Toy Story (Filmkritik)

Wenn keiner hin sieht werden Spielzeuge lebendig. Im Kinderzimmer von Andy hat der Cowboy Woody (Tom Hanks) das Sagen, da der dessen Lieblingsspielzeug ist. Kurz bevor Andy umzieht, schenkt ihm seine Mutter den Space Ranger „Buzz Lightyear“ (Tim Allen), worüber Woody gar nicht glücklich ist, denn Buzz ist mit allerhand Extras ausgestattet und drauf und dran Andys neuer Liebling zu werden. Als Woody versucht Buzz in eine Ecke des Kinderzimmers zu stoßen, kommt es zu einem Unfall und Buzz landet im Garten. Von den anderen Spielzeugen geächtet versucht Woody Buzz zurückzubringen, was sich aber als schwierig herausstellt.

Toy Story Film

Pixar schafft es immer wieder Filme zu machen, die etwas Außergewöhnliches sind. Nicht etwa wegen des erstklassigen Animations-Looks, sondern vielmehr weil man es schafft Geschichten zu erzählen, die nicht wie im großen Stil auf den Markt geworfene 08/15 Produktionen daherkommen, sondern außergewöhnlich sind und es immer wieder schaffen, die Zuschauer aller Altersgruppen zu begeistern. Dabei wird mit einer untypischen Mischung von Protagonisten (man denke nur an Filme wie „Wall-E“ oder „Oben“) und einem erstklassigen Drehbuch etwas Besonderes geschaffen.

1995 brachten Disney und Pixar Studios mit dem Film Toy Story, den erste Pixar-Film und den ersten Spielfilm der vollständig im Computer generiert wurde ins Kino. Regie führte der Animations-Pionier John Lasseter, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist. Toy Story schaffte es nicht nur bei einem für heutige Verhältnisse kleinem Budget von gerade einmal 30 Millionen Dollar ein vielfaches an den Kinokassen wieder einzuspielen (ca. 361 Millionen), sondern wurde auch mit diversen Nominierungen und Preisen (unter anderen mit einem Oscar für den ersten computeranimierten Spielfilm) ausgezeichnet.

Über 15 Jahre später ist der Film ein Klassiker, der es trotz seines Alters immer wieder aufs Neue schafft, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Die Geschichte ist lustig, abwechslungsreich und actionreich in Szene gesetzt. Ohne zu viel verraten zu wollen (für den Fall dass jemand den Film noch nicht gesehen hat) merkt man schnell, dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Man hat es geschafft den einzelnen Charakteren eine emotionale Tiefe zu verleihen, wodurch sie dem Zuschauer schnell ans Herz wachsen (bemerkenswert an dieser Stelle, dass der Film ohne Bösewicht auskommt, vom Nachbarsjungen abgesehen).

Begleitet wird der Film von der Musik von Randy Newman, der es schafft den Film auf eine sehr gefühlsbetonte Art und Weise zu begleiten und seine Songs wie „You’ve Got a Friend in Me“ (im deutschen „Du hast’n Freund in mir“) passen einfach perfekt zum Gezeigten. Wie für Pixar-Filme üblich hat man sich für seine „Hauptdarsteller“ etwas einfallen lassen. Cowboy Woody ist, auch wenn er der Anführer in Andy Spielzimmer ist, eigentlich ein netter Typ. Nach Lightyears auftauchen ist er jedoch seine Sonderstellung los und versucht ihn loszuwerden.

Dass die Beiden sich auf dem Weg nach Hause zusammenraufen müssen und zu guter Letzt sogar Freunde werden, ist bei einem Familienfilm klar – hier ist der Weg das Ziel und das „wie“ spannend gestaltet. Buzz Lightyear erlebt im Film sämtliche Höhen und Tiefen, denn zunächst ist er überzeugt ein echter Space-Ranger zu sein und die Galaxie retten zu müssen (bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter). Als er jedoch begreift, dass er „nur“ ein Spielzeug ist, ist er zuerst am Boden zerstört, stellt sich jedoch zum Schluss dann doch seiner neuen Mission.

Aber auch die anderen Spielzeuge haben, auch wenn sie nicht ganz so präsent sind, einen unheimlichen Unterhaltungswert. Da hätten wir eine Armee von Spielzeugsoldaten (Zitat Woody: „They are the Best“), Mr. Kartoffelkopf (der schon mal sein Gesicht verliert), Rex (der es nicht schafft angsteinflößend zu wirken) oder Porzellinchen (die als Schäferin gerne Woody schöne Augen macht und meiner Meinung nach, kein Spielzeug für einen Jungen ist).

„Toy Story“ ist ein beinahe zeitloser Klassiker und ein Meisterwerk. Der Film bekommt daher von mir 9/10 Empfehlungspunkte.


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