Group Sex (Filmkritik)

Seit Andy (Josh Cooke) kurz vor seiner Hochzeit von seiner Freundin betrogen und verlassen wurde, ist er ein gebrochener Mann. Leider ist er auch ein Romantiker und hat Probleme die richtige Dame zu finden. Ein Problem, dass sein Mitbewohner, Freund und Arbeitskollege Jerry (Greg Grunberg) nicht kennt. Er ist, wie er selbst sagt, ein Frauenversteher, der Stewardessen zum Frühstück vernascht und davon noch einen Film für nachher macht. Als Andy in einer Bar schließlich Vanessa (Odette Yustman) singen sieht und hört ist er von ihr wie verzaubert. Er folgt ihr und landet in einer Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige. Um sie kennenlernen zu können gibt er vor, einer von ihnen zu sein – Geschichten kennt er ja genug von seinem Mitbewohner.

Group-Sex

Regisseur Lawrence Trilling ist bis jetzt fast ausschließlich durch seine Arbeit bei diversen Serien (z.B. Alias, Invasion, Pushing Daisies, uvm.) bekannt. Beim Film Group Sex war er neben der Regie auch für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich – und ja, dass Ergebnis ist gut geworden. Auch wenn man ein Stück weit merkt, dass er sonst Serien macht, hat er durch und durch gute Arbeit geleistet.

Treue Leser des Blogs haben sicher irgendwann festgestellt, dass ich die Sorte Film mit einer guten Handlung einem Blockbuster vorziehe, wo mit einem dreistelligen Millionenbudget Spezialeffekte gezaubert werden. Auch wenn ich persönlich die Theorie verfolge, dass der Titel des Films deshalb so „schlüpfrig“ gewählt wurde, weil man möglichst viele Zuschauer neugierig machen und ins Kino locken wollte, war ich sehr positiv überrascht.

Die Art wie der Film seine Geschichte erzählt ist einerseits erfrischend anders, und auch ein Stück weit mutig (besonders im prüden Amerika), beides Dinge, die ich prinzipiell gut finde. Damit ist der Film auch für erfahrene Cineasten ein Stück weit unvorhersehbar, wobei man natürlich weiß, dass höchstwahrscheinlich zum Schluss alles gut sein wird. Aber wie in vielen Beziehungen ist eben auch hier der Weg das Ziel.

Was die Besetzung betrifft setzt der Film auf Schauspieler, die man im Großen und Ganzen schon mal in der einen oder anderen Serie gesehen hat. Das klingt jetzt vielleicht schlecht, ist es aber nicht. Man hat es hier nämlich geschafft nur die Sorte zu nehmen, die auch tatsächlich spielen kann. Nicht nur das, so scheint auch der Großteil Spaß dabei gehabt zu haben, was sich natürlich auch auf den Zuschauer überträgt.

Josh Cooke als Andy macht, obwohl er der Mittelpunkt des Films sein sollte, da eigentlich am Wenigsten aus seiner Rolle. Zwar kauft man seiner Figur ohne weiteres das gebrochene Herz und den Romantiker ab, dennoch fehlt es ihm irgendwie an Ausstrahlung und Präsenz im Film.

Greg Grunberg kannte ich bereits aus Alias und Heroes eher als den ruhigen Typ. In der Person von Andys überdrehtem Freund Jerry geht er regelrecht auf. Mit seinen Dialogen gehören ihm auch die mit Abstand lustigsten Momente im Film. Er ist der G-Punkt-Mann mit „der Gabe“ und ihm zuzusehen macht einfach nur Spaß.

Die Person die mich am Meisten geflasht hat war jedoch Odette Yustman als Objekt der Begierde. Die meisten Schauspielerinnen die so gut aussehen, können (oder vielleicht wollen sie es einfach nur nicht) nicht schauspielern. Die von ihr verkörperte Vanessa besitzt die Ausstrahlung die Josh Cooke fehlt. Sie wirkt intelligent, stark und verletzlich zugleich – und das Ganze auch noch authentisch, was will man mehr. Sie ist auf alle Fälle die Sorte Schauspielerin, von der ich hoffe, noch viele Filme zu sehen.

Erwähnenswert ist noch Robert Bededict als Donny, der mit seinem Schwanz wedelt als würde Geld rauskommen und der es sogar schafft, Andy damit in Schwierigkeiten zu bringen. Von ihm kommt auch das wie ich finde beste Zitat im Film: „my dick unterstands me!“

Allein wegen des Titels sollte man dem Film eine Chance geben. Von mir bekommt der Film 8/10 Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.