Lisa (Samara Weaving) ist eine aufstrebende Schauspielerin, die nur auf die richtige Rolle für ihren Durchbruch wartet. Dan (Jason Segel) ist ihr Ehemann und arbeitet als Regisseur für Werbungen, nachdem sein bisher einziger Spielfilm, schon Jahre her ist.
Gemeinsam wollen sie ein Wochenende in einer einsamen Hütte am See verbringen, doch da beide unglücklich sind in der Ehe, kommt es ständig zu Streitereien. Genau dieses Problem möchte Dan eben mit diesem Ausflug lösen, indem er seine Frau umbringt und im See versenkt…

Warum macht man nur fünf Jahre später ein Remake des norwegischen Filmes The Trip von Tommy Wirkola (Thrash), obwohl Aksel Hennie und Noomie Rapace auch schon in zahlreichen amerikanischen Produktionen mit dabei waren? Richtig, weil sich Amerikaner laut Studie am Liebsten Amerikaner auf der Leinwand ansehen und Hauptdarstellerin Samara Weaving Australierin ist. Alles klar?
Wie dem auch sei, ursprünglich sollte Wirkola selbst die neue Version inszenieren, am Ende hat aber schließlich Jorma Taccone (Popstar) am Regiestuhl Platz genommen. Im Prinzip handelt es sich hier um eine ziemlich genaue Kopie des Originals, bis auf eine Änderung der Dynamik.
Hier ist nämlich einer der drei Antagonisten eine emotional sehr instabile Frau (im Original waren es drei männliche Flüchtlinge), die Gefängniswärterin der beiden anderen war und mit einem von ihnen, eine Beziehung hat. Für mich keine gelungene Veränderung, denn ihre Figur ist nie bedrohlich, dafür aber durchgehend nervig.
Das ist für mich auch der wahre Zwei-Kampf hier (nämlich gute Performances vs schlechte): Juliette Lewis (Strange Days) ist in dieser Rolle vom psychotisch sein her anstrengend und Jason Segal (Windfall) als Ehemann ist unlustig und durchgehend unsympathisch. Ob mir diese beiden Figuren auf Grund der schauspielerischen Leistung oder des Drehbuches nicht gefallen haben, nun ich bin mir beim Schreiben dieser Zeilen noch immer nicht ganz sicher.
Timothy Olyphant (Alien: Earth) hingegen ist als Anführer der Bösen richtig schön eigenartig und unberechenbar und ebenfalls wie immer großartig ist Samara Weaving (Ready or Not 2) als bissige Ehefrau. Ansonsten ist der trockene, schwarze Humor des Originals durch zynische Dialoge und Slapstick-Einlagen ersetzt worden und der erbitterte Ehekrieg, verlagert sich mehr auf die Meta-Ebene.
Das sich gegenseitig umbringen wollen und sich dann wieder zusammen raufen durch eine Gefahr von außen, nun auch das finde ich hat hier keinen Biss, da dir als Zuschauer egal ist, ob die Hauptfiguren am Ende wieder zusammen sind. Besonders der Ehemann ist nun viel zu tollpatschig und auch weinerlich geraten. Selbst die Gewalt, die ist zwar nicht zahmer geworden, dafür wirkt sie aber irgendwie weniger schmerzhaft. Sie ist hier Selbstzweck und man soll sie nicht schlimm finden, sondern darüber lachen.
In Summe also (wieder mal) ein unnötiges Remake, das in den meisten Bereichen schwächer ist, als das Original. Ohne zu vergleichen oder ohne das Ursprungsmaterial zu kennen ist das Erlebnis wohl besser, aber die Charaktere bleiben dir dennoch großteils egal. Getragen von Weaving und Olyphant und auch auf Grund der überdrehten Grundatmosphäre, ist gegen eine einmalige Sichtung aus meiner Sicht aber nichts einzuwenden.
„Over Your Dead Body“ bekommt von mir 6/10 den Mythos der idyllischen Hütte am See, durch den Fleischwolf drehende Empfehlungspunkte.


