The Boss Baby (Filmkritik)

Das Leben wie es der siebenjährige Tim (OV: Miles Christopher Bakshi) bisher kannte ist vorbei, denn seine Eltern (Jimmy Kimmel und Lisa Kudrow) kommen eines Tages mit seinem neuen kleinen Bruder nach Hause. Das Baby (Alec Baldwin) steht von nun an im Mittelpunkt der Familie. Doch mit ihm ist etwas faul, denn ein sprechendes und Anzug tragendes Baby ist einfach seltsam. Seine Eltern kriegen davon nichts mit und so ist es an Tim sich seinem kleinen Bruder in den Weg zu stellen….

Nachdem ich als Einzige in meinem Bekanntenkreis den Trailer zu diesem Film ansatzweise lustig fand, sah ich „The Boss Baby“ gezwungenermaßen alleine. Ich muss zugeben, der Film riss mich nicht vom Hocker, ermöglichte es aber, dass ich über 90 Minuten mein Gehirn abschalten konnte und über Witze lachte, für die ich mindestens 25 Jahre zu alt bin (daran war eventuell auch mein großes Glas Wein schuld).

Der Film basiert sehr lose auf einem gleichnamigen Kinderbuch der Autorin Marla Frazee. Im Buch verarbeitete die Autorin die Gefühle ihres damals 15-jährigen Sohns der neuen Katze gegenüber, die das Leben der Familie Frazee auf den Kopf stellte und so kurzfristig zum Boss der Familie wurde.

„The Boss Baby“ könnte glatt ein Cross-Over mit „Storks“ erhalten, denn immerhin handeln beide vom Thema „wo kommen Babys her“. Die einen sagen sie kommen aus der Fabrik und kommen mit dem Taxi, bei den anderen kommen sie ebenfalls aus der Fabrik und erreichen per Storch ihr Ziel.

Nachdem Regisseur Tom McGrath im Hause Dreamworks schon höchst erfolgreich bei der „Madagascar“-Trilogie Regie führte und teilweise auch die Drehbücher schrieb, verfilmt er hier das Drehbuch von Michael McCullers.

Optisch wirkt „The Boss Baby“ sehr routiniert gemacht, veranlasst mich aber zu keinen Begeisterungssprüngen. Dafür, den Film in 3D zu sehen, sehe ich nicht wirklich einen Grund, da der Film meiner Ansicht nach nicht wirklich davon profitieren könnte.

Der Star des Films ist ganz klar das im Original von Alec Baldwin (Mission: Impossible – Rogue Nation) gesprochene Boss Baby. Mit allerhand kindgerechten Schmähs bringt der Knirps im Anzug das Publikum zum Schmunzeln oder gar zum Lachen.

Sehr amüsant sind für mich die Szenen in denen das Baby in seinen „Naturzustand“ zurück verfällt und plötzlich Münzen schluckt oder fasziniert vor einem riesen Katzen-Roboter sitzt. Der Unterschied wird hier unter anderem durch die Augen des Babys transportiert, zusätzlich zum plötzlich altersgerechten Verhalten.

Weniger gut finde ich die Szenen in der Baby-Fabrik und die Erklärung, warum das Baby in der Familie ist. Hündchen, die für immer Welpen bleiben? Selbst für einen Kinderfilm wirkt die Erklärung erzwungen. Schon klar, sie brauchen einen Grund für die Anwesenheit des Babys, aber Hündchen? Und mir ist klar, dass ich hier einen Kinderfilm zerpflücke, aber selbst als Erwachsene nehme ich mir heraus, diesen Handlungsstrang selten dämlich zu finden.

Sehr gut eignet sich der Film für werdende Eltern, die den Film einem zukünftigen älteren Geschwisterchen zeigen können, denn die Moral von der Geschicht ist ziemlich herzerwärmend. Für die Großen beinhaltet der Film allerhand Anspielungen auf bekannte Filme und Figuren. So ist Gandalf (The Lord of the Rings) ein Wecker und unter anderem findet sich eine Fluchtszene à la „Indiana Jones“ in „The Boss Baby“.

Fazit: Kann man sehen, muss man nicht – vor allem als Erwachsener.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 Punkte.


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