Good Kill (Filmkritik)

Tom Egan (Ethan Hawke) ist einer der Besten in seinem Job. Der besteht darin, im nahen Osten Angehörige der Taliban zu töten. Tom muss sich dafür nicht einmal in Gefahr bringen, ist er doch ein Drohnenpilot, der eigentlich mehrere tausend Kilometer weit weg in Las Vegas stationiert wird. Doch die Bilder von seinen Einsätzen, machen ihm auf Dauer zu schaffen.

Good Kill

Regie bei diesem Film führt Andrew Niccol, den man auf Grund seiner letzten beiden Filme namens „In Time“ und „The Host„, eher schlecht in Erinnerung hat. Das Niccol grundsätzlich in der Lage ist einen guten Film zu machen, hat er vor langer Zeit im Jahre 1997 mit dem Film „Gattaca“ bewiesen. Sein aktuelles Projekt, das er offensichtlich nicht wegen des Geldes gemacht hat, handelt dann vom einem Drohnenpiloten, mit einer traumatischen Belastungsstörung.

Wie bei den meisten anderen Filmen, bei denen Niccol Regie geführt hat, war er hier ebenfalls für das Drehbuch verantwortlich. Dabei macht der Neuseeländer etwas völlig unamerikanisches und greift ein problematisches Thema der amerikanischen Streitkräfte auf. Anscheinend sind Drohnenpiloten neben Scharfschützen besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Das liegt unter anderem daran, dass diese Piloten (im Gegensatz zu ihren Kollegen, die persönlich in ihren Flugzeugen sitzen) im Regelfall dabei zusehen dürfen, wie ihr aktuelles Ziel pulverisiert wird. Das ändert aber nichts daran, dass immer häufiger Drohnen verwendet werden. Drohnen sind nicht die Zukunft, sie werden bereits jetzt im vollen Maße eingesetzt.

Einer dieser Drohnenpiloten ist dann Tom Egan. Tom fehlt das Gefühl in einem Jet zu sitzen und obwohl er sehr gut ist in seinem Job, macht ihm dieser zu schaffen. Manchmal verläuft alles nach Plan, das Ziel wird zerstört und es gibt keine zivilen Verluste – ein „Good Kill“ eben. Dann gibt es die Momente, in denen beispielsweise ein kleines Kind im letzten Moment beim eigentlichen Ziel vorbei rennt und andere in denen Tom Grausamkeiten beobachtet, wobei ihm die Hände gebunden sind.

Vorsicht und Technik schön und gut, aber bis das Signal bei der Drohne ankommt, vergehen gut zwei Sekunden und dann noch knapp zehn bis die Rakete ihr Ziel erreicht. Ethan Hawke (Predestination) vermittelt in seiner Rolle als Tom perfekt das emotionale Loch, dass ihm sein Job verpasst hat. Zumindest kann er, nachdem er ein paar Taliban getötet hat, nach Hause zu seiner Familie fahren und im Garten grillen.

Später übernimmt die CIA mit ein paar neuen, frischen Ideen. Eine davon sieht in etwa vor, nachdem sich die bösen Terroristen gut verstecken, dorthin zu schießen, wo sie sich (auf Grund ihres üblichen Verhaltens) aufhalten sollten. Eine andere sieht vor auf böse Jungs zu schießen und später noch einmal auf die Menschen, die zu Hilfe eilen. Beide Varianten beinhalten natürlich eine hohe Zahl an zivilen Opfern.

Wie fertig Tom dann seine Arbeit macht, wird erst klar, als er später seiner Frau von seiner Arbeit erzählt. Tom ist eher der ruhige Typ, der versucht irgendwie mit seinem Job fertig zu werden und dabei auch hin und wieder zur Flasche greift. Seine Ehe mit Molly (January Johnes – „X-Men: First Class„) leidet unter seinem Beruf und auch sonst halten sich die Highlights in Toms Leben in Grenzen.

Doch zumindest eine positives Erlebnis gibt es. Achtung Spoiler!: Während seiner Arbeit muss Tom mitansehen, wie sich jemand immer wieder an einer Frau vergeht. Tom ist angewidert und würde gerne etwas machen, aber es geht nicht. Am Schluss nutzt Tom dann eine Drohne und sprengt diesen Typen in die ewigen Jagdgründe. Hawke vermittelt in diesem Moment eine gewisse Genugtuung und man versteht es als Zuschauer – immerhin hat er etwas gutes getan. Spoiler Ende.

Alles in allem beleuchtet „Good Kill“ ein interessantes Thema von einer ungewohnten Seite. Der Film funktioniert, was seinen Grundton betrifft, in erster Linie wie sein Hauptdarsteller und setzt auf ruhige Momente.

Der Film „Good Kill“ bekommt 7,5/10 etwas gutes tuende Empfehlungspunkte.


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