Oldies but Goldies: Die üblichen Verdächtigen – The Usual Suspects (Filmkritik)

Eine Schießerei im Hafen von Los Angeles fordert dutzende Todesopfer. Doch was ist der Grund dahinter? Die einzigen beiden Überlebenden des Massakers, ein osteuropäischer Koma-Patient und der halbseitig gelähmte Kleinkriminelle Verbal Kint (Kevin Spacey), sollen Licht ins Dunkel bringen. Kints Befragung führt zu einer komplexen Geschichte aus Verrat, Korruption, Erpressung und sogar Mord…

Ab und zu durchforste ich auf der Suche nach Inspiration die „Top 250 rated Movies“ der imdb und ja ich weiß, das klingt erst mal seltsam. Doch so kommt man auf Filme, die man schon immer mal gucken wollte, aber immer wieder vergisst. Ab und an, wenn nichts Gescheites im Kino läuft, kann man ja dann mal Filme wie „The Usual Suspects“ gucken. Ich habe im Laufe der Jahre sehr viel von diesem Film (und seinem Twist) gehört und war dann echt gespannt.

Die Genialität der Story und wie sie von Verbal Kint erzählt wird, erschließt sich erst im Nachhinein. Warum? Der Star des Filmes ist ein sehr genialer Polt-Twist, in einer Qualität, von der M. Night Shyamalan nur träumen kann. Ich denke, der Film würde davon profitieren, ihn öfter als einmal zu sehen, da man versuchen kann, Zeichen für den tatsächlichen Ausgang der Handlung zu finden. Für seine Arbeit gewann Drehbuch-Autor Christopher McQuarrie (hat auch The Mummy geschrieben) vollkommen zu Recht einen Acadamy Award.

In der Handlung dreht sich alles um den berühmt berüchtigten Keyzer Soze, ein türkischer Krimineller, der angeblich seine eigene Familie getötet hat und ruchlos alle vernichtet, die sich ihm in den Weg stellen. Leicht hätte „The Usual Suspects“ in Richtung eines 08/15 Kriminalfilms gehen können, doch die Handlung ist zwar brutal, aber offensichtlich soweit durchdacht, dass sie auch Sinn ergibt, was heutzutage ja nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist.

Regisseur Brian Singer (X-Men: Apocalypse) lieferte im Jahr 1995 einen eher ungewöhnlichen Film ab, der heute zu den Klassikern der Filmgeschichte zählt. An dieser Stelle sei gesagt, ich bin nicht unbedingt ein Fan des Genres, kann aber dennoch würdigen, wenn ein Film gut ist und das ist bei „The Usual Suspects“ der Fall. Optisch kommt der Film ohne viel Schnick-Schnack aus, was man auch dem geringen Budget von 6 Millionen Dollar zu verdanken hat.

Ebenfalls einen Oscar gewann Kevin Spacey (Baby Driver) für seine Rolle als Verbal Kint, einen körperlich leicht beeinträchtigten Kleinganoven. Seine Rolle ist zwar nicht sehr groß, aber man merkt jedes Mal wenn man ihn sieht, dass er sich für diese Rolle voll ins Zeug legt. Verdammt nochmal, der Mann klebte sogar die Finger einer Hand zusammen, um die Beeinträchtigung des Mannes besser spielen zu können.

Ebenfalls mit von der Partie sind weitere namhafte Schauspieler wie Stephen Baldwin (The UnMiracle), Chazz Palminteri (Legend), Benecio Del Toro (Sicario) und Gabriel Byrne (Vampire Academy). Mit Ausnahme von Palmintieri (der spielt einen Polizisten) hauen sich alle auf ein Packerl, nachdem die Kriminellen zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt wurden. Del Toros abstruser Akzent als Fenster ist übrigen sehr schwer zu verstehen, so schwer, dass seine Schauspiel-Kollegen Schwierigkeiten hatten mit ihm zu drehen, da sie ihre Einsätze verpassten weil sie ihn schlicht weg nicht verstehen konnten.

Fazit: Ein Klassiker, wenngleich „The Usual Suspects“ sicher nichts für jeden ist.

Dieser Film bekommt von mir 8/10 verworrenen Punkten.


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