In einem Imbiss der Marke Norms in Los Angeles erscheint um exakt 23:10 Uhr ein seltsam gekleideter Mann. Er sagt er sei aus der Zukunft und die Erde wurde von einer künstlichen Superintelligenz zerstört, was er mit seiner Zeitreise verhindern soll.
Für diese Mission braucht er eine ihm unbekannte, bestimmte Kombination von Menschen, die sich in diesem Lokal befinden. Da ihn erwartungsgemäß niemand der anwesenden Menschen ernst nimmt, macht er sie auf die Bombe aufmerksam, die um seinen Körper geschnallt ist…

Seit dem 2016 erschienenen, für mich sehr starken aber kommerziell nicht erfolgreichen A Cure for Wellness, hat Regisseur Gore Verbinski keinen Film mehr inszeniert. Neun Jahre später meldet er sich nun zurück, wieder mit einem großartig schrägen Projekt, dass Außenseiter in den Mittelpunkte stellt und nicht einmal die Hälfte seiner Kosten von 20 Millionen Dollar wieder einspielen konnte.
Keine Ahnung, ob er sich nun wieder eine Auszeit gönnt, aber ich freue mich einfach mal darüber, dass es den Film gibt. Was man dem Werk vorwerfen könnte, ist dass man mit der Kritik mit Schwerpunkt AI aka Künstliche Intelligenz, um einige Jahre zu spät dran ist. Die Übertreibungen der Inszenierung, bezogen darauf wie sich die Welt verändert hat, setzen für mich dieses Argument aber wieder außer Kraft.
Das ganze Abenteuer hat eine gewisse LARP (Life Action Role Play) Atmosphäre, die dem etbalierten „Ende der Welt Szenario“, einen witzigen Unterton verpasst. Der Mann aus der Zukunft mit seinem seltsamen Outfit und das Mädchen im Prinzessinnen-Kostüm führen dieses Team an und die beiden sind sowohl als Figuren als auch von den Darstellern her top.
Sam Rockwell (JoJo Rabbit) liefert vor allem am Anfang im Diner eine Ein Mann Show ab und man hängt an seinen Lippen während man sich fragt, ob er vielleicht einfach nur verrückt ist. Haley Lu Richardson (The Last Survivors) als Ingrid ist ein perfekt natürlicher Antipol zur heutigen Gesellschaft, mit ihrer Allergie auf elektronische Geräte und WiFi.
Neben der bereits angesprochen Grundstimmung, den Figuren und wie seltsam außerhalb der Norm sich das ganze Abenteuer anfühlt, sind es dann die satirischen Übertreibungen, die leider wohl teilweise nicht allzu weit von der Realität entfernt sind. Handys und Gedankenkontrolle sind dabei eine Sache.
Besonders auf die USA bezogen ist das mit dem Klonen von Opfern von Schießereien in Schulen eine Schlag in die Magengrube, der in Summe bitterböse ist. Dass auch die Schützen geklont werden können, dabei der Staat noch mehr dazu zahlt als bei den Opfern und sie stolz darauf sind, dass die Wahrscheinlichkeit bei 70 Prozent liegt, dass dieser nicht wieder tötet, spiegelt dabei den nicht gesellschaftsfähigen Humor wider.
Wenn man sich nur mit nimmt, mehr in die Gesichter seiner Liebsten zu schauen und weniger auf seinen Handy-Bildschirm, dann hat der Film aus meiner Sicht bereits gewonnen. Etwas hinter die Kulissen zu schauen und Eigenheiten nach dem „Gleich machen Prinzip“ nicht ausmerzen zu wollen, sondern zu feiern, sind ebenso gute Impulse.
„Good Luck, Have Fun, Don´t Die“ bekommt von mir 8/10 an den Wiederholungen wachsende Empfehlungspunkte.



