Gänsehaut – Goosebumps (Filmkritik)

Zach (Dylan Minnette) zieht nach dem Tod seines Vaters, gemeinsam mit seiner Mutter in eine kleine Stadt, in der sie einen Job an der örtlichen Schule bekommen hat. Er lernt seine Nachbarin Hannah (Odeya Rush) und ihren schrägen Vater (Jack Black) kennen und freundet sich mit der jungen Dame an. Als er einen Streit beobachtet und dem Mädchen helfen möchte, lockt er den Vater weg und schleicht sich mit einem Freund in das Nachbarhaus.

Bei ihrer Suche nach Hannah, entdecken die beiden zahlreiche verschlossene Bücher des Autors R.L.Stine. Als sie eines öffnen, entsteigt den Seiten plötzlich ein Monster, dass das Haus verwüstet und schließlich flüchtet. Der Vater von Hannah ist niemand anders als Stine persönlich und er hat die Macht Bücher zu schreiben, deren Kreaturen, zum Leben erwachen. Nur das jeweilige Buch kann das dazugehörige Monster wieder einsaugen, doch die Wesen denken gar nicht daran, wieder eingesperrt zu werden.

Goosebumps

Autor R. L. Stine, der auch gerne als der Stephen King der Kinderbücher bezeichnet wird, hat weltweit bereits Millionen seiner Grusel-Romane verkauft. Einige Geschichten wurden auch früher schon in Form von Serien oder DVD-Premieren verfilmt, doch nun folgt die erste Big Budget Produktion für das Kinopublikum. Was Regisseur Rob Letterman (Monsters vs. Aliens) dabei geschaffen hat, ist rein vom Fan-Service her ein Cabin in the Woods (freilich ohne Gewalt oder Metaebene) für Jugendliche, dass vor allem Kenner des Ausgangsmaterials, durchgehend ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird.

Nach der Einführung der Charaktere geht im Anschluss an die Öffnung des ersten Buches, die Action mit einem ordentlichen Tempo los und lässt den Hauptfiguren nur immer sehr kurz Zeit, um Luft zu holen. Dabei erinnert die Dynamik an eine Achterbahn-Fahrt, da es ständig von einer Chaos-Situation, zur nächsten geht. Es ist aber nie zuviel los, so dass die Sache unübersichtlich oder gar langweilig werden würde und neben der Situationskomik, kommen auch immer wieder sarkastische Sprüche zum Einsatz, die die angespannte Grundsituation auflockern.

Die Effekte sind sehr gut gelungen, natürlich könnten einige Wesen mit größerem Budget noch etwas realistischer aussehen, doch grobe Patzer gibt es keine und als Zuschauer wird man nie durch offensichtlich miese CGI-Effekte, aus dem Geschehen gerissen. Die Menge der Monster ist dann so zahlreich und vielfältig, dass es wie bereits eingangs erwähnt, eine echte Freude ist. Begleitet werden deren Attacken von der Musik von Tim Burton´s Lieblingskomponist Danny Elfman, der hier einen herrlich verspielten und plakativ gruseligen Score komponiert hat.

Aliens mit Froststrahlen, fleischfressende Pflanzen, ein Werwolf, blutrünstige Gartenzwerge, ein haariger Schneemann, Zombies, eine lebendige Glibbermasse, alle diese Figuren stammen auch in Wirklichkeit aus Büchern von Stine und die oben genannten sind nur die prominenteren Wesen, es sind jedoch noch einige mehr dabei. Vor allem Slappy, die bösartige Handpuppe, die mit ihrem lockeren Mundwerk ständig zweideutige Sprüche von sich gibt und scheinbar Stine´s Persönlichkeit ganz genau kennt, bleibt dabei im Gedächtnis und ist auf eine unangenehme Art und Weise gruselig.

Jack Black (Tropic Thunder) als R.L.Stine spielt angenehm anders, als man es sonst von ihm gewohnt ist. Zurückhaltend, seine Tochter vehement beschützend und durchaus auch aggressiv und eigenbrötlerisch, verteidigt er sich gegen den Rest der Welt. Dass seine Bücher sein Weg waren, mit dem ihm zugestossenen Ungerechtigkeiten umgehen zu lernen, wird für mich als völlig logische Konsequenz seines psychischen Zustandes präsentiert. Natürlich macht auch er eine Entwicklung mit, die passend zu den Figuren in seinen Büchern, ihn weiter bringt in seinem Leben und zu einem besseren Menschen macht.

Odeya Rush (The Giver) ist mir sehr positiv aufgefallen als seine Tochter Hannah, die smart, mutig und nicht auf den Mund gefallen ist und somit alle Sympathiepunkte, klar auf ihrer Seite hat. Sie hat auch durchaus eine tragische Komponente, auf die im weiteren Verlauf des Filmes auch eingegangen wird. Dylan Minnette (Die Coopers: Schlimmer geht immer) ist Zach, der Junge aus der Stadt, der unter dem Umzug und dem Tod seines Vaters leidet, durch die Zuneigung zu Hannah und das Monster-Chaos jedoch lernt, sich Problemen zu stellen und über sich hinaus zu wachsen.

Insgesamt daher ein rasanter Film für ein jüngeres Publikum, der seine minimale Story mit sehr hoher Geschwindigkeit, flotten Sprüchen und Fan-Herzen höher schlagen lassenden Monsterauftritten kombiniert. Gepaart mit starken und spielfreudigen Darstellern ergibt dies ein Abenteuer, dass einfach Spass macht und wohl am Besten, alle Jahre wieder, zu Halloween von der ganzen Familie konsumiert werden sollte. Und was haben wir hier nun gelernt? Die Monster, die man geschaffen hat wieder los zu werden, ist wahrlich keine einfache Aufgabe!

„Goosebumps“ bekommt von mir 7,5/10 die Gänsehaut überwindende und dabei einen monstermäßigen Spass verursachende Empfehlungspunkte.

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