Breach (2020 Filmkritik)

Die Erde steht in der Zukunft kurz davor, völlig zerstört und somit unbewohnbar zu werden, deshalb wird gerade das letzte Raumschiff mit dem Namen „Die Arche“ mit 300.000 Menschen gefüllt, um nach New Earth aufzubrechen. Noah (Cody Kearsley) hat sich an Bord geschmuggelt und gibt sich als Mechaniker aus, während seine schwangere Freundin Hayley (Kassandra Clementi) für die Reise in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt wird.

Sein älterer Kollege Clay (Bruce Willis) nimmt sich um Noah an und nach anfänglichen Unstimmigkeiten, freunden sich die zwei Männer langsam an. Zusammenhalt ist auch nötig, denn an Bord treibt plötzlich ein Alien sein Unwesen und diese Kreatur übernimmt nach und nach immer mehr Mitglieder der Besatzung und verwandelt sie in eiskalte Killermaschinen. Da das ärztliche Personal rund um Chambers (Rachel Nichols) auch keine Lösung hat, wird es Zeit den Admiral (Thomas Jane) aus dem Cryo-Schlaf zu holen.

Von Regisseur John Suits habe ich in den letzten Jahren nichts mehr gehört, dafür sind mir und meinem Kollegen Fireagent, frühere Werke wie The Scribbler oder No Exit noch in guter Erinnerung. Sein Hauptdarsteller Bruce Willis hingegen, war früher einer meiner Lieblinge und jetzt verfolge ich seine „Karriere“ eigentlich nur mehr aus masochistischen Gründen (siehe aus dem Jahr 2020 Trauma Center, Survive the Night und Hard Kill).

Ausgehend von meiner persönlichen Ausgangssituation, gab es hier dann zwei Überraschungen für mich. Erstens ist dies aus meiner Sicht sicherlich die schwächste oder sagen wir lieber am wenigsten ambitionierte Arbeit von Suits und zweitens habe ich Willis seit Once Upon a Time in Venice nicht mehr so bei der Sache bzw. spielfreudig gesehen (und der ist drei Jahre alt). Ich gehe jetzt noch kurz auf den Grund ein, warum Suits diesen Film laut Interview machen wollte.

Sinngemäß fand er einfach die Frage spannend ob wir Menschen noch die Chance verdient haben, einen weiteren Planeten zu bewohnen, wo wir doch zuvor unseren schon so gekonnt zerstört haben. Dieser Anspruch – in welcher Form er auch immer in die Handlung einfließen hätte sollen – ist am Endprodukt in keiner Weise zu erkennen. Dies ist einfach ein Action-Horror-SciFi Trasherlebnis, angeführt von einem sympathischen Alltagshelden, mit reichlich Unterstützung von ein paar Veteranen (aka alten Hasen im Geschäft, sowohl von ihren Rollen her als auch außerhalb).

Und ja, da fällt doch tatsächlich Willis positiv auf, mit seiner zunächst arroganten Art, dauernd Alkohol trinkend und mit Onelinern um sich werfend, die wohl nur ein Nicolas Cage noch besser rüber gebracht hätte. Sogar ein Hauch von Nostalgie kommt auf, fühlt man sich in manchen Momenten doch wirklich an seine klassischen Stirb Langsam Zeiten erinnert. Leute wie Thomas Jane (Deep Blue Sea) oder Johnny Messner (Weaponized) werden dafür jedoch leider viel zu wenig genutzt.

Das Alien an sich, nun da merkt man sicherlich das geringe Budget, denn zunächst ist es nur ein Wurm und dann werden die meiste Zeit über Schauspieler mit „Alien-Zombie“ Makeup gezeigt, was billiger ist als jeder Effekt. Dafür gibt es gegen Ende dann ein größeres Wesen als Endgegner und das sieht dann doch besser aus, als man es aus echtem Trash kennt. Das Alien (oder sind das mehrere, auch egal) dezimiert dann die Crew rund um erstaunlich viele Gesichter in Nebenrollen, die zumindest mir bekannt vorgekommen sind, bis beim Finale die überbleiben, die man erwartet hatte.

Also nicht falsch verstehen, Breach (oder Anti-Life wie er auch genannt wird) ist nicht langweilig an sich für das was er ist, auch die paar Effekte passen und die Sache ist von der Gewalt her nie zu harmlos oder zu brutal, etwas Neues oder die scheinbar intendierte Anregung zum Nachdenken über uns Menschlein und was wir als Spezies verdient haben, kommt überhaupt nicht vor. Von der Handlung her schon, aber was dahinter steckt und die Durchführung, um genau zu sein über die Dummheit der Saboteure denke ich am Besten nicht weiter nach (seht es euch einfach selbst an).

Als kleine Alien-Action zum Dazwischenschieben, mit einem launigen Bruce Willis und genug vorherrschenden Chaos, um einmalig ganz ordentlich zu unterhalten, das würde ich für diesen Film so gelten lassen. Und was Willis selbst betrifft, ist dies sowieso unterhaltsamer als sämtliche seiner Heimkino-Premieren der letzten Zeit. Mit dem richtigen Anspruch also durchaus eine positive Überraschung, auch wenn ich von Suits Besseres gewohnt bin.

„Breach“ bekommt von mir 5/10 die Menschheit (fast) endgültig auslöschende Empfehlungspunkte.


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