Mimic (Filmkritik)

Eine seltsame Krankheit rafft unsere Kinder dahin. Übertragen wird die Krankheit durch Kakerlaken. Wissenschaftlerin Susan Tyler (Mira Sorvino) hat eine Idee – sie verändern ein paar der Kakerlaken so, dass sie ein Gift absondern, dass die anderen anlockt und tötet. Sie nennt diese Brut die „Judas Züchtung“. Leider sterben die guten Tiere danach nicht aus, wie es geplant war, sondern pflanzen sich fort. Aber das ist nicht alles, denn … das Problem geht noch einen großen, sehr großen Schritt weiter.

mimic

Im Jahr 1997 hatten noch nicht allzu viele Leute von Guillermo del Toro gehört, er hatte gerade mal 1994 mit einem Film namens „Cronos“ international ein wenig Aufsehen erregt und „Mimic“ war sein erster Film, der von den großen Studios Amerikas vertrieben wurde. Als nächstes kehrte er in seine Heimat zurück und drehte dort „The Devils Backbone“, um danach wieder nach Amerika zu gehen und mit „Blade II“ zu beweisen, dass er es tatsächlich drauf hat. ES folgten dann Perlen wie „Hellboy„, „Pan’s Labyrinth“, „Hellboy II – Die Goldene Armee“ oder zuletzt „Pacific Rim„. Damals aber, war er noch eher unbekannt, heute nennen ihn manche (nicht zuletzt aufgrund seiner Optik) auch den „mexikanischen Peter Jackson“.

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Donald A. Wollheim, hat Del Toro mit Matthew Robbins Wollheims kurze Story erweitert und auch das Drehbuch zum „Mimic“ verfasst. Wer Del Toro schon mal in Making-Ofs gesehen hat, der weiß auch, dass er vermutlich ebenso für das Art-Design der „Judaszüchtung“ verantwortlich war, denn der Mann hat einen sehr eigenen Stil (den man in „Blade II“, „Pan’s Labyrinth“, „Hellboy“ und sogar durch seine kurze Mitarbeit bei „The Hobbit: An Unexpected Journey“ super erkennen kann).

Mira Sorvino spielt die Hauptrolle der Dr. Tyler sehr gut und auch ihr Gegenstück, der gute Dr. Peter Mann (Jeremy Hortham) gibt sich keine Blöße. Weitere Rollen haben zB Josh Brolin (zB „No country For Old Men„, „Jonah Hex„, „Men In Black 3“ oder „Gangster Squad„) oder Charles S. Dutton („Alien 3“, „Das geheime Fenster“, „Gothika“) inne, die ebenfalls ihr Bestes geben. Ich gebe unumwunden zu, dass das Drehbuch und manche Szenen defintiv stark an der Klischeegrenzen entlang schleifen, aber Del Toro bekommt es dennoch hin, dass der Film spannend bleibt und die dumpfe, düstere Gefahr, die von der unbekannten Bedrohung ausgeht, ist wirklich immer präsent.

Ganz abgesehen davon, dass er nicht davor zurückschreckt auch mal liebenswerte Charaktere und sogar Kinder sterben zu lassen, schafft Del Toro es einfach, den Monstern eine eigene Identität zu geben. Zwar nicht so, dass man sie jetzt für Charaktere hält, aber trotzdem spürt man irgendwie, dass diese Dinger … sie haben ein Eigeninteresse, verfolgen einen Plan, sind nicht strunzdumm, sondern sind intelligent genug, um wirklich als Bedrohung wahrgenommen zu werden. Die Spezialeffekte sind natürlich schon fast 20 Jahre alt, aber immer noch sehenswert (zumindest die physischen Effekte, die CGI-Sachen erkennt man leider als solche) und auch wenn der Film viel im Dunkeln spielt, so erkennt man dennoch immer klar, was vor sich geht.

Mit Sicherheit ist „Mimic“ kein echter Meilenstein des Filmgenres, aber Kenner haben nach diesem Film ihre Augen auf Del Toro geworfen, weil man in „Mimic“ eines sehr gut erkennt: Das kreative und filmtechnische Potential von Del Toro. Seit 2012 gibt es einen „Director’s Cut“, der noch eine Spur besser (auf Blu Ray) ist, weil Del Toro ein paar Sachen verändert und neue Szenen eingefügt hat, was dem Film gut zu Gesicht steht.

Leider durfte er „sein“ Ende der Geschichte (die Heldin kommt aus der U-Bahn, denkt alle Judaszüchtungen sind tot und sie ist erschöpft, glaubt die Feuerwehr oder Polizei würde oben warten – und dann erkennt sie, dass sie von der Judaszüchtung umringt ist) nicht für die finale Fassung verwenden. Schade. Wäre zwar hammerhart gewesen, aber doch irgendwie cool.

So bleibt „Mimic“ ein Monsterfilm, der sicher im obersten Drittel der ernstzunehmenden Monsterhorrorfilme zu finden ist, aber leider nicht als Meisterwerk in Erinnerung bleiben wird.

„Mimic“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, nicht an die Folgen einer „Judaszüchtung“ denkende, Punkte.

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