Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück – Bridget Jones’s Diary (Filmkritik)

Gestatten. Mein Name ist Bridget Jones (Renée Zellweger) und ich bin Single. Aber mit mehr als 30 Lenzen hat sie vom Single-Dasein genug, doch natürlich ist das alles viel leichter gesagt als getan. Als ihre Mutter (Gemma Jones) versucht, Bridget mit dem Anwalt Mark Darcy (Colin Firth) zu verkuppeln, ist sie von dem scheinbaren Langeweiler keineswegs begeistert. Stattdessen verguckt sie sich in ihren Chef, den Bad Boy Daniel Cleaver (Hugh Grant)…

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Lange, lange ist es her (im Jahr 2001), dass ich diesen Film im Kino gesehen habe. Nachdem in absehbarer Zeit der dritte Teil mit Renée Zellweger in der Hauptrolle in die heimischen Kinos kommt, habe ich aus gegebenem Anlass beschlossen, mir diesen quasi Klassiker stilecht begleitet von jeder Menge Süßigkeiten rein zu ziehen.

„Bridget Jones’s Diary“ basiert auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Helen Fielding, der sich weltweit über 2 Millionen Mal verkaufte und dadurch zu einem wahren Bestseller wurde. Laut der Autorin, ist ihr Buch eine Neuinterpretation des Klassikers „Stolz & Vorurteil“, wenngleich ich hier nur sehr vage Parallelen entdecken kann. Der Film zum Buch wurde ein voller Erfolg und spielte bei einem eher bescheidenen Budget von 25 Millionen fast 282 Millionen Dollar ein. Da war ein zweiter Teil gleich vorprogrammiert, wenngleich dieser qualitativ nicht an seinen Vorgänger heran reichen konnte und auch ein geringeres Einspielergebnis hatte.

Was macht Bridget als Charakter eigentlich so sympathisch? Fangen wir mal damit, an, dass sie einfach nicht perfekt ist, was es einfach macht, sie ins Herz zu schließen. Sie ist eine wahre Chaos-Queen, stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste, trägt Oma-Unterwäsche wenn grad keiner da ist der sie auszieht, hat eine Schwäche für Bad Boys und um Mark zu zitieren: Sie ist eine verbal inkontinente ewige Junggesellin, raucht wie ein Schlot, säuft wie ein Loch und zieht sich an wie ihre eigene Mutter.

Renée Zellweger legte sich für diese Rolle ordentlich ins Zeug. Die ewig extrem schlanke Schauspielerin nahm für ihre Rolle 20 Kilo zu und legte sich nebenbei noch einen authentisch wirkenden britischen Akzent zu. In letzter Zeit erregte sie nach 6 Jahren Leinwand-Pause ja durch ihr stark verändertes (sprich schönheitschirurgisch optimiertes) Äußeres mehr Aufsehen, als durch ihre schauspielerische Arbeit. Neben „Jerry Maguire“ ist die Rolle der Bridget Jones die erste, die ich mit Zellweger in Verbindung bringe. Ein Kompliment, denn selten personifiziert jemand eine Rolle so sehr wie Zellweger diese.

Colin Firth als Mark Darcy (hab gerade erkannt, dass er sich mit Mr Darcy aus „Stolz & Vorurteil“ den Namen teilt und Firth hat sogar 1995 den richtigen Mr Darcy in einer BBC Produktion gespielt) ist nicht unbedingt ein Mann, den man sofort ins Herz schließt. Firth zeigt hier einen typisch trockenen, britischen Humor, der selbst seine fiesen Beleidigungen lustig erscheinen lässt. Damals war mir Firth noch nicht so geläufig wie heute. Inzwischen machte er sich ja in Hollywood mit Filmen wie „Kingsman“ einen Namen.

Hugh Grant (Cloud Atlas) kann ein Arschloch spielen? Who knew. Oft spielt der Brite ja den schüchternen, ständig verlegen wirkenden Kerl, doch hier zeigt er, dass er auch einen „Bösewicht“ spielen kann und offensichtlich hatte er seinen Spaß dabei. Es ist von Anfang an klar, dass er nichts gutes im Schilde führt und fast möchte man Bridget einen Schlag aufs Hinterhaupt verpassen, als sie beschließt eine Beziehung (oder wie auch immer es heißt, wenn sich nur ein Teil dessen wirklich bewusst ist) mit ihm zu beginnen.

Fazit: „Bridget Jones’s Diary“ macht richtig Spaß, vor allem weil man sich mit der Heldin – einer Durchschnittsfrau – identifizieren kann.

Dieser Film bekommt von mir 7,5/10 in Schokolade getauchten Punkten.


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