Primal (2019 Filmkritik)

Illegaler Jäger im Amazonas zu sein, ist keine leichte Aufgabe. Viele Gefahren lauern da, in Form von Tieren und Behörden. Doch Frank (Nicolas Cage) hat gerade den Jackpot geknackt, denn er hat einen sehr seltenen weißen Jaguar gefangen, der ihm locker eine Million Dollar einbringen kann. Jetzt muss das Tier nur noch verschifft werden und das möglichst unauffällig.

Blöd nur, dass ausgerechnet auf „seinem“ Schiff auch noch der gefangene Auftragskiller Loffler (Kevin Durand) inklusive einigen FBI-Agenten als Bewacher mitfahren, um ihn der amerikanischen Exekutive zu übergeben. Es kommt wie es kommen muss. Kurz darauf ist der Killer nämlich ausgebrochen und er lässt gleichzeitig einige Tiere aus ihren Käfigen, inklusive dem weißen Jaguar…

Im Jahr 2014 entstand der bisher einzige Film von Stunt-Koordinator Nick Powell in der Funktion des Regisseurs. „Outcast“ hieß der Streifen, ebenfalls mit Nicolas Cage in der Hauptrolle und mit eindeutig zu vielen unfreiwillig komischen Momenten an den falschen Stellen. Das neueste gemeinsame Projekt klingt nun rein von der Prämisse her erstens klar wie ein Trashfilm und zweitens wie ein Abenteuer, dass sich selbst nicht allzu ernst nimmt.

Wie ist aber dann das Endergebnis geworden? Nun ich glaube dass Nick Powell einfach ein Mensch ist, der mit Ironie nicht viel anfangen kann und an seine Werke einfach immer mit einer extrem ernsten Art heran geht. Ganz im Gegenteil zu seinen beiden männlichen Hauptdarstellern, denn genau die zwei sind es dann schließlich, die das Gesamtergebnis einigermaßen unterhaltsam machen.

Zunächst mal kann es nicht funktionieren, dass man echte Angst vor einem animierten Tier hat, wenn dieses nicht echt aussieht. Versteht mich nicht falsch, richtiger Trash ist da noch mal eindeutig drunter, doch ein guter Effekt sieht wirklich anders aus (siehe das von mir gewählte Bild). Wie gesagt: das könnte man schon mit Humor abfangen, aber es ist ja alles ach so furchtbar ernst und bedrohlich.

Dafür ist jede Szene mit Nicolas Cage (Running with the Devil) darin eine Freude. Seine zynische, überhebliche und dauernd den Mund offen habende Art ist einfach herrlich. So schafft er es langweilige Szenen lustig zu machen und lächerlichen verleiht er eine gewisse bodenständige Glaubwürdigkeit. Den Rest erledigt Kevin Durand (Dark was the Night) als Killer, der zwischen überdreht verrückt und eiskalt effizient schwankt und einfach eine nicht angenehme Aura verbreitet. Er und Cage zusammen, sind dann freilich ein kleines Highlight.

Famke Janssen hingegen, tja, ich hab es schon bei Poison Rose geschrieben: der kann man auf Grund des Botox nicht mehr ins Gesicht sehen, ohne den Kopf zu schütteln. Schade. Ansonsten wird die Crew einer nach dem anderen dezimiert, wobei die zweibeinige Killermaschine eindeutig mehr zu tun bekommt, als die vierbeinige. Was wohl so sein musste, um sich das Geld für weitere Effekte zu sparen und gerade was die Glaubwürdigkeit betrifft, war dies sicherlich eine gute Entscheidung.

Was bleibt ist ein an sich witziger Streifen, der seine lächerliche Prämisse viel zu ernst nimmt und nur auf Grund der Performances von Cage und Durand kein Film ist, über den man viel schimpfen müsste. Hätten jedoch alle in die selbe Richtung gearbeitet, dann wäre das Ergebnis noch um einiges spaßiger geworden. Dennoch: Cage Fans kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, denn die Spielfreude steht ihm ins Gesicht geschrieben.

„Primal“ bekommt von mir 6/10 Raubtiere aller Arten zur Strecke bringende Empfehlungspunkte.


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