich jede Sekunde in Neu-England (und den anderen Gebieten) genossen habe, so gibt es doch einige Kritikpunkte, die man Valhalla vorhalten kann und auch muss.

Positiv: Die Atmosphäre ist der Hammer. England ist eine Wucht. Und Eivor (mein Eivor ist entgegen des offiziellen Kanons männlich, denn mir hat weder die Statur der weiblichen Version gefallen, noch ihre Synchronstimme) ist ein sympathischer Charakter. Soweit ein mordender und brandschatzender Wikinger halt sympathisch sein kann, denn Hand aufs Herz: Eivor ist ein Räuber, ein Mörder und er weiß das auch. Es macht ihm aber nichts, weil seine Götter das ja genauso haben wollen. Entgegen seinen Vorgänger*innen mordet er allerdings nicht aufgrund seines Gerechtigkeitssinns oder gegen Geld (Hallo, misthios!), sondern für seinen Clan und sein Volk. Dass er dabei völlig Unschuldige zu Hundertschaften umnietet, ist ihm egal. Hauptsache, seinem Clan geht es gut. Eine Einstellung, die ja heutzutage ganz viele (gewählte) Anführer sicher nachvollziehen können. Es wird meines Erachstens auch nicht versucht, das zu verharmlosen. Wir spielen hier nicht die Guten, nur weil die anderen noch böser sind. Nein, wir sind Teil einer plündernden Horde, welche in ein Land einfällt, das sich uneins ist und im Krieg mit sich selbst. Alle Seiten haben ihre Intentionen und stellen Führungsansprüche. Und auf der Strecke bleiben oft die Bürgerinnen und Bürger, die eigentlich nichts anderes wollen, als ihre Ruhe und doch bitte endlich Frieden. Ob sie jetzt von Norwegern, Dänen, Saxen oder Briten regiert werden, ist denen großteils wirklich völlig schnuppe. Trotzdem geraten sie zwischen die Fronten und ja, auch unter unsere Axt. Ich wiederhole: Auch wenn man sich Mühe gibt, die Protagonisten sympathisch und ihre Taten nachvollziehbar zu machen: Wir spielen Plünderer, deren Götter Blut und Tod bevorzugen. Punkt.

Positiv: England wird optisch von seiner besten Seite gezeigt. Egal ob Sonne, Sümpfe, Regen, Unwetter, Wälder, Wiesen, Highlands oder Schneelandschaften: Die Welt sieht einfach toll aus und die Panoramen, die Valhalla auf den Bildschirm zaubert sind großartig.

Positiv: Das Schiff ist weit weniger wichtig als zB in „Odyssey“ und man verbringt mehr Zeit an Land als auf dem (langweiligen) Wasser. Das ist gut, denn nur an Land findet man Ressourcen, versteckte (dieses Mal muss man jedes Mal erst den Weg zu ihnen finden) Schatzkisten oder Artefakte. Oder man muss Flüche brechen indem man Talismane zerstört. Oder kleine Mini-Events lösen, die immer kurze, nette, Geschichten erzählen (kurzer Einwurf: Alle negativen „World Events“, die ich in der Fachpresse finde, wie zB der Typ mit dem Kopf in der Axt oder das Pärchen, welches nur Sex haben kann, wenn sie denken, sie wären auf einem Raubzug, finden in den ersten 10 Stunden des Spiels statt. Das heißt: In den ersten 7% des Spiels. Wenn ihr also Journalist*innen über das Spiel lästern und diese Quests als Negativbeispiel nehmen dann wisst ihr, sie haben maximal reingeschnuppert) und sich innerhalb von ein paar Minuten lösen lassen. Find ich gut, gefällt mir. Ich fand es schon immer seltsam, wenn Truhen mit wertvollen Schätzen einfach so in der Gegend herumstehen. So ergibt das viel mehr Sinn.

Positiv: Die Storystränge: Wie alle neueren Assassin’s Creeds hat auch Valhalla mehrere Storylines, die parallel verlaufen und sich teilweise überschneiden. Die eine erzählt von Eivors Versuch für sich und die seinen eine neue Heimat aufzubauen. Die andere erzählt die Geschichte von Eivor und seinem Bruder im Geiste Sigurd, dessen Streit und ihrer möglichen oder unmöglichen Versöhnung. Der dritte Strang erzählt die Story von zwei Assassinen, den Göttern in Asgard, unter anderem konkret Havi, auch bekannt als Odin, und deren Bedeutung für die Isu und in Folge auch für Eivor und seinen Clan (kleiner Tipp, spielt die Missionen mit Sigurd immer erst als letzte, weil der Abschluss dieser Storyline viele andere zusammenführt und er den rundesten Abschluss aller Storystränge hat). Ich fand die Gesamtstory mit allen ihren Implikationen und Doppeldeutigkeiten (speziell die Symmetrie mit der Geschichte Odins und seiner Brüder) wirklich ziemlich cool und alles ist am Ende sinnvoll miteinander verwoben und ergänzt sich.

Positiv: Die einzelnen Geschichten in den einzelnen Shires. Sicher, es gibt nur eine bestimmte Anzahl an möglichen Kombinationen aus Verrat, Betrug, Intrigen und dem installieren von Strohpuppen als Herrschern, aber Valhalla nutzt sie alle. Die Geschichten sind rund, stimmig, gut erzählt und super inszeniert. Ein paar der Nebenfiguren tauchen immer wieder mal auf und im Regelfall wisst ihr dann sogar noch wer sie sind, weil sie teilweise wirklich coole und starke Momente haben, die im Kopf (und teilweise im Herz) hängenbleiben. Die durch das Setting bereits vorgegebene mystische und düstere Grundstimmung wird durch ein paar der „World Events“ aufgehellt, ein paar davon utnerstreichen die Düsternis und ein paar sind harmlos, aber nett (Beispiele? Ein Soldat, der seine Familie verloren hat, aber nicht weinen kann, wenn es ihm nicht jemand befiehlt. Zwei Brüder, die um den Anteil am Erbe streiten und das kann man schlichten, wie man mag. Oder alle töten. Ein Kind, welches auf die Rückkehr seines Vaters aus dem krieg wartet und der meinte, er würde zurückkommen, bevor das letzte Blatt vom Baum gefallen sei. Eine Frau, die von einem Waldgott schwanger wurde. Eine Hexe, die als Hexe verbrannt werden soll, weil sie eben eine Hexe ist und die falsche Person mit Hexerei geheilt hat. Und und und).

Positiv: Die Waffen und Rüstungen: Es gibt nur eine bestimmte, begrenzte Anzahl an Ausrüstungsgegenständen und Sets anstatt der Dauerflut der Vorgänger. Das macht die Sache einfacher und übersichtlicher.

Positiv: Kurz nochmals zu den Schatzkisten: Manche beschweren sich, dass man jetzt „arbeiten“ muss, um diese Sammelstücke zu bekommen und ich kann das nachvollziehen. Früher ist man von A nach Punkt B geritten (oder gelaufen oder gesegelt) und hat einen Gegenstand aufgehoben und fertig. Jetzt kommt man an einen Ort, weiß ungefähr, wo das Ding ist (Schatztruhe, Artefakt, usw) und muss überlegen, wie man hinkommt. Und man kommt überallhin, vorausgesetzt man löst die kleinen Umgebungsrätsel (es kann sein, dass man durch das Dach reinkommt, oder von einem Baum aus durch ein Fenster den Riegel an der Tür zerschießen muss, usw). Dazu kommen Steinkreise mit Symbolen, die man perspektivisch korrekt ansehen muss oder man landet in einem verfluchten Gebiet und muss den verfluchten Talisman zerstören. Oder man findet Pilze, muss kurze Rätsel oder Kämpfe erledigen und bekommt dann eine philosphische Erkenntnis von Eivor präsentiert. Auch kann man drei Hexen (die verdammt stark sind) töten und fünf Drengir helfen, ihren Platz in Valhalla einzunehmen. Da gibt es viel zu tun und fast alles davon macht richtig Laune. Zu der einen Sache, die ich fast körperlich gehasst habe, komme ich später.

Positiv: Auch toll fand ich, die erneuten Mitglieder des „bösen Ordens“, der dieses Mal „Order Of The Ancients“ heißt und weniger Mitglieder hat als noch im Vorteil. Außerdem gibt es in England herumreitende besonders starke Gegner, die euch das Leben zur Hölle machen, bei denen es jedoch eine echte Genugtuung ist (gerade am Anfang), wenn man sie endlich besiegt. Und die kurzen „Erkenntnis-Momente“, wenn ihr eine wichtige Person um die Ecke gebracht habt, sind auch wieder da. Die hatte ich in „Odyssey“ stark vermisst. Die Auflösung dieser Storyline fand ich übrigens auch ziemlich super, weil in seiner Einfachheit und Entspanntheit unerwartet.

Positiv: Außerdem sind in der Gegenwartsstory Shaun und Rebecca wieder mit dabei und die sind einfach immer ein Highlight. Gerade für Fans der ersten Stunde, wie mich, war das wirklich ein unerwartetes und richtig großartiges Wiedersehen. Außerdem gibt es noch einen Überraschungsgast (der nie per se genannt wird) und einen Storykniff, der mich tatsächlich neugierig macht, was da jetzt in der Gegenwartsstory kommen wird.

Positiv: Auch gefallen haben mir die Spezialfähigkeiten, die neuen Power-Levels und die „Beasts of Legend“-Zwischenbosse (alle optional). Das hat schon Spaß gemacht, die alle zu erledigen, vor allem, weil sie wirklich fordernd waren.

Negativ: Was mir nicht so gut gefallen hat, war, dass Ubisoft nicht auf die Kritik der Fans gehört hat. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber als ich sagte, dass „Odyssey“ zu groß ist, meinte ich nicht die Karte, sondern die Zeit, die man investieren muss, um die Karte vollständig aufzudecken und alles zu erledigen, was es zu erledigen gibt. Anders gesagt: Das Spiel war viel zu lang. Nun, Valhalla ist kleiner von der Karte her, aber viel, viel länger. Ich habe für das Grundspiel ohne DLCs so lange gebraucht, wie für „Odyssey“ mit allen DLCs (sprich: sechs Episoden) zusammen. Ich bin ja auch ein Fan von „Value for money“, aber das ist einfach viel zu lang. Viel. Zu. Lang.
(Anmerkung: Viele meinen, es würde keine Side-Quests und kein Grinding mehr geben. Totaler Schwachsinn. Ubisoft hat euch nur ausgetrickst: Sie haben einfach alle Nebenquestes in Hauptquests umgetauft, was bedeutet, ihr habt keine andere Wahl und ihr „grindet“ automatisch. Mir war es egal, weil ich ohnehin bei „Assassin’s Creed“ alles an Missionen und Co mitnehme was geht. Aber alle, die sich dachten „Yeah, keine langen Nebenquest-Ketten“ mehr. Doch. Die gibt es noch. Sie heißen jetzt nur anders. Ich würde sagen: Hut ab, Ubisoft, gut gekontert, das muss man euch lassen).

Negativ: Die idiotischen „Cairns“. Das sind kleine Türme aus Steinen, die man baut, wenn man wundervolle Panoramen sieht und sie damit quasi würdigt. Also „Landart“ wie man heutzutage sagen würde. Die Dinger haben mir teilweise echt den letzten Nerv geraubt. Die sind mühsam, richtig, richtig zäh und es macht einfach nach einer Weile schlichtweg keinen Spaß mehr. Die hätte man sich komplett sparen (oder leichter machen) können. Anfangs kinderleicht und am Ende einfach mühsame Arbeit. Echt jetzt.

Negativ: Die „Blood Eagle“-Szene. Es ist selten, dass mir eine Szene dermaßen gegen den Strich geht wie diese Szene. Mir ist schon klar, dass Valhalla an sich kein Spiel ist, welches mit Blut und Gewalt geizt, aber diese Szene … das war schon drüber. Man sieht zwar nicht, was passiert, aber der Charakter, der es durchführt beschreibt es und gleichzeitg hört man sein Opfer. Das war einfach … widerlich. Natürlich hatte es den Sinn, den Charakter, der dieses Ritual durchführt unsympathisch zu machen, aber ganz ehrlich – das war auch davor schon. Mir ist allein vom Zuhören schlecht geworden. Das kann ja wohl nicht Sinn der Sache sein und hätte ich nicht gebraucht.

Negativ: Falls ich das noch nicht erwähnt habe. Die Cairns, das sind Türme, die man aus Steinen baut, wenn man ein schönes Panorama sieht und damit die Natur würdigt. Also „Landart“. Und gerade die späteren sind eine Sache, die man sich zu 100% hätte sparen können. Mühsam, sonst nichts.

Negativ: Die düstere Grundstimmung. Man kann dem Setting die Schuld geben, aber 150 Stunden lang Gewalt und Düsternis und Blut und Verderben und Verrat und Verlust und Intrigen, da muss zwischendurch mal was Positives kommen. Und das kommt auch, aber leider viel zu selten. Klar, auch im direkten Vorgänger passieren viele schlimme Dinge und tragische Schicksale geben sich quasi die Hand (wir reden hier immer noch von Griechenland, so von wegen „Tragödien“ und so). Trotzdem ist es so, dass diese Dinge im hellen, bunten, sonnenüberstrahlten und freundlichen Griechenland passieren. Während die gleichen Dinge in „Valhalla“ im düsteren, nebelverhangenen, grünhügeligen, felsigen und düsteren England passieren. Glaubt mir, das Setting macht schon einen großen Unterschied in der Stimmung, die das in einem auslöst.

Negativ: Der Start des Spiels in Norwegen. Von der technischen Seite betrachtet finde ich es spannend, dass der Einstiegs des Spiels einerseits extrem mühsam war, weil die Laufwege im Schnee einfach ewig dauern und es noch dazu zu vielen Rucklern kam. Damit ein Spiel zu beginnen(!) ist irgendwie seltsam. Vielleicht wurde mit den ersten Patches was behoben, das kann ich nicht sagen, aber als ich dann in England angekommen war, da lief plötzlich alles runder. Eivor kletterte meiner Ansicht nach schneller. Es ruckelte nichts mehr und das Spiel lief auf meiner (normalen) PS4 flüssig. Aber der Einstieg … das war eine ziemlich Ruckel-Partie. Sogar die Videosequenzen haben ein wenig geruckelt. Finde ich immer noch schräg. Wer „Valhalla“ also genießen will, der/die muss ich durch die ersten Stunden durchbeißen, danach geht es dann (drastisch) bergauf.

Negativ: Die nicht durchdachte Siedlung inklusive der Wortmeldungen der Siedlungsbewohner*innen und der Händler*innen: Die Siedlung aufzubauen ist eine sehr gute Idee und es ankert Eivor und gibt seinen Taten einen Sinn. Was keinen Sinn ergibt, ist, dass es bis auf vier oder fünf Charaktere niemand gibt, den man sich merkt, weil die Figuren großteils auf ihre Funktion reduziert werden. Da sind (von den für die Story relevanten Ausnahmen) keine Persönlichkeiten dabei. Dazu kommt, dass die Menüführung mühsam ist. Warum muss ich drei Mal eine Antwortmöglichkeit in einem Geschäft auswählen, bis ich endlich einkaufen kann? Warum muss ich mich zwei Mal verabschieden, bis das Menü geschlossen ist? Warum erklärt mir der Fischerjunge, ich hätte einen Riesenfisch gefangen, obwohl ich mich nur durch das Menü klicke und nicht mal einen Fisch im Inventar habe? Da gibt es viele kleine Baustellen, die meiner Ansicht nach einfach schlampig umgesetzt wurden. Das gilt für ein paar Stellen des Spiels, aber die Siedlung und die Shops sind eben die auffälligsten, weil man dort einfach am meisten Zeit verbringt.

Negativ: Die Cairns. Das sind Türme, die man … Habe ich die Cairns schon erwähnt? Die nerven.

Alles in allem, was bleibt übrig? Ich dachte eine ganze Weile, dass „Valhalla“ das beste „Assassin’s Creed“ seit dem Schwenk in Richtung Rollenspiel ist. Dann habe ich, als ich die Screenshots für diese Review hier von meiner Playstation kopiert habe, die alten Screenshots von „Odyssey“ gefunden und sofort gemerkt, wie meine Emotion hochging. Mein erster Impuls war es, „Odyssey“ nochmals zu installieren und die Reise mit Kassandra (die sarkastische Kassandra ist einfach großartig) nochmals anzufangen. 100 Stunden hin oder her. Gerne auch noch öfter. Diesen Impuls habe ich bei „Valhalla“ nicht. Rein objektiv sind viele Details in „Valhalla“ besser als im Vorgänger, keine Frage. Angefangen von den World-Events, über die Erzähl-Struktur der Story, dem Verweben der Geschichten bis hin zum durchdachten Kampfsystem und den Belagerungen/Erstürmen diverser gegnerischer Lager (die viel besser und passender in der Geschichte verankert sind als die Massenschlachten zwischen Sparta und Athen). Alles ist zumindest ein kleines bisschen besser gemacht, aber … bevor ich wieder nach England gehe, gehe ich nach Griechenland, denn „Odyssey“ hat mir in Summe einfach mehr Spaß gemacht.

Ich finde imemr noch, dass „Valhalla“ ein ziemlich tolles Spiel ist und wie gesagt: Jedes Detail aus dem Vorgänger wurde verbessert oder optimiert. Trotzdem merkt man dem finalen Produkt an, dass manche Sachen einfach zu rasch gemacht, zu wenig genau gemacht oder einfach schlampig gemacht wurden. Da wurde viel Potential in den Wind geschossen. Schade drum.

Und weil ich es oftmals wo lese: Nein, ich hatte weder Game-Stopper-Bugs noch irgendwelche anderen relevanten Bugs, von den üblichen Kleinigkeiten bei so einem umfangreichen Spiel wie zu spät auftauchenden Bäumen in der Ferne oder ein Schwert, welches einen Meter über der Hand in der Luft schwebte, mal abgesehen. Das kam aber so selten vor, das kann ich an meinen Fingern abzählen. Und wir sprechen hier immerhin von einem Spiel, in welches ich bis dato (ohne DLCs) 150 Stunden investiert habe. Also mal ganz ehrlich: Wie schlecht kann es sein, wenn ein Mensch wie ich 150 Stunden investiert? Ich bin einem Alter und einem Lebensabschnitt, in dem ich meine freien Stunden pro Tag an einer Hand abzählen kann und ich brauche nicht mal die Hälfte der Finger. Das sagt doch schon was aus, oder?

„Assassin’s Creed Valhalla“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, grundsolide, spaßmachende, aber leider seine Führungsposition in Valhalla nicht einnehmende, Punkte.


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