Killer’s Bodyguard 2 – Hitman’s Wife’s Bodyguard (Filmkritik)

Michael Bryce (Ryan Reynolds) ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, an dem er feststeckt. Das Wichtigste in seinem Leben – seine Arbeit als Bodyguard – ist gefährdet, weil er derzeit keine Lizenz hat und bald die Anhörung stattfinden wird, wo über seine berufliche Zukunft entschieden wird. Seine Psychiaterin empfiehlt ihm eine Auszeit und so schafft es Michael für wenige Minuten, richtig abzuschalten.

Dann taucht nämlich plötzlich Sonia Kincaid (Salma Hayek) auf und einen heftigen Schusswechsel und zahlreiche Tote später, erklärt sie Michael den Grund für ihr unerwartetes Erscheinen. Bryce soll ihr helfen, ihren Mann, den berüchtigten Killer Darius (Samuel L. Jackson), aus den Händen von ein paar brutalen Gangstern zu befreien und das obwohl ausgerechnet Darius Schuld daran ist, dass Michaels kontrolliertes Leben, im Chaos versunken ist…

Im Jahr 2017 erschien The Hitman’s Bodyguard von Regisseur Patrick Hughes (The Expendables 3) mit Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen und Salma Hayek als Nebenfigur. Der finanzielle Erfolg ermöglichte eine Fortsetzung und nun sind alle vier eben genannten Personen in ihre Rollen zurück. Ein Schwerpunkt der „Story“ war es dabei für Hughes, die Figur der Sonia mehr in den Mittelpunkt zu rücken, da sich die Fans genau das gewünscht haben.

Ich habe Story gerade unter Anführungszeichen gesetzt, weil um was es hier geht, ist zwar wie so oft die Rettung (zumindest von Teilen) der Welt, doch laut Interview des Regisseurs, liegt der Schwerpunkt der Handlung ganz wo anders, nämlich auf der auf den Film bezogenen Metaebene bzw. im realen Leben. Ryan Reynolds ist einer der derzeit bestbezahlten Schauspieler in Hollywood, auch privat läuft es mit seiner Frau und den Kindern perfekt, er sieht gut aus und obendrein wirkt er auch immer sympathisch.

Das ist anscheinend offensichtlich viel zu perfekt und deshalb sieht man eben gerne zu, wie diese Person zumindest in einer Filmrolle leidet. Angeblich hat Hughes genau mit dieser Intention auch schon Pläne für einen weiteren Teil des Franchise. Warum ich diese Info so explizit erwähne? Nun der erste Teil ist einfach pure Popcorn-Unterhaltung, mit toller Action und Humor und starker Chemie zwischen den Hauptfiguren.

Auch hier spürt man diese Ansätze immer wieder, doch wie oben ausgeführt wirkt hier eben alles so, als würde es auf die Kosten von Reynolds Figur gehen. Selbst wenn er mal gewinnt verliert er wieder, indem sein großer Moment entweder ein Traum ist, oder er schnell in „seine“ Realität zurückgeholt wird. Dieser für mich sehr stark spürbare Grund für beinahe jede einzelne Szene, lässt die echte Handlung so wirken, als wäre sie drum herum gebaut (was sie wohl auch wurde).

Also Spaß hat man dennoch – zumindest wenn man den Humor und das Original mochte – doch hier wirkt es so, als würde immer wieder der selbe Gag in anderer Ausführung erzählt und es stellt sich ein gewisses, lähmendes Gefühl ein. Salma Hayek (Everly) dafür hat offensichtlich den Spaß ihres Lebens und durfte laut Regisseur auch einiges in die Rolle einbringen. Ihre Sonia ist einfach herrlich impulsiv, nichts ist ihr peinlich und sie schafft es fast immer, mit der richtigen Intention, das falsche zu sagen.

Eine Metabene die ich hier mochte, ist dass ihr Gegenspieler Antonio Banderas (Gun Shy) ist und dies somit eine Reunion des früheren heißesten Latino Onscreen-Duos darstellt (ach ja, Desperado, das waren noch Zeiten). Seine Arroganz in dieser Rolle wird nur mehr durch die Wahl seiner Kleidung übertroffen, die jeden exaltierten Modeschöpfer, neidisch machen würde. Ebenfalls auf der selben Ebene lustig finde ich, dass in einer Bar hier scheinbar nur Aviation-Gin serviert wird, eine Marke, in die Reynolds investiert hat und Werbung dafür macht.

Ryan Reynolds (6 Underground) selbst kann einem entweder nur leid tun, oder man genießt eben seine ganzheitlichen Schmerzen (vielleicht sind die psychischen ja ein klein wenig stärker), wie es der Regisseur intendiert hat. Samuel L. Jackson (Spiral) finde ich hier doch um einiges mehr unsympathisch als beim ersten Teil, weil er einfach wie ein egoistischer Mistkerl wirkt und mir die Buddy-Dynamik etwas fehlt. Dafür ist Frank Grillo (Boss Level) echt witzig als von allen genervter Interpol Agent.

Trotz des ganzen Wahnsinns, hat die Sache deshalb klar einen „let´s play ist save“, ohne Risiko Charakter. Die Beteiligten hatten alle unverkennbar ihre Freude, doch diese überträgt sich weit nicht so direkt wie beim Original auf den Zuschauer. Sicherlich ist das für diese Art von Film jammern auf „hohem Niveau“, doch etwas weniger Opfer bzw. Beifahrer im eigenen Leben zu sein, hätte mir bei der Rolle von Bryce einfach besser gefallen.

„Hitman’s Wife’s Bodyguard“ bekommt von mir 6,5/10 alles für die eigene Vorstellung von „Liebe“ machende Empfehlungspunkte.


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