Please Don’t Feed the Children (Filmkritik)

Nach einem viralen Ausbruch, der den Großteil der erwachsenen Bevölkerung das Leben gekostet hat oder sie als Zombie ähnliche Kreaturen zurück gelassen hat, sind Kinder für die Überlebenden zu Feindbildern geworden. Da sie nicht betroffen sind, müssen sie Schuld sein, ganz klar.

Waise Mary (Zoe Colletti) versucht gerade über die Grenze an einen angeblich sichern Ort zu gelangen, als sie auf eine Gruppe von Jugendlichen trifft. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, einer von ihnen wird angeschossen und sie sind nun gemeinsam auf der Flucht. Bei einem einsamen Farmhaus suchen die Verzweifelten Unterschlupf, wo ihnen Clara (Michelle Dockery) nach kurzem Zögern die Türe öffnet…

Nach zwei Kurzfilmen ist dies der erste Spielfilm unter der Regie von Destry Allyn Spielberg. Falls euch der Nachname bekannt vorkommen sollte, ja, sie ist eines der fünf Kinder von Regisseur Steven Spielberg (Jurassic Park) und Schauspielerin Kate Capshaw (Indiana Jones und der Tempel des Todes). Die Story ist im Prinzip ein „End of the world“ Szenario, ein psychologischer Thriller mit einem gewisse Twist.

Der ist dann leider auch das Spannendste an der ganzen Sache. Der Virus hier, der fast nur Erwachsene betrifft, ist natürlich ein Metapher für die Jugend. Die nächste Generation ist scheinbar immer eine Gefahr für die letzte und statt sich gegenseitig verstehen zu wollen, verteufelt man sie. „Diese Jungen Leute heutzutage, werden immer schlimmer!“ Wer hat diesen Satz noch nicht gehört, ach was, ich selbst habe das auch schon gesagt.

Gerade erst aufgegriffen in Slasher-Form in A Clown in a Cornfield, wäre dieser Jung gegen Alt Konflikt meiner Meinung nach durchaus vermeidbar und man könnte von den Stärken der jeweils anderen Gruppe profitieren, aber so leicht machen es sich wir Menschlein eben nur sehr selten. Hier ergibt das dann auch eine schöne Pseudomoral. Kinder mit Eltern sind sicher, Waisen leben dafür ständig in Gefahr. Der gezeigte Gesetzeshüter hilft manchmal, dann ist er wiederum nur Jäger.

Auch stark finde ich die Performances der beiden Hauptladys. Michelle Dockery (Flight Risk) als Clara ist kein Ungeheuer, sondern sie hat sich durch das Monster namens Trauer, mit in die Tiefe reißen lassen. So will sie dann ersetzen, was nicht ersetzbar ist und am Leben halten, was schon lange tot ist. Zoe Colletti (The Family Plan) als Mary zeigt schön den Wandel von hoffnungsvoll und kämpferisch, hin zu der Realisierung, dass dieses Leben ohne Trauer, Verlust und Kampf nicht weitergehen wird.

So weit zum besser funktionierenden Teil des Filmes. Neben ihnen gibt es nämlich ein paar Darsteller, die einerseits die nötige Intensität nicht vermitteln können und dann müssen sie zusätzlich laut Drehbuch auch noch dumme Entscheidungen treffen. Somit ist ihr Ende bereits von vornherein besiegelt, doch ob das dann auch spannend ist oder man sogar mitfiebern kann, ist eine ganz andere Geschichte. Um die Gefahr für sie bzw. das Mysterium innerhalb des Hauses nicht zu bald zu verraten, sieht man dann zunächst nicht viel.

Ausziehen, abduschen, was wird da jetzt wohl kommen, wenn man die Ausgangslage betrachtet? Trotz der Vorhersehbarkeit was diesen Teil der Story anbelangt greift Spielberg dann zu einem Wackelschnitt beim ersten Opfer, der genau gar nichts zeigt sondern nur das Gefühl vermittelt, dass da jetzt gerade eine Szene gefehlt hat. Überhaupt scheiden die Figuren hier so aus dem Leben, dass man es durchaus als antiklimatisch oder verschenkt bezeichnen könnte.

Gute Grundatmosphäre, starke Performances der Hauptladys und ein Duell auf Psychoebene, wobei verblendeter Schmerz gegen naiven Kampfgeist antritt, was in Summe einen explosiven Mix ergibt. Runtergezogen wird das dann von einem sehr simplen (und etwas inkonsequenten) Drehbuch, schwachen Abziehbildern von richtigen Charakteren und dem langen Verbleiben der Handlung an einem einzigen Ort, was sich schnell abnützt. Als Debüt nicht übel, aber auch nicht wirklich gut.

„Please Don´t Feed the Children“ bekommt von mir 5/10 auf mehreren Ebenen hungrige Menschen zurück lassende Empfehlungspunkte.


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