Quarantine 2: Terminal (Filmkritik)

Ein ganz normaler Standardflug mit einem nur halbvollen Flugzeug. Ruhig wird die ganze Sache ablaufen und vor allem ohne lästige Zwischenfälle. Die Einschätzung der Flugbegleiterin Jenny (Mercedes Masöhn) die nächsten paar Stunden ihres Lebens betreffend, könnte nicht weiter von der Realität entfernt sein. Als nämlich kurz nach dem Abflug ein sichtlich kranker Passagier völlig ausflippt, trommelt dieser gegen die Kabinentüre des Piloten und zwingt das Flugzeug schließlich zur Notlandung.

Der zunächst wie die erlösende Rettung wirkende Terminal wird jedoch schnell zur Falle für alle Beteiligten. Der seltsame Typ auf dem Flug war nämlich kein Einzelfall, sondern ist der Träger eines extrem ansteckenden Virus, was zur blitzschnell herbeigeführten Quarantäne der bereits informierten Behörden geführt hat. Schnell wird allen Beteiligten klar, dass sie nur als Versuchskaninchen bzw. Testobjekte für einen möglichen Antivirus am Leben gelassen werden. Der blutige Überlebenskampf sowohl gegen die Regierung als auch gegen ehemalige – zu Bestien mutierte Freunde – hat begonnen.

Quarantine-2-Terminal

Im Jahre 2007 entstand der spanische Horrorfilm „Rec“, zwei Jahre danach kam die Fortsetzung. Bereits im Jahre 2008 erblickte das amerikanische Remake namens „Quarantine“ das Licht der Spielfilm-Welt. 2011 nun folgt die Fortsetzung des wiederaufgelegten Filmes, das sich klar als zweiter Teil und nicht als Remake von „Rec 2“ präsentiert, da die Handlung sich völlig von diesem Film unterscheidet (quasi während den Ereignissen des ersten Filmes angesiedelt ist) und man auch auf den für mich nervigen Wackelkamerastil verzichtet hat. Herausgekomnen ist dabei ein Film, der zwar nichts Neues bietet und Anleihen bei einigen anderen Genrefilmen nimmt, jedoch das bereits Bekannte spannend und konsequent in Szene setzt.

Drehbuchautor John Pogue („Auf der Jagd“, „Ghost Ship“, The Skulls 1-3″) liefert hiermit sein Regiedebut ab und schafft es auf seine eigene Art, die Regie frisch wirken zu lassen. Die wohl dosierten Schockmomente aber vor allem die paar Darsteller, die es doch echt schaffen ihre Figuren lebendig und liebenswert erscheinen zu lassen, machen den Film zu einem unterhaltsamen und streckenweise ziemlich spannenden Nägelbeißerfilm, in dem man als Zuschauer mehr als nur einmal die Hoffnung, dass hier auch nur eine einzige Person überleben wird, verloren hat.

Wie bereits im ersten Teil bewegen sich die Infizierten hier tierisch schnell und wirken ebenso animalisch in ihrer Austrahlung und ihrem gesamten Wesen. Wütend wie bei „28 Days Later“, verrückt wie bei „The Crazies„, schnell wie beim „Dawn of the Dead“ Remake von Zack Snyder und mindestens so bissig wie in jedem beliebigen Zombiefilm. Nur eben leichter zu töten weil nicht ein Kopfschuss sondern auch erwürgen und Schusswunden an anderen Körperstellen zum Tode führen. So einem kranken Kerlchen will man trotzdem auf keinen Fall im Dunklen begegnen (und auch bei Tageslicht kann ich darauf getrost verzichten).

Die völlige Abstinenz des Wackelkamerastils führt zu einer viel besseren Übersicht, was der Spannung aber keineswegs schadet sondern von mir mit großer Freude angenommen wurde. Was die Brutalität betrifft ist hier sympathischerweise weniger mehr, natürlich sind Bisswunden in Hals und Mundbereich unvermeidlich, auch der eine oder andere eingeschlagene Schädel muss sein, doch sind diese Szenen immer an die Story gebunden und verkommen nie zum voyeuristischen Selbstzweck.

In der Hauptrolle macht die gebürtige Schwedin Mercedes Masöhn („Red Sands„) ihre Sache ziemlich gut. Von der das lockere Partyleben liebenden Stewardess bis hin zur verantwortungsvoll agierenden Anführerin der Truppe durchläuft sie zugegebenermaßen auch die größte Wandlung im Film und kann somit am meisten zeigen, was sie kann. Neben ihr verkommen dann klarerweise die meisten Beteiligten zu Nebendarstellern, wobei man Josh Cooke („Group Sex„) in seiner zwiespältigen Rolle und Mattie Liptak als mutigen Teenager noch besonders lobend erwähnen sollte.

Die Herkunft des Virus wird ebenfalls erklärt, auch hier ist die Auflösung ganz anders als im spanischen Original, was aber innerhalb des Quarantäne-Universums sehr stimmig daherkommt. Auch die Regierung kommt wieder schlecht weg, da hier Menschenleben keinen Wert haben sondern nur mehr als Versuchsobjekte betrachtet werden, was sind denn auch schon ein dutzend Menschenleben im Vergleich zu den Opfern, die ein Ausbruch der Epidemie fordern würde? Eben, da lassen wir doch lieber ein paar sterben, dafür leben die Meisten, so ist auch das moralische Überleben der Menschheit gesichert.

Lieber gut geklaut bzw. Altbewährtes neu aufgelegt als schlecht neu erfunden? Genau nach diesem Motto ist diese Fortsetzung entstanden. Nicht gerade innovativ jedoch dafür umso spannender und gerade für Genrefans ziemlich unterhaltsam. Auf Grund des geänderten Kamerastils für mich persönlich auch noch einen Punkt besser als der erste Teil.

Quarantäne 2: Terminal bekommt von mir 7/10 Flugangst mit mordlüstigen Instinkten überwindende Empfehlungspunkte.


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