Boss Level (Filmkritik)

Roy Pulver (Frank Grillo) ist ein Ex-Special Forces Soldat, mit dem Hang zu viel Alkohol zu trinken und immer wieder andere Damen nach Hause mit zu nehmen. Das jedoch ist alles nur seine Strategie mit der Tatsache umzugehen, dass er seine Ex und Mutter seines Sohnes Jemma (Naomi Watts) noch immer liebt und die Beziehung zu ihr nicht halten konnte. Als er sie in der Arbeit besucht, benimmt sie sich äußerst merkwürdig.

Als er am nächsten Tag wieder aufwacht, sind Killer hinter ihm her und schließlich wird er brutal ermordet. Danach wacht er wieder auf und die gleichen Killer tauchen erneut auf. Roy ist scheinbar in einer Zeitschleife gefangen und muss den selben Tag immer wieder erleben, bis er es endlich schafft, zu überleben. Wie hängt das Ganze mit Jemma zusammen und was hat deren Boss Col. Clive Ventor (Mel Gibson) mit der Sache zu tun?

Bereits im Jahre 2010 wollte Regisseur Joe Carnahan (Stretch) diesen Film realisieren, bei dem er auch am Drehbuch beteiligt ist und als Produzent fungiert. Es gab zwei Jahre später auch einen Screen Test mit Frank Grillo, doch das Studio entschied sich den Film nicht drehen zu lassen. Danach passierte länger nichts, bis ein anderes Studio die Rechte erwarb und 2018 schließlich gedreht wurde. August 2019 sollte er dann veröffentlicht werden, doch das passierte nicht und schließlich ließ das Studio den Film ganz fallen. Am Ende hat nun der VOD-Dienst Hulu den Film gekauft und hat den Release für März 2021 beschlossen.

Filme mit solchen oder ähnlichen Produktionsgeschichten wird ja öfters nachgesagt, sie wären besonders schlecht. Das kann ich von Boss Level wirklich nicht behaupten, denn er hat lustige, coole, gefühlvolle und nostalgische Momente und übertreibt es dabei trotz des Themas niemals, was die Erzähl-Geschwindigkeit betrifft. Was ich meine ist dass die Action niemals langweilig wirkt oder sämtliche anderen Emotionen, einfach erschlagen würde.

Als Mensch, der mit Spielen im Pixel-Look aufgewachsen ist, löst das gesamte Konzept sowieso ein Dauergrinsen aus. Ein scheinbar unbesiegbarer Gegner, den man nach dutzenden Toden der eigenen Spielfigur mit der richtigen Strategie endlich besiegt hat, nur um gleich darauf vom nächsten Feind vernichtet zu werden und wieder von vorne beginnen zu müssen. Hab ich schon die Freude und Genugtuung erwähnt, die man empfindet, wenn man dann endlich den Boss-Gegner besiegt hat?

Roy ist genau diese Spielfigur und er stirbt dabei oft und auf unterschiedliche Art und Weise. Dabei hätten leicht aufs Auge gedrückte „das soll jetzt witzig sein“ Momente entstehen können, was meinem Empfinden nach jedoch nicht passiert ist. Vielmehr habe ich die Coolness geschätzt, mit der sämtliche Aktionen vermittelt werden, egal ob es nun um die gut choreographierten Actionmomente oder die witzigen Szenen betrifft, die nahtlos ineinander verwoben sind.

Das Konzept sich auf das Kleine zu besinnen, wenn es gerade um Alles geht, funktioniert auch hier und so entstehen auch schöne ruhige Momente zwischen Roy und seinem Sohn als Gegenpol zum restlichen Wirbel. Ohne einen souveränen Hauptdarsteller, der den Film auf seinen muskulösen Schultern trägt, wäre hier dann kein Erfolg möglich gewesen. Frank Grillo (Black and Blue) zeigt hier wieder mal eindeutig, dass er das Zeug zum charismatischen Leading Man hat. Ihm nach seiner emotionalen Achterbahnfahrt hier nicht zuzujubeln, ist hier für mich unmöglich.

Mel Gibson (Fatman) genießt sichtlich seine Nebenrolle als überheblicher Bösewicht und er hat einen netten Monolog, der die Gefahr schön zeigt, die von ihm ausgeht. Naomi Watts (Demolition) als Jemma hingegen hat kaum etwas zu tun und bleibt deshalb auch nicht sonderlich im Gedächtnis. Nett sind dafür die Kurzauftritte von ein paar bekannten Ladys, wie etwa Michelle Yeoh (Star Trek Discovery) als Schwertkämpferin, Annabelle Wallis (The Silencing) als geheimnisvolle Zahnärztin oder Mathilde Ollivier (Operation Overlord) als sympathisch/verführerische Kellnerin.

Insgesamt daher ein Instant-Spaß, den man nicht ernst nehmen sollte, der jedoch auch auf der Gefühlsebene überzeugt und deshalb auch nicht einfach nur vorbeisaust und wieder in Vergessenheit gerät. Außerdem gibt es mit Frank Grillo einen charismatischen Helden, es gibt viel zum Schmunzeln und einige ikonische Szenen, die man sich gerne immer wieder anschaut. Die Hommage an das „glorreiche“ Pixel-Gaming-Zeitalter, habe ich ebenso wohlwollend zur Kenntnis genommen und als Gamer habe ich den Film sowieso sehr genossen.

„Boss Level“ bekommt von mir 8/10 es immer wieder versuchende und am Ende richtig machende Empfehlungspunkte.

P.S.: Am Besten bei Bedarf mal ein Double-Feature mit Max Cloud einplanen, danach kann man sich – nicht nur als Gamer – einfach nur wohl fühlen!


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