Killer’s Bodyguard – The Hitman’s Bodyguard (Filmkritik)

Früher war Michael Bryce (Ryan Reynolds) einer der besten Bodyguards weltweit, doch dann verlor er einen Klienten und mit seiner Karriere ging es steil bergab. Jahre später soll der Auftragskiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) gegen den berüchtigten Diktator Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) aussagen, weil der alle bisherigen Zeugen verschwinden ließ. Das Interpool-Team das Kincaid beschützen sollte läuft aber in eine Falle und alle Agenten, bis auf Amelia Roussel (Élodie Yung) sterben. In ihrer Not wendet sich Roussel an ihren Ex-Freund Bryce, der aber weder auf sie noch auf Kincaid gut zu sprechen ist.

Wer sich schon immer ein Cross-Over von Marvel Studios, Marvel Netflix und 20th Century Fox gewünscht hat bekommt hier zwar nicht genau das, aber das immerhin das Nächstbeste. Wo sonst sind Deadpool (Deadpool, dah!), Nick Fury (The Avengers) und Electra (Daredevil) normalerweise vereint? Nirgends halt und alleine dieser Umstand macht diesen Film irgendwie interessant.

Regie führt an dieser Stelle übrigens Patrick Hughes, dessen letzter Film „The Expendables 3“ auch gleich mal das dazugehörige Franchise beendet hat. Auch wenn in diesem Zusammenhang irgendwie die Alarmglocken läuten, kann Entwarnung gegeben werden. Hughes macht an dieser Stelle alles richtig und das beginnt bereits bei den Schauspielern.

Wenn man bereits in der Vorschau das Gefühl hatte, Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson würden eine überzeichnete Version von sich selbst spielen, kommt das nicht von ungefähr. Die beiden scheinen ihre Rollen nicht einmal wirklich spielen zu müssen und haben stattdessen ihren Spaß. Hughes ließ die beiden scheinbar einfach machen und es funktioniert.

Dabei funktionieren die beiden natürlich nicht nur jeder für sich, sondern auch miteinander. Das man hier das alte Klischee aufwärmt, zwei Personen würden sich zu Beginn nicht mögen und sind am Ende Freunde, verzeiht man hier gerne weil es gut gemacht ist und man das Gefühl hat es würde passen. Und wo wir gerade beim Thema sind…

Salma Hayek (Everly) als Kincaids geliebte Ehefrau Sonia klingt ebenfalls nach einer schrägen Idee. Die Art wie Sonia mit ihrer Umgebung interagiert hat einen besonderen Unterhaltungswert und wenn in einem Rückblick erzählt wird, wie sich Darius und Sonia Kincade gefunden haben, ist das eine Klasse für sich. Leider ist jedoch nicht alles Sonnenschein.

Elodie Yung (Gods of Egypt) als Amelia Roussel und Gary Oldman (Das fünfte Element) als Vladislav Dukhovich machen ihre Sache prinzipiell gut, sind aber zu wenig zu sehen um Eindruck zu hinterlassen, was eigentlich schade ist. Etwas überraschend waren dann auch die Actionsequenzen – und zwar ausnahmsweise einmal im positiven Sinne.

Scheinbar hat Hughes seit dem letzten Mal einiges dazugelernt. Wenn er es krachen lässt dann ordentlich. Die entsprechenden Szenen sind atemberaubend und lang, ohne auch nur um Ansatz langweilig zu werden oder die Übersicht zu verlieren. Zusätzlich hat man nie das Gefühl so etwas schon gefühlte 1000mal gesehen zu haben. Da könnte sich so manch anderer Film mit einem deutlich höheren Budget (Spectre *hust*) die eine oder andere Scheibe abschneiden.

Alles in allem ist „Killer’s Bodyguard“ ein Film mit einem unglaublichen Unterhaltungswert, bei dem auch die Action groß geschrieben wird. Reynolds und Jackson spielen sich im Wesentlichen selbst und haben ihren Spaß dabei – und es funktioniert.

Der Film „Killer’s Bodyguard“ bekommt 9/10 den Hitman bis zum Schluss beschützende Empfehlungspunkte.


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