Bridget Jones‘ Baby (Filmkritik)

Wieder einmal feiert Bridget Jones (Renée Zellweger) ihren Geburtstag alleine, denn ihre Beziehung mit Mark Darcy (Colin Firth) ist längst in die Brüche gegangen. Seither konzentriert sich Bridget Jones auf ihre Karriere als Produzentin und versucht ihr Singleleben zu genießen – unter anderem bei einem Musik-Festival. Dort lernt sie Jack Qwant (Patrick Dempsey) kennen, sprich die beiden haben einen One-Night-Stand. Nur eine Woche später lässt sich Bridget spontan auf eine Nacht mit ihrem Ex Mark ein. Alles halb so schlimm, doch nun ist Bridget schwanger und hat keine Ahnung wer der Vater ist…

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Als 2004 „Bridget Jones – The Edge of Reason“ ins Kino kam, war wohl mein aller-, allerletzter Gedanke, dass hier ein weiterer Teil super wäre. Dementsprechend war ich doch überrascht, dass irgendjemand es für nötig befand, Bridget Jones einen weiteren Film zu widmen. Also ging ich mit den allerniedrigsten Erwartungen ins Kino und siehe da, man kanns kaum glauben, ich wurde positiv überrascht.

Nach einem betrunkenen One-Night-Stand mit einem Unbekannten und einer Nacht mit ihrem Ex ist Bridget schwanger! Man blieb hier dem Charakter treu und lässt Bridget von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern. Die Gags funktionieren nicht immer (Trefferquote von 65:35) und ziehen sich oft unnötig in die Länge – ein Phänomen, dass ich in letzter Zeit viel zu häufig beobachte. Besonders unkomisch blieb mir hier eine Szene in Erinnerung, in der aus Versehen der Chauffeur eines hochrangigen Offiziers statt eben jenem interviewt wird, aber auch das Interview von Jack tat bei zusehen fast weh.

Bridget Jones wird wieder von Renée Zellweger gespielt, wenngleich man die Schauspielerin auch austauschen hätte können, da Zellweger nach einigen OP’s mehr wie eine entfernte Verwandte von Bridget aussieht. Dennoch ist sie die perfekte Bridget und knüpft nach mehr als 10 Jahren nahtlos an ihre ersten beiden Performances als der titelgebende Charakter an. Bridget, die Personifizierung des „dummen Blondchens“, hat inzwischen einen erfolgreichen Job als Fernsehproduzentin, in ihrem Privatleben aber hat sie weniger Glück. So ist sie Single und sofort verfluchte ich sie dafür, den für sie perfekten Marc Darcy vergrault zu haben, nur um später zu erfahren, dass die Schuldfrage nicht ganz so leicht geklärt werden kann.

Doch natürlich hat Marc Darcy, gespielt von Colin Firth (Kingsman: The Secret Service), eine integrale Rolle und das nicht nur als potentieller Baby-Daddy, sondern als Bridgets Liebe ihres Lebens. Kaum ein anderer als Firth könnte einen so steifen Charakter so liebenswert erscheinen lassen und es ist lustig zu sehen, wie Darcy aus der Reserve gelockt wird, unter anderem dadurch, dass Jack in einem Geburtsvorbereitungskurs vorgibt, ein schwules Pärchen mit einer Leihmutter zu sein.

Patrick Dempseys (Transformers: Dark of the Moon) Jack Qwant finde ich ziemlich blass und unausgegoren. Nie fragt man sich ernsthaft, ob Bridget sich tatsächlich für ihn entscheiden wird, da die Zeichen immer klar in die andere Richtung deuten.

Der heimliche Star für mich ist Emma Thompson (Burnt) als sarkastisch, scharfzüngige Frauenärztin von Bridget, die sich wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt. Die Schauspielerin war übrigens auch für einen großen Teil des Drehbuchs verantwortlich, denn sie generalsanierte dieses.

Ebenfalls wieder mit von der Partie waren Bridgets Eltern, gespielt von Jim Broadbent (Legend of Tarzan) und Gemma Jones (Harry Potter and the Deathly Hallows). Ein guter Schmäh am Rande ist die politische Karriere von Bridgets Mutter und wie sie ihre Wahlstrategie wegen der außerehelichen Schwangerschaft ihrer Tochter verändert.

Fazit: Ich wurde positiv überrascht und 2 Stunden lang gut unterhalten. Der Film hat seine Längen und nicht wirklich komischen Momente, ist aber um einiges besser als der zweite Teil der Film-Reihe!

Dieser Film bekommt von mir 7/10 froh erwartende Punkte


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