Oldies but Goldies: Apollo 13 (Filmkritik)

11. April 1970: Die Apollo 13 soll die 3. geplante Mondlandung durchführen. An Bord des Raumschiffs sind Jim Lovell (Tom Hanks), Fred Haise (Bill Paxton) und Jack Swigert (Kevin Bacon). Durch eine technische Fehlfunktion wird die Mondlandung verhindert und die sichere Rückkehr der Astronauten ist ungewiss…

Kaum zu glauben, aber wahr: „Apollo 13“ hat schon über 20 Jahre auf dem Buckel. Was noch faszinierender ist? Abgesehen von der Bildqualität kann der Film leicht mit heutigen Blockbustern mithalten, die um ein vielfaches teurer sind. Mit einem Budget von 52 Millionen Dollar, würde er nach heutigen Maßstäben beinahe schon als Schnäppchen durchgehen.

Seit der ersten Mondlandung ist nicht einmal ein Jahr vergangen und nun soll die „Apollo 13“ die 7. bemannte Weltraummission Amerikas und die 3. geplante Landung auf dem Mond werden. Zu dieser Zeit war das Interesse der Öffentlichkeit an der Raumfahrt abgeflaut. Doch im Nachhinein muss man sagen, dass die Mondlandung weniger spannend war, als dieses Kapitel der Weltraumgeschichte. Warum also keinen Film darüber drehen? Diese Frage stellte sich wohl auch Regisseur Ron Howard und schuf dadurch einen echten Filmklassiker.

Vielleicht fragt man sich, mit welchen Effekten Regisseur Ron Howard (Rush) die fehlende Schwerkraft im Weltall erschuf. Die Realität ist ziemlich schräg. Die Szenen ohne Schwerkraft wurden während sogenannten Parabelflügen gedreht, bei denen ein Flugzeug durch einen Sturzflug die Schwerelosigkeit der Passagiere erreicht. Der Haken? Ein Flug ließ nur ca 25 Sekunden Zeit zum Drehen und so waren 612 solcher Flugmanöver von Nöten um fast 4 Stunden Filmmaterial zu bekommen.

Ron Howard ließ für den Dreh detailgetreue Modelle anfertigen, die in das eben erwähnte Flugzeug eingebaut wurden, wodurch man äußerst realistische Dreh-Bedingungen schuf. Jedes Detail war eine exakte Replika des Originals, angefangen von den Raumanzügen bis hin zu den extrem realistischen Sets der Control Rooms.

Heute ist das Abenteuer der „Apollo 13“ der breiten Masse wohl kein Begriff mehr, was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass der Film zum tatsächlichen Ereignis extrem spannend ist. Kaum zu glauben, dass Menschen mit Hilfe von Computern zum Mond geschickt wurden, die gerade mal in einen Raum passten. Selbst mein Notebook ist leistungsfähiger als die damaligen Blechbüchsen der NASA.

„Apollo 13“ war für 8 Oscars nominiert, gewann aber nur 2 Oscars für den „best Sound“ und „best Film Editing“ und verlor in einigen Kategorien gegen „Braveheart“.

Was den Film auf einen anderen Level hebt, sind die hervorragenden darstellerischen Leistungen eigentlich aller Schauspieler. Tom Hanks (Bridge of Spies) war für den echten Jim Lovell nicht die erste Wahl, denn der wollte lieber Kevin Costner in der Rolle sehen, da dieser ihm ähnlicher schaut. Hanks macht auf jeden Fall einen guten Job und spielt die Rolle sehr souverän.

An seiner Seite an Bord der Apollo 13 sind Bill Paxton (Nightcrawler) als Fred Haise und Kevin Bacon (The Following) als Jack Swigert. Auch die beiden machen einen guten Job, haben allerdings zu wenig Screentime um wirklich brillieren zu können.

Am Boden bleiben musste Gary Sinises (Forrest Gump) Charakter Ken Mattingly. Ihm und seinem unermüdlichen Einsatz am Simulator ist zumindest zum Teil die Rückkehr der Crew zu verdanken. Ed Harris (Westworld) als leitender Bodenkommandant Gene Kranz kann ebenfalls auf ganzer Länge überzeugen.

Fazit: „Apollo 13“ ist inzwischen schon ein Klassiker, der zeigt, dass Mut und Einfallsreichtum sich oft belohnt machen und schon mal Leben retten können.

Dieser Film bekommt von mir 9/10 fast den Mond erreichenden Punkten


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