The Circle (Filmkritik)

Mae Holland (Emma Watson) kann ihr Glück kaum fassen – sie hat eine Stelle beim Kundendienst des sozialen Netzwerks „The Circle“ bekommen. Mit ihrem neuen Job kann Mae nicht nur ihre Rechnungen bezahlen, sondern ist dabei, wenn in der Firma etwas Neues vorgestellt wird. Allerdings stellt sie auch zeitnahe fest, dass Privatsphäre hier etwas anders funktioniert.

Der Film „The Circle“ basiert auf dem gleichnamigen, im Jahr 2013 veröffentlichten, Roman des amerikanischen Autors Dave Eggers. Die Geschichte dürfte dann Tom Hanks (Bridge of Spies) gefallen haben, der hier nicht nur produziert, sondern auch als Schauspieler vor der Kamera steht. Regie führte James Ponsoldt (The Spectacular Now), der auch den Roman für die Verfilmung adaptiert hat.

Was zunächst nach einer interessanten Prämisse mit diversen talentierten Schauspielern klingt, ist aber leider vor allem eines: langweilig. Nachdem Mae Holland ihren neuen Job bekommt, stellt sich zeitnahe heraus, dass bei „The Circle“ alles ein wenig anders ist. Von der Tatsache, dass es gewünscht ist das interne soziale Netzwerk ausgiebig zu nutzen, bis hin zu einer Technik, die jede eigene Körperfunktion aufzeichnet.

Die neuen Kameras der Firma sind überall und das nicht nur auf dem Firmengelände. Irgendwann geht Mae dann ganzheitlich transparent und trägt selbst immer eine Kamera, über die sie ihren Tagesablauf mit der ganzen Welt teilt. Nun ist man als Zuschauer vermutlich misstrauisch und wartet, auch auf Grund einiger Andeutungen, dass irgendwann der Skandal kommt den es aufzudecken gilt.

Der kommt allerdings nicht. Selbst ein Zwischenfall, nachdem sich Mae eine Auszeit nimmt um sich emotional zu sammeln, hat für die Geschichte letzten Endes keine Konsequenzen. Die einzige große Enthüllung am Ende (Achtung Spoiler!) ist dann, dass die beiden Firmengründer eine geheime E-Mail Adresse haben – nicht mehr… (Spoiler Ende!).

Die bei „The Circle“ verwendete Technik scheint ebenfalls weit hergeholt zu sein. Einerseits dürfte es (im Moment) rechtlich schwierig sein alles und jeden mit Kameras zuzupflastern. Andererseits würden Programme wie „SoulSearch“, die auf die Mitarbeit unzähliger Menschen angewiesen sind, ohne einen Anreiz für diese „freiwilligen Mitarbeiter“ vermutlich nicht funktionieren.

Was die Schauspieler betrifft hat man es prinzipiell gut getroffen, macht aber vergleichsweise wenig daraus. Tom Hanks spielt den charismatischen, leicht dubios wirkenden Firmengründer gut, nur leider führt seine Rolle nirgends hin. Emma Watson (Die Schöne und das Biest) ist ja bewiesenermaßen eine talentierte Schauspielerin.

Würde man allerdings nur ihre Rolle als Mae Holland kennen käme man kaum auf die Idee, sie wäre gut in dem was sie tut. Watson wirkt oft auf eine seltsame Art künstlich und speziell wenn sie bei Firmenpräsentationen vor versammelter Belegschaft spricht, wünscht man sich schnell wieder Tom Hanks auf die Bühne zurück.

Ebenfalls zeitnahe wieder vergessen hat man Schauspieler wie John Boyega (Star Wars: Episode 7), Karen Gillian (Guardians of the Galaxy) und Patton Oswalt (Keeping Up with the Joneses), was eigentlich schade ist. Hier kann keiner in seiner Rolle glänzen, was vermutlich auf ein Problem bei der Regie oder im Drehbuch zurückzuführen ist.

Alles in allem ist „The Circle“ ein Film der in erster Linie langweilig ist und auf Grund dessen ein gutes Sitzfleisch erfordert. Die Geschichte hat scheinbar keine Aussage und führt dementsprechend nirgends hin. Keiner der Schauspieler kann überzeugen, was in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht hilft.

Der Film „The Circle“ bekommt 3/10 das System zeitnahe offline nehmende Empfehlungspunkte.


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