From The Dark (Filmkritik)

Sarah (Niamh Algar) und Mark (Stephen Cromwell) verfahren sich, ihr Auto hat eine Panne und Mark geht los, um Hilfe zu suchen. Er kommt zu einem alten, verlassen scheinendem Haus, während Sarah beim Auto wartet. Im Haus findet Mark einen Mann, der sehr krank zu sein scheint und zusammenbricht, als er ihn anspricht.

Rasch stellt sich jedoch heraus, dass – was immer dem Mann passiert ist – er sich in ein Monster verwandelt, das Jagd auf die beiden macht. Aber es gibt einen Vortei: Das Biest scheut das Licht, egal in welcher Form.

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Ein kleiner, unscheinbarer Vertreter im Horrorgenre, der sich auf die nur absolut notwendigen Elemente verlässt. Ein Pärchen, ein Monster, eine Gegend in der es keine Hilfe und keinen Kontakt nach außen gibt. Eine Jagd. Mehr steckt hinter „From The Dark“ eigentlich nicht. Ich war skeptisch, ob diese minimalen Zutaten für einen abendfüllenden Spielfilm ausreichen, aber das hat sich nach Ansicht des Films für mich erübrigt. Ich weiß, dass sie reichen würden. Man beachte den Konjunktiv.

Denn Connor McMahon, der Mann auf dem Regiestuhl hat mich davon überzeugt, dass „From The Dark“ mit ein paar klitzekleinen Verbesserungen ein wirklich guter Film hätte werden können. So ist es eine Aneinanderreihung von Szenen, in welchen die Charaktere (egal wer von den beiden) eine dumme Entscheidung nach der anderen treffen und so immer klarer und sicherer in den Untergang rasen.

Das beginnt damit, dass die beiden sich von sicheren Lichtquellen entfernen, immer wieder versuchen auch aus sicheren Umgebungen zu entkommen, wenn sie doch nur dort auf den Sonnenaufgang warten müssten. Und ja, auch in Irland geht die Sonne auf, auch wenn das im Film mehr wirkt als würde es ewig Nacht sein. Das ist auch eines der Hauptprobleme des Films. Die Tatsache, dass das Monster nur im Dunkel existieren kann ist schon mal eine gute Idee wenn man nicht viel Budget hat, bedeutet das doch, dass das Biest nie richtig gut geschminkt sein muss – man sieht es ja eh nicht. Für Horroratmosphäre reichen dann immer wieder mal Hände mit Krallen und viel Haar, bösartige Geräusche und Silhouetten in der Ferne bzw. hinter den ProtagonistInnnen.

Es ist wohl kein Spoiler, wenn ich anmerke, dass Mark irgendwann ein bisschen von dem Biest angeknabbert wird und – oh, Wunder – selbst langsam zur Bestie mutiert. Was für Sarah sicher eine riesengroße Tragödie darstellt, aber ganz ehrlich: Emotional hat mich das völlig kalt gelassen. Das mag nun am Schauspiel oder am Drehbuch oder an der pragmatischen Inszenierung liegen, aber im Summe war ich die meiste Zeit über auf einer Meta-Ebene und habe bereits während dem Film mehr überlegt wie man welche Szene wohl besser hätte machen können – und es bräuchte oft nicht viel.

Eine Szene zB in welcher sich eine/r der ProtagonistInnen einen Finger abhacken muss, ist optisch gut inszeniert, aber die Person welche das tut, macht eine zeitlang keinen Mucks, dreht sich dann auf den Rücken und schnieft ein paar Mal traurig und das war es dann. Vermutlich sollte das darstellen wie hart die Person im Nehmen ist und wie unglaublich tough sie über sich hinausgewachsen ist – es wirkt aber einfach nur unglaubwürdig. Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte ich den Film nicht mehr ernst nehmen.

Niamh Algar als Sarah macht keine schlechte Figur und auch Stephen Cromwell als Mark ist gut gecastet. Das Pärchen gibt sich auch die eine oder andere härtere Diskussion, die ich sehr gut gemacht gefunden habe (wer kennt das nicht), vor allem als dann während einer Streiterei etwas Schreckliches passiert und beide auf einen Schlag wieder besorgt umeinander sind anstatt wütend. Wie im echten Leben.

Wenn nur der Rest des Films auch so nah an der Realität wäre anstatt sich bei Kleinigkeiten schwerstens zu vertun.

„From The Dark“ bekommt von mir 5 von 10 möglichen, durch die nur ab und zu von Licht durchbrochene Dunkelheit polternde, Punkte.


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