Edge of Tomorrow (Filmkritik)

In der nahen Zukunft ist eine Alienrasse, Mimics genannt, dabei die Menschheit Stück für Stück zu dezimieren. Major William Cage (Tom Cruise) ist eigentlich Presseoffizier und auch nicht für den Einsatz trainiert, aber dennoch schicken ihn seine Vorgesetzten gegen seinen Willen mit in die entscheidende Schlacht gegen den außerirdischen Aggressor.

Als er auf dem Schlachtfeld einen Mimic tötet, erhält er die Fähigkeit den Tag zu wiederholen. Mit der Hilfe von Rita Vrataski (Emily Blunt), einer Kriegsheldin die Cages Fähigkeit in der Vergangenheit ebenfalls besessen hat, beginnt Cage zu trainieren. Das Ziel ist es immer besser zu werden um den Krieg für die Menschheit ein für alle Mal zu gewinnen.

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Der eine oder andere wird die Zeit vielleicht noch kennen, als Konsolenspiele in einfacher 2D-Grafik gehalten waren und einen höllischen Schwierigkeitsgrad hatten. Die einzige Möglichkeit die man damals als Spieler hatte war es, es immer wieder zu versuchen, um das betreffende Spiel irgendwann perfekt zu beherrschen und in weiterer Folge zu meistern.

Nach scheinbar genau dem selben Prinzip funktioniert auch die Handlung von „Edge of Tomorrow“. Wenn auf den Filmplakaten groß „Live. Die. Repeat.“ steht, ist das auch tatsächlich Programm. Dabei wirkt der Film wie die beinahe perfekte Videospielverfilmung mit dem kleinen Unterschied, dass er eben nicht auf einem Spiel basiert.

Statt dessen basiert „Edge of Tomorrow“ auf dem japanischen Roman mit dem Titel „All You Need Is Kill“ von Autor Hiroshi Sakurazaka aus dem Jahre 2004. Ursprünglich war Brad Pitt (World War Z) für die Hauptrolle geplant, wurde jedoch später durch Tom Cruise (Oblivion) ersetzt. Auch wenn ich Brad Pitt prinzipiell sympathisch finde behaupte ich dennoch, dass das dem Film in keiner Weise geschadet hat.

Man kann von dem Menschen Tom Cruise viele böse Dinge sagen und die meisten sind vermutlich wahr. Dennoch ist er ein herausragender Schauspieler dessen Talent und Körpereinsatz seines gleichen sucht. Als Major William Cage wirkt er schon beinahe feige und versucht davon zu laufen, als er an die Front beordert wird.

Aber wer kann es ihm verübeln, denn immerhin hat er keine Kampferfahrung und weiß noch nicht einmal, wie seine Ausrüstung funktioniert. Doch Cage lernt dazu und wird mit jedem Versuch besser und gerade als das Ziel zum Greifen nahe ist, muss er feststellen, dass er hier dennoch nur einen Versuch hat.

An der Seite von Tom Cruise findet sich niemand geringerer als Emily Blunt (Looper). Zwei Dinge sollte man hier bedenken. Erstens ist Blunt hier als Rita Vrataski in ihrer ersten ausgewachsenen Actionrolle zu sehen und macht einen erstklassigen Job. Als Kriegsheldin macht sie einen starken Eindruck, ist in etwa so schön wie tödlich und trägt den Spitznamen „Angel of Verdun“ nicht ohne Grund.

Das bringt mich gleich zum zweiten Punkt. So muss eine weibliche Rolle inszeniert werden! Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern passt, auch wenn zum Glück auf triefende Romantik verzichtet wurde. Stattdessen beschleicht den Zuschauer möglicherweise das Gefühl, Cruise würde hier die typisch nerdige Beziehung führen und auf Grund der Geschichte Gefühle für sein Gegenüber entwickeln, während sie keine Ahnung hat.

Optisch kann Regisseur Doug Liman (Jumper) von seinem Können überzeugen und stellt nach „Die Bourne Identität“ unter Beweis, dass er Action rasant mit leicht verwackelter Optik ansprechend inszenieren kann. Während bei einer vergleichbaren Inszenierung, und vor allem in 3D, mich oft das Gefühl beschleicht mein Mittagessen möchte unbedingt am Film teilhaben, ist das hier interessanterweise nicht der Fall.

Was den 3D-Effekt betrifft muss leider festgehalten werden, dass dieser bei „Edge of Tomorrow“ leider sein Geld nicht wert ist da der Film, abgesehen von einzelnen Szenen, trotz bombastischer Action nicht besonders davon profitiert. Die hier erschaffene Welt sieht dennoch großartig aus und man merkt wo ein großer Teil des 178 Millionen großen Budgets hin verschwunden ist.

Was die Geschichte betrifft lässt man sich zu Beginn eher Zeit, um den Zuschauer einzuführen. Später zieht die Erzählgeschwindigkeit dann deutlich an, ohne es übermäßig zu übertreiben. Besonders erfreulich dabei ist, dass man es schafft, Logiklöchern im Großen und Ganzen großzügig aus dem Weg zu gehen. Statt dessen nutzt man den Umstand, dass Cage seine Umgebung perfekt kennt, um bei seinen Mitmenschen den einen oder anderen irritierten Moment und damit lustigen Moment zu erzeugen.

Alles in allem ist „Edge of Tomorrow“ die perfekte Computerspielverfilmung für ein Spiel, dass es nie gab. Neben den beiden in den Hauptrollen zu sehenden Schauspielern Cruise und Blunt sorgt vor allem Bill Paxton (2 Guns) für eine Menge Unterhaltungswert. Die Umsetzung der Geschichte ist perfekt und das Ergebnis ist einer der besten Sci-Fi Filme der letzten Zeit.

Der Film „Edge of Tomorrow“ bekommt von mir 9/10 die außerirdische Bedrohung immer wieder aufhaltende Empfehlungspunkte.


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