Alone In The Dark (Filmkritik)

Edward Carnby (Christian Slater) ist Detektiv für paranormale Angelegenheiten und seine Ex-Freundin Aline (Tara Reid) ist glücklicherweise eine Anthropologin mit perfektem Gedächtnis. Als die alte Rasse der Abskani versucht durch ein Tor aus ihrer Dimension in die unsere zu kommen, stirbt dabei ein alter Freund von Edward. Also beginnt er zu forschen und entdeckt, dass er mit diesen Dämonen eine alte Rechnung offen hat.

Leider stehen ihm bei den Ermittlungen seine alten Kollegen, allen voran Richard Burke (Stephen Dorff) eher hinderlich als hilfreich zur Seite, da Edward es sich mit (fast) allen verscherzt hat …

Es gibt viele Gründe, weshalb man Videospiel-Verfilmungen nicht mag. Einer davon ist meist das geringe Budget zu deren Umsetzungen. Dann ist es oftmals der B-Movie-Charakter der Story, der bei einem Film doch noch mehr auffällt als während einem Spiel. Auch kommt es vor, dass die SchauspielerInnen einfach richtig schlecht sind („Far Cry„) und der Regisseur sein Handwerk nicht versteht. Kann natürlich auch am Drehbuch liegen, welches sich – je nach Geschmack – zu sehr von der eigentlichen Story entfernt („Max Payne„) oder zu nah dran hält („Doom“) oder vielleicht sogar die Lieblingsszene der SpielerInnen genau nicht übernimmt oder falsch vermittelt.

Es gibt viele Gründe. Meist trifft nur einer davon zu („Tomb Raider„). Ganz selten alle („Street Fighter„).

„Alone In The Dark“ ist eine Mischung aus allem und doch wieder nicht. Als plattes B-Movie von The Asylum wäre es ein eigentlich ganz guter Film, der halt einfach seine Längen hat und die gewisse Portion Sorglosigkeit bei den Dialogen und der Handlung vermissen lässt, weshalb einfach alles zu ernst wirkt und der Film im Grunde belanglos bleibt.

Da es sich aber um keinen Film von The Asylum handelt, sondern um einen von Uwe Boll und noch dazu um einen Film der wirklich und tatsächlich versucht sich ernst zu nehmen (selbst wenn ich das missverstanden haben sollte: Der Film funktioniert auch als Satire oder Komödie nicht), zählt dieses Arguemnt leider nicht. Leider schießt sich das Drehbuch selbst ins Bein, denn die Story ist absolut belanglos und vorhersehbar und begeht den Fehler, den Hauptcharakter so hinzubekommen, dass er einem nicht einfach egal ist. Von seiner Freundin Aline will ich jetzt nicht mal anfangen.

Dabei spielt Christian Slater absolut grundsolide – sicher, keine Meisterleistung, aber die kann man bei dem Drehbuch und den Dialogen auch nicht bringen. Stephen Dorff (für mich nach „Blade“ leider von der Bildfläche verschwunden) ist wohl immer noch am Besten von allen. Er hat aber auch die dankbarste Rolle.

Die Story selbst hat mit dem Spiel/den Spielen nur noch wenig zu tun. Am ehesten kann man sagen, lehnt es sich an den letzten Rebboot-Versuch an, aber auch da mangelt es an Verbindungen. Sicher, es gibt Erwähnungen von Shadow Island und Edward Carnby ist Edward Carnby, aber das war es dann im Grunde auch. Tatsächlich scheint man sich viel mehr von „The Relic“ geborgt zu haben (der um einiges besser ist) als von „Alone In The Dark“. Wozu man sich eine Lizenz wie diese kauft, nur um dann was anderes daraus zu machen ist mir nicht klar, aber gut …

Die Regie ist solide, aber nicht bahnbrechend und gerade bei diversen Actionszenen (Verfolgungsjagd und Kampf am Anfang) merkt man einfach, dass hier die Übung fehlt, aber hey – das ist weiter nicht schlimm. Zumindest wenn man, wie ich, Trashfilme gewohnt ist. Der letzte Feinschliff beim Schnitt fehlt einfach und das nimmt der Sache leider ein wenig die Dynamik. Wobei es dann teilweise wieder wirklich coole Szenen gibt – so zum Beispiel das Feuergefecht gegen Ende, welches mit Überblendungen, Licht/Dunkel-Momenten extrem hochstilisiert wird. Dazu kommt die passenden Musik und das Fingerspitzengefühl, die Szene nicht zu lange werden zu lassen. Da steckt Potential drin.

Leider löst es der Film in Summe nicht ein. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt (und bevor jetzt jemand schreit: Es liegt daran, dass Uwe Boll kein Regisseur ist! – Kriegt euch ein, der Mann ist nicht so schlecht wie alle behaupten), aber der Funke springt von Anfang an nicht richtig über.

Vielleicht liegt es am Anfang des Films, an dem mir gefühlt ein Roman vorgetragen wird (ich lese ja gern, aber wenn ich einen Film gucke dann gucke ich einen Film), der mich tatsächlich aber Null interessiert. Das hätte man auch einfach in den Film einbauen können und es hätte keine Minute länger gedauert, weil man dafür ein paar andere Szenen hätte streichen können.

Oh – und Tara Reid ist wieder dabei. Hätte ich nicht damit gerechnet, nachdem der Regisseur ihr ja im Audiokommentar von „House Of The Dead“ unterstellt sie könne einfach nicht schauspielern. Und – was soll ich sagen? Hier sieht sie immerhin noch nicht so schlimm aus, wie in „Sharknado„, aber Schauspiel würde ich es nicht nennen.

„Alone In The Dark“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, einfach absoluter Durchschnitt seiende und nichts aus der Lizenz machende, Punkte.


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