Oldies but Goldies: Twister (Filmkritik)

Der Weg in seine Heimat ist für Bill Harding (Bill Paxton) kein einfacher. Zusammen mit seiner neuen Verlobten Melissa (Jami Gertz) fährt er nach Oklahoma, damit seine Noch-Ehefrau Jo (Helen Hunt) die für die Scheidung nötigen Papiere unterschreibt. Früher arbeiteten beide als so genannte Tornado-Jäger, die den Wirbelstürmen in Amerikas mittlerem Westen folgten, um sie zur Einsetzung eines verbesserten Frühwarnsystems zu erforschen. Als Bill auf seine Frau und ehemalige Crew trifft, wird die Umgebung von einer Wirbelsturm-Serie außergewöhnlichen Ausmaßes erschüttert. Sehr zum Unbehagen seiner zukünftigen Gattin Melissa muss Bill wieder auf Tornado-Jagd gehen…

twister

Nachdem ich mir „Storm Hunters“ angesehen hatte und dabei an „Twister“ denken musste, beschloss ich, mir diesen seit ewigen Zeiten wieder einmal anzusehen. Ich wollte wissen, ob er wirklich so gut ist, wie ich ihn in Erinnerung hatte und diese Frage mit einem Ja und Nein beantworten.

Das Konzept ist wie bei den meisten Disaster-Movies denkbar einfach und die Handlung recht simpel gehalten. Tornados spielen sowohl hier als auch bei dem neueren Werk „Storm Hunters“ beinahe Hauptrollen. Die Story ist allerdings verschieden: bei dem Oldie jagen die sogenannten Storm Hunters hinter den Wirbelstürmen her, während bei „Storm Hunters“ (eigentlich kommen im Film nicht wirklich Sturm-Jäger vor, was beweist wie „sinnvoll“ deutsche englische Titel sind) Zivilisten vor dieser Naturkatastrophe flüchten.

Die Jagd nach den Tornados ist natürlich die zentrale Handlung und hört sich erst mal nicht gar so spannend an, ist es aber tatsächlich, da die Schauspieler mit einem derartigen Elan an der Sache sind, dass man als Zuseher förmlich mitgerissen wird, was über die eigentlich einfallslose Handlung geschickt hinweg täuscht.

Die Effekte von „Twister“ sind nach fast 20 Jahren natürlich veraltet, sehen aber stellenweise doch erstaunlich gut aus, da sie die Textur der Wirbelstürme erstaunlich gut hinbekommen haben. Wo man den Effekten dann doch ihr Alter ansieht, ist in Szenen in denen ein Tornado erst weit weg sein sollte und dann auf einen Darsteller zukommt, hier bewegen sich die Tornados kaum und scheinen sich nur nach rechts und links zu bewegen. Dennoch gabs für die Effekte sogar eine Oscar-Nominierung.

Ein Stück weit ist der Film natürlich auch realitätsfremd, denn immer tauchen die Wirbelstürme genau auf oder in der Nähe von Straßen auf und selbst wenn unsere Helden noch so nahe am Geschehen zu sein scheinen, weht nie mehr als eine steife Brise und es werden zwar Tanklaster in die Tornados hinein gesogen, aber Menschen die nicht mehr als 10 Meter entfernt scheinen nicht.

Womit „Twister“ auf jeden Fall auftrumpfen kann, ist ein äußerst motivierter Cast, der mit einigen hochkarätigen Namen auftrumpfen kann. Unter anderem Helen Hunt, Bill Paxton und den kürzlich verstorbenen Philip Seymour Hoffman, die es wirklich schaffen, das Fieber der so genannten Storm Hunters glaubwürdig zu zeigen und dem Zuseher das Gefühl zu geben, er wäre ein Teil dieses Teams.

Helen Hunt (Was Frauen wollen) spielt die seit ihrer Kindheit traumatisierte Dr Jo Harding und war eines der Highlights von „Twister“. Am Anfang wird in einem kurzen Clip gezeigt, wie Jo – damals noch ein Kind – ihren Vater durch einen riesigen Wirbelsturm verlor, da es kein adäquates Tornado-Warnsystem gab. Und voilà, man hat sofort Mitgefühl mit dieser Frau und kann ihre Obsession für Wirbelstürme ein Stück weit verstehen.

Bill Paxton (Edge of Tomorrow) spielte Jo’s Ehemann Bill, der eigentlich nur die unterschriebenen Scheidungspapiere abholen wollte, damit er seine Verlobte Melissa (Jami Gertz) bei nächster Gelegenheit heiraten kann. Man erfährt, dass er Jo verlassen hat, weil sie bei der Jagd nach den Tornados ohne Rücksicht auf Verluste vorging und schon kann man es verstehen, warum sie sich trotz der eindeutig noch vorhandenen physischen Anziehung und ihrer gemeinsamen Leidenschaft für Tornados scheiden lassen wollen.

Fazit: „Twister“ ist auf jeder Fall ein Oldie aber nur ein bedingter Goldie. Ein gut gelaunter Cast führt durch eine hanebüchene Story – nichts desto trotz macht der Film Spaß.

Dieser Film bekommt von mir 7/10 orkanhafte Empfehlungspunkte.


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