Sicario (Filmkritik)

Nach einem Leichenfund auf amerikanischem Territorium, für den das mexikanische Drogenkartell verantwortlich ist, schließt sich FBI Agentin Kate Macer (Emily Blunt) einer Task-Force an, die das Ziel hat, die Verantwortlichen ausfindig zu machen und zur Strecke zu bringen.

Sicario

Regie an dieser Stelle führt der Kanadier Denis Villeneuve, der bereits mit „Prisoners“ und „Enemy“ überzeugen konnte und der hier erneut sein Talent unter Beweis stellt. Dabei nimmt er für sein aktuelles Werk eine nicht gerade herausragende Geschichte und macht einen hervorragenden Film daraus. Dabei greifen gleich mehrere Faktoren ineinander.

Zu Beginn erlebt man, wie ein SWAT-Team ein Haus stürmt. Doch bereits vorher hört man etwas, dass wie eine Mischung aus Trommel- und Herzschlägen klingt und kombiniert das Ganze mit eindrucksvollen Bildern. Generell schafft man es während des gesamten Films mit einer derartig gelungenen Inszenierung, für ein eigenständiges Mitten-Drin-Gefühl zu sorgen.

Unterstützt wird dieses Gefühl nur kurze Zeit später durch den Anblick von in den Wänden befindlichen Leichen und der Reaktion der anwesenden Polizisten (die sich deswegen im Garten übergeben müssen). Villeneuve will scheinbar, dass der Zuschauer versteht, was hier läuft. Die Kamera zeigt die Gräueltaten und das mit einer gewissen Nachdringlichkeit.

Kurze Zeit später schließt sich FBI Agentin Kate Macer, die vorher Teil des SWAT-Teams war, einer Task-Force an, die das Ziel hat die Verantwortlichen ausfindig zu machen und zur Strecke zu bringen. Doch Agent Macer hat keine Ahnung worauf sie sich hier einlässt und wie Alice muss sich Stück für Stück herausfinden wie tief der Kaninchenbau wirklich ist.

Macer hat über weite Teile des Films keine konkrete Ahnung was hier wirklich läuft und irgendwie macht gerade das einen wesentlichen Teil des Charmes aus. So erfährt der Zuschauer mit ihr erst im Laufe der weiteren Geschichte um was es hier wirklich geht und was ihre sogenannten Kollegen denn eigentlich im Schilde führen.

Damit dieses Konzept funktioniert muss man sich mit Agent Macer identifizieren können und Emily Blunt (Edge of Tomorrow) sorgt dafür, dass man das als Zuschauer auch tut. Macer macht ihre Arbeit im konkreten Fall zu schaffen, was unter anderem auch daran liegt das sie oft mit nur wenigen Informationen abgespeist wird, und als Zuschauer versteht man das.

Josh Brolin (Gangster Squad) als Leiter der Task-Force gibt sich gekonnt cool, fällt vor allem durch seine charmante Art und den lockeren Sprüchen auf und trägt schon Mal beim ersten Meeting Flip-Flops. Benicio Del Toro (Guardians of the Galaxy) ist der undurchsichtige Teil der Task-Force, scheint aber zu wissen was er da tut.

Nach zwei Stunden sind dann alle Fragen geklärt und das Ganze ist wieder vorbei. Dabei kommt es nur selten vor, dass ein Film derart kurzweilig ist und man sich im Nachhinein fragt wie so viel Zeit derart schnell vergehen konnte. Man schafft es sich über die gesamte Laufzeit die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu holen ohne ihn dabei irgendwie zu überfordern.

Alles in allem nimmt Denis Villeneuve eine relativ banale Geschichte und macht einen herausragenden Film daraus. Herausragend ist neben der optischen Inszenierung vor allem Emily Blunt die dafür sorgt, dass man das Gezeigte miterleben kann.

Der Film „Sicario“ bekommt 8,5/10 Empfehlungspunkte.


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