Hard Kill (Filmkritik)

CEO Donovan Chalmers (Bruce Willis) hat mit seinen modernen Erfindungen im Technik-Bereich Milliarden verdient. Da hat man natürlich viele Neider. Darum engagiert er vier Söldner, rund um deren Anführer Derek (Jesse Metcalfe). Sie treffen sich gemeinsam mit einem alten Freund – der ebenfalls für Chambers arbeitet – in einem verlassenen Lagerhaus Gebäudekomplex. Dort erfährt Derek schließlich, um was es wirklich geht und er ist nicht gerade erfreut darüber.

Chalmers Tochter wurde nämlich entführt von einem Mann, mit dem Derek noch eine Rechnung offen hat. Dieser ist nun auf dem Weg zu ihrem Standort, um von Chalmers den Code für eine neuartige Technologie zu bekommen, mit der er die Welt verändern möchte. Zeit sich zu sammeln und sich gegen die Übermacht an feindlichen Söldnern vorzubereiten gibt es kaum und kurz darauf fallen auch bereits die ersten Schüsse.

Nach Trauma Center und Survive the Night hier also der dritte (und wie es aussieht zunächst mal letzte) Film von Matt Eskandari, die alle Bruce Willis in einer „Schlüsselrolle“ gemeinsam haben. Weitere Ähnlichkeiten? Ein gelangweilter, wenig zu tun habender und in „Action-Momenten“ (also wenn er nach einem Schlag auf den Boden fällt) eindeutig durch ein Stunt-Double ersetzter Bruce Willis ist beinahe schon obligatorisch, dafür sind auch dumm agierende Protagonisten mit dabei und die Inszenierung kommt ohne jegliche Atmosphäre aus.

Wirklich, hier hat man ständig das Gefühl, dass sich Schauspieler auf einem Set bewegen und nicht Söldner, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Hinzu kommen schlampige Schnitte, vor allem wenn Hauptfiguren getroffen werden und überhaupt, das nennt man so nicht Action. Hier schießen Leute in die eine Richtung und die Gegner in die andere. Minimal ist der Anteil, wo wirklich gekämpft wird, ich würde sagen unter fünf Minuten und wenn dann ist das genau so schwach inszeniert wie der Rest.

Aber die Dummheit macht wenigstens Spaß. Zu sagen „ich gebe dir Deckung“ und dann rennt der eine los, bevor sein Kumpel einigermaßen zeitverzögert zum Schießen beginnt oder eine Schleichpassage, die sofort gesprengt wird durch Schüsse auf Kameras ohne Schalldämpfer und dem Schreien von Befehlen, ich habe wirklich selten so eine Aneinanderreihung von unlogischem Verhalten bzw. einem schlampigen Drehbuch gesehen. Und das Setup an sich, ist sowieso lächerlich.

Glaubt man auch nur eine Sekunde, dass es sich hier um Söldner handelt? Wirkt Willis jemals so, als würde er nicht jeden Moment aus Langeweile einschlafen? In beiden Fällen lautet die Antwort freilich nein und zusätzlich hat der Bösewicht auch noch die Ausstrahlung eines Typen, der bei jedem anderen Film als Söldner Nummer drei in Minute 10 Offscreen erschossen wird. Passend dazu, habe ich Schurke Sergio Rizzuto (Backtrace, Reprisal) laut imdb bereits in einigen B-Movies gesehen und mich so überhaupt nicht an sein Gesicht erinnert.

Für Jesse Metcalfe tut es mir fast ein wenig leid, denn in den Dead Rising Filmen, hat er durchaus Action-Qualitäten bewiesen und ist auch hier eigentlich der einzige Kerl, der so etwas wie Emotionen zeigt. Ex-Wrestlerin Natalie Eva Marie ist außer übercool gar nichts, aber das macht sie sehr gekonnt. Wenn sie jedoch in einer Szene einen Mann bergen möchte und ihr Boss dies verbietet, weil es Selbstmord wäre und er dann als Lösung selbst geht (um die Tochter zu finden, jedoch im selben Gebiet, in das sie gegangen wäre), dann schüttelt man gleich aus mehreren Gründen den Kopf.

Vielleicht ist dies, obwohl am leichtesten zugänglich als unfreiwillig komisches Erlebnis, sogar der schlechteste Film was die Eskandari-Willis Verbindung anbelangt, weil es einfach Niemanden gibt, den man anfeuern kann bei all den Unglaubwürdigkeiten. Wer also Trash mag, der wird sich hier wie zu Hause fühlen. Was Willis in Zukunft für 2021 vor hat, klingt von seinen Mit-Darstellern bis hin zu den Regisseuren und den Handlungen her wieder um einiges unterhaltsamer, seine miesesten Zeiten sind somit vorerst mal vorbei wie ich hoffe, dafür hat er sich mit 2020, ja genau das richtige Jahr ausgesucht.

„Hard Kill“ bekommt von mir 3,5/10 austauschbare und noch schneller vergessene Figuren sich gegenseitig dezimieren lassende Empfehlungspunkte.


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