Red Sands (Filmkritik)

Wir schreiben das Jahr 2002. Ein siebenköpfige Gruppe amerikanischer Soldaten wird auf einen Einsatz nach Kabul, Afghanistan geschickt. Dort sollen sie sich in einem einsamen Gebäude verschanzen und Ausschau halten nch Mitgliedern der Al Kaida, die verdächtigt werden auf der örtlichen Strasse ihren Handel zu treiben. Der ereignislose Einsatz im Nirgendwo beginnt die Soldaten schnell zu langweilen, doch erfordern seltsame Ereignisse bald ihre volle Aufmerksamkeit.

Der Spezialist des Teams Jeff (Shane West) hat immer wieder seltsame Träume, und der Rest der Gruppe fängt an Menschen zu sehen, die gar nicht wirklich da sind bzw. da sein können (weil sie bereits tod sind). Mitten in einem Sandsturm taucht dann auch noch eine einsame Frau auf, die wegen ihres afghanischen Dialekts auch der Übersetzer des Teams nicht versteht. Ist die Frau der Köder für einen Hinterhalt des Feindes oder sucht sie nur Hilfe vor dem Sturm, und steht sie vielleicht in Verbindung mit den seltsamen Erscheinungen die die Männer heimsuchen?

Red-Sands

Red Sands ist einer der ersten Vetreter im noch jungen Jahr aus dem guten alten Mysterie Genre, der direkt für den DVD Markt produziert wurde. Das geringe Budget sieht man dem Film bei den Effekten an, doch halten sich diese Szenen angenehm im Hintergrund.

Zuerst mal muss ich etwas über die in diesem Film vorkommende Mythologie loswerden. Die sogenannten Djinn sollen einem islamischen Glauben nach vor allem anderen Leben von Gott aus reinem Feuer geschaffen worden sein. Sie konnten ihre Form mittels ihres Willen in jede erdenkliche Gestalt verändern.

Die meisten Djinn sollen angeblich die sterbliche Welt auf Grund des Hasses der Menschen verlassen haben, einige wütende Exemplare blieben jedoch auf der Erde zurück. Diese Grundthematik wurde ja bereits in der Wishmaster Filmserie sehr unterhaltsam verwendet und kommt nun hier wieder zum Einsatz.

Red Sands arbeitet hauptsächlich mit seiner paranoiden Musik, den irritierten Blicken der Soldaten und den dunklen Kameraeinstellungen.
Die isolierten Soldaten verlieren durch die verwirrenden Spielchen des Djinn langsam ihren Verstand, was nicht selten in mehr oder weniger subtilen und auch tödlichen Rasereien der Männer endet.
Langsam ist überhaupt eines der Wörter, die mir hier als erstes einfallen.

Wer auf ständige Action oder brutale Morde steht, der dürfte hier ziemlich entäuscht werden. Der Djinn manipuliert sich durch die kleine Gruppe von Menschen ohne dabei jemals in seiner ursprünglichen Form sichtbar zu werden. Am Ende kann man ihn zwar dann doch sehen, die eher schwach animierte Kreatur wirkt aber leider wenig bedrohlich und entspricht nicht der über den gesamten Film aufgebauten Spannung.

Was bleibt sind einige nette darstellerische Leistungen, besonders wenn der zunehmende Wahnsinn aus den Augen der Soldaten leuchtet, und eine zunehmend ungemütliche Grundstimmung, die der Regisseur hier gekonnt erzeugt. Shane West (bekannt aus der Emergency Room Serie) macht seine Sache als Leading Man und einer der wenigen Sympathieträger sehr gut, die restlichen Darsteller liefern ebenso solide Leistungen ab. Am Anfang und ganz am Ende des Films schaut sogar der vielbeschäftigte Schauspieler J.K. Simmons (spielte z.b. in den „Spiderman“ Filmen mit und den Vater von „Juno“).

Wer also die Djinn Mythologie mag oder verrückte Soldaten und Filme mit sich langsam steigender Geschwindigkeit zu schätzen weiß, der sollte hier einen Blick riskieren, alle andern können Red Sands ruhig auslassen.

Red Sands bekommt von mir 6/10 gestaltenwandlerische Empfehlungspunkte.


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