BFG – Big Friendly Giant (Filmkritik)

Waisenkind Sophie (Ruby Barnhill) wird von einem Riesen in das Reich der Riesen verschleppt. Sophie ist zum Glück in der Obhut des Big Friendly Giant, der sie nicht fressen will, ganz im Gegensatz zu seinen Artgenossen. Diese sind größer als BFG und ihre Leibspeise sind Menschen. BFG gibt sein Bestes um Sophie zurück in ihre Welt zu bringen und sie so vor seinen Artgenossen zu retten…

Steven Spielberg (Bridge of Spies) ist ja normalerweise ein Garant für gute und vor allem erfolgreiche Kino-Filme. Doch hier fiel er ordentlich auf die Nase. Bei einem beachtlichen Budget von 140 Millionen Dollar, spielte der Film nur 178 Millionen ein und war so eine finanzielle Enttäuschung für Disney, die 2016 mit „Pete’s Dragon“ ebenfalls einen wenig erfolgreichen Film mit einem animierten Helden an den Start schickten.

Der Film basiert auf einem gleichnamigen Kinder-Buch des Autors Roald Dahl, der für sein Werk zahlreiche Preise gewann. Ich hatte so einige Probleme mit diesem Film, vor allem weil er für einen Kinderfilm stellenweise nicht kindgerecht ist, wobei das laut meinen Recherchen auf das Ursprungsmaterial zurück zu führen ist.

Ich kann hier eine FSK von ab Null Jahren nicht verstehen. Ich würde kein Kind unter 10 Jahren diesen Film sehen lassen, wobei ich sowieso der Meinung bin, dass er nur begrenzt sehenswert ist. Wer gibt einem Film, der ziemlich eindeutig sagt, dass Kinder entführt und gegessen werden eine solche Altersfreigabe? Außerdem hat etwa ein Headbutt in die Kronjuwelen eines Riesen einfach nur peinlich und deplatziert gewirkt.

Die Qualität der Animation des Films kann ich nur als durchwachsen bezeichnen. Bei so einem Budget sollte es eindeutig ein besseres Endresultat geben. Für einen Film, der ein reales Grundsetting hat (London ca 1970) sieht von allem BFG nicht gut genug aus und zerstört so die Illusion. Vor allem weil etwa der Riese Fleshlumpeater neben ihm so realistisch aussieht.

BFG sieht viel zu sehr nach einem Cartoon aus und seine Ohren, die sich ständig bewegen, lenkten mich öfters von der Handlung ab. Besser wäre es gewesen, Schauspieler Marc Ryland (Anonymous) mit Make Up zu versehen und vor Green Screen zu filmen, um je nach Perspektive die Leute zu schrumpfen oder riesig erscheinen zu lassen.

Die britische Newcomerin Ruby Barnhill macht einen guten Job, wenngleich mir Sophie stellenweise auch mal ordentlich auf die Nerven ging. Wie ein Waisenkind es schafft, zu reden, als ob sie einen Universitätsabschluss hätte, geht mir allerdings nicht wirklich ein.

Der Traum-Baum, mit den von den Blättern tropfenden Träumen und das Haus von BFG sind ein echtes Highlight, vor allem die vielen zweckentfremdeten Sachen die er so selbstverständlich in seinem Haus verwendet sind sehr kreativ. Mülleimer als Salz- und Pfefferstreuer, eine Telefonzelle als Glas und ein Piratenschiff als Bett sind hier die Highlights.

Das Ende ist meiner Meinung nach ziemlich makaber. SPOILER Sie setzen die menschenfressenden Riesen auf einer winzigen Insel aus, wo sie Gemüse anbauen müssen um etwas zu Essen zu bekommen. Erstens würden sie höchstwahrscheinlich verhungern bevor das erste Pflänzchen wächst, zweitens kommt wohl keiner auf die Idee, dass die Riesen mit der passenden Motivation auch ihre Scheu vor Wasser verlieren könnten um einfach davon zu schwimmen. SPOILER ENDE

Fazit: Leider finde ich den Film für Kinder nur bedingt sehenswert, was bei einem Kinderfilm natürlich suboptimal ist.

Dieser Film bekommt von mir 5,5/10 riesengroße Punkte.


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