Ready Player One (Filmkritik)

Wir schreiben das Jahr 2045. Das Leben vieler Menschen spielt sich inzwischen zu einem großen Teil in dem Online-Programm OASIS ab. Sie entfliehen so zum Teil ihrem recht trostlosen Alltag. Als der Schöpfer der OASIS James Halliday (Mark Rylance) stirbt, hinterlässt dieser eine Botschaft. Wer eine wahre Schnitzeljagd meistert soll nicht nur Befehlsgewalt über die OASIS haben, sondern auch immens viel Geld erben. Unter den Schatzjägern sind der 18-jährige Wade Watts (Tye Sheridan), Ar3emis (Olivia Cooke) und Aech (Lena Waithe). Doch der Konzernchef Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn), will sich die OASIS unbedingt selbst unter den Nagel reißen und schreckt dabei vor nichts zurück…

Wenige Erwartungen an einen Film zu haben, kann sich schon einmal bezahlt machen, wie im Fall von „Ready Player One“. Denn siehe da, ich wurde positiv überrascht, wer hätte das gedacht.

Steven Spielberg (The BFG) ist nicht unbedingt der erste Regisseur, der mir für die Realisierung eines Nerd-Universums einfallen würde. Und ich finde man erkennt ein Stück weit, dass Spielberg hier eben kein Fan aller Dinge ist, die er hier lässig zu teasern versucht und das er Dinge zeigt, nur um sie zu zeigen. Es fehlt das Herzblut und ein gewisser Funke um echt zu wirken. Technisch gibt es hier nichts zu bemängeln.

Die Welt die Spielberg zeigt, ist faszinierend und wirkt durchaus organisch, sowohl in der Oasis als auch außerhalb. Interessant finde ich die Entscheidung, die Welt in der Oasis klar erkennbar und von der realen Welt unterscheidbar zu machen. Sie ist einfach zu perfekt, so flattert zB Parzivals Haar gerade anfangs ständig in Zeitlupe vor sich hin bis Art3mis das behebt. In dieser Welt wimmelt es nur von den verschiedensten Avataren, denn dort kann jeder sein was er/sie möchte. Sei es ein „Iron Giant“, ein Soldat aus Halo, ein Samurai oder ein gut 2 Meter großer Mechaniker, der statt einer Taille ein Metallgerüst hat.

Wirklich atemberaubend und spannend ist das Autorennen am Anfang. Hier kann Spielberg seine Expertise ausspielen und vor allem in 3D kommt das Spektakel so richtig zur Geltung. Wenn der T-Rex über die Straßen stampft oder King Kong alles zerstört was ihm in die Quere kommt – da bleibt einem doch glatt die Spucke weg. Als Wade seine „Abkürzung“ nimmt sieht es ebenso beeindruckend aus.

Tye Sheridan (X-Men: Apocalypse) als Wade/Parzival ist sehr sympathisch, wenngleich ich mir schon ein paarmal aufs Hirn greifen musste, wenn der 18 (!)-jährige mit viel Pathos große Reden schwingt, als ob er auf einem Elite-College studiert hätte und nicht in einem Armen-Viertel aufgewachsen wäre.

Man versteht, warum gerade dieser Teil der Bevölkerung die Oasis in Anspruch nimmt, um ihren öden Alltag zu entfliehen. Doch dadurch werden Leben vernachlässigt und man kümmert sich mehr um Schein als Sein.

Olivia Cooke (The Limehouse Golem) spielt Samantha Cook/Art3mis. Art3mis ist die sarkastische Stimme des Films war mir daher sofort sympathisch. Ben Mendelsohn (Rogue One: A Star Wars Story) als Bösewicht ist mit seiner Performance meines Erachtens nach über das Ziel hinaus geschossen. Er wirkt fast wie eine Karikatur und nicht ein ernst zu nehmender Antagonist.

Beim Soundtrack hat man sich bei vielen anderen Filmen bedient und so kommen diverse bekannte Theme-Songs vor, aber auch Oldies wie etwa „Jump“ von Van Halen.

Die Handlung war über weite Teile vorhersehbar. Stellenweise waren Anspielungen auf berühmtes Film- Spiel- und Fernsehmaterial aber auch sehr erfolgreich, denn die Szene mit Chucky war eines meiner absoluten Highlights.

Fazit: Optisch ist „Ready Player One“ auf jeden Fall top. Hätte ein wahrer Nerd/Geek hier Regie geführt, wäre der Film wahrscheinlich um einiges besser geworden, denn so wirkt der Film halt eher routiniert gemacht, was per se natürlich nicht falsch ist.

Dieser Film bekommt von mir 7,5/10 spielbaren Punkten.


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