Baby Driver (Filmkritik)

Baby (Ansel Elgort) ist einer der besten Fluchtfahrer und arbeitet für Doc (Kevin Spacey), weil er ihm Geld schuldet. Doch Baby will aussteigen und zum Glück hat er seine Schulden fast abbezahlt. Er lernt in einem Diner die Kellnerin Debora (Lily James) kennen und die beiden verlieben sich. Leider muss Baby feststellen, dass aussteigen in seiner Branche nicht wirklich einfach ist.

Eigentlich hätte Edgar Wright bei „Ant-Man“ Regie führen sollen, doch der Film verzögerte sich und irgendwann stieg er aus dem Projekt aus. Im Jahr 2014 wurde dann „Baby Driver“ angekündigt, ein Film bei dem er erneut das Drehbuch schreiben und Regie führen sollte. Nun sind mit einem Edgar-Wright-Film mittlerweile hohe Erwartungen verbunden.

Das hat auch einen guten Grund, immerhin hat der gute Herr noch nie einen schlechten Film gemacht. Auf der einen Seite arbeiten seine Werke perfekt das jeweilige Genre auf. Auf der anderen gibt es in seinen Filmen Elemente, die sehr deutlich machen, wer Regie geführt hat. Das Ergebnis kann, auch hier, überzeugen und das auf ganzer Linie.

Dass jemand Musik zum zentralen Bestandteil seines Filmes macht (wie z.B. „Guardians of the Galaxy) ist nichts neues und dennoch ist der Zugang an dieser Stelle ein anderer. Bereits bei der ersten Verfolgungsjagd wird klar, dass die Musik der bestimmende Bestandteil des Films ist, nachdem sich alles andere ein Stück weit zu richten scheint.

Jeder Schritt, jede sich schließende Tür und jede Bewegung des Scheibenwischers ist perfekt auf den aktuell spielenden Song abgestimmt. Gerade Actionsequenzen fühlen sich an, als würden sie von der Musik getragen. Diese Herangehensweise ist eine besondere Form der Kunst. Während man etwas ähnliches vielleicht schon einmal in einem Trailer gesehen hat, zieht Wright dieses Prinzip dann auch konsequent während des gesamten Filmes durch.

Was die Action betrifft, wurde bei diesem Film konsequent auf den Einsatz von Green-Screens verzichtet. Auch wenn diese Entscheidung das Leben aller Beteiligten deutlich komplizierter gemacht haben dürfte, hat sie sich bezahlt gemacht. Jede einzelne Szene wirkt hundertprozentig echt und authentisch, was das gezeigte realistisch erscheinen lässt.

Aber auch Szenen, in denen es um die jeweiligen Charaktere geht, sind perfekt inszeniert. In solchen Momente lässt Wright die Kamera gerne um das Gezeigte quasi herumtanzen. Trotz dieser gelungenen optischen Spielereien fängt die Kamera immer das ein was wichtig ist. Dabei ist auch immer eine gewisse Übersicht gegeben, damit der Zuschauer in jedem Moment weiß was gerade läuft.

Was die Schauspieler betrifft hat man es sehr gut getroffen. Ansel Elgort (Divergent) als Baby deckt jeden Aspekt seiner Rolle mit einer gewissen Leichtigkeit ab. Von der Coolness bei der Arbeit, dem freundschaftlichen Verhältnis zu seinem Ziehvater bis hin zur Unsicherheit, wenn es um Debora geht, scheint es so, als ob man ihm diese Rolle auf den Leib geschrieben hätte.

Lily James (Cinderella) als Debora besticht durch eine interessante Liebenswürdigkeit. Die Chemie zwischen ihr und Elgort ist unglaublich gut und man glaubt den beiden als Zuschauer, dass sie sich gefunden haben. Kevin Spacey (Sieben) als Doc spielt hier eine Variation seiner Standardrolle, was an dieser Stelle jedoch passt.

Jamie Foxx (Django Unchained) gibt sich gekonnt irre, während Jon Hamm (Keeping Up with the Joneses) und Eiza González (From Dusk Till Dawn) hier quasi als Bonnie und Clyde unterwegs sind. Eindruck hinterlassen, auch wenn er nur kurz mit damit ist, kann Jon Bernthal (The Accountant).

Alles in allem ist „Baby Driver“ ein Film in dem sich scheinbar alles um die Musik dreht – zum Glück hat Edgar Wright einen ausgesprochen guten Geschmack was das betrifft. Die Geschichte ist gut, die Schauspieler perfekt gecastet und Wrights Inszenierung wie immer Kunst auf hohem Niveau.

Der Film „Baby Driver“ bekommt 9/10 allen anderen davonfahrende Empfehlungspunkte.


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