Oben – Up (Filmkritik)

Seit der Kindheit träumen Ellie und Carl Frendricksen vom großen Abenteuer, aber leider kommt ihnen immer wieder etwas dazwischen. Als Ellie verstirbt und Carl in ein Altenheim abgeschoben werden soll, beschließt er den gemeinsamen Traum von einem Haus an den Paradiesfällen wahr werden zu lassen und fliegt mit seinem Haus, an das er hunderte Heliumballone gebunden hat, davon. Versehentlich nimmt er dabei den jungen Pfadfinder Russell mit und die beiden starten in das Abenteuer ihres Lebens.

Oben Up Pixar Film

Dass Pixar es mit jedem einzelnen Film schafft – und das immer wieder aufs neue – Filme zu machen, die zwischen unglaublich gut und dem Prädikat eines Meisterwerkes angesiedelt sind, durften wir bereits des öfteren anmerken. „Oben“ nimmt dabei, selbst für den sehr hohen Pixar-Standard, einen eigenen Platz ein und zwar gleich aus mehreren Gründen.

Fragen die sich möglicherweise gleich zu Beginn stellen könnten sind: Wie kommt man eigentlich auf die Idee einen Rentner mit einem Pfadfinder ins Abenteuer zu schicken? Und: Kann das überhaupt funktionieren? Während die erste Frage im besten Fall nur von den Verantwortlichen selbst beantwortet werden könnte, kann man die zweite bedingungslos bejahen.

Gerade weil die beiden Protagonisten unterschiedlicher kaum sein könnten, funktioniert der Film und vermittelt dabei das Gefühl, dass das Abenteuer da draußen wartet, egal wie alt man ist. Bevor es jedoch los gehen kann müssen Carl und Russell zu allererst dem Zuschauer vorgestellt werden. Während das bei Russel verhältnismäßig zeitnah erledigt ist, nimmt der Film sich bei Carl als treibende Kraft die Zeit die er braucht.

Daher lässt er auch den Zuschauer zu Beginn ein Stück weit an seinem Leben teilhaben, wobei dieser Teil ohne Worte auskommt, nur von Musik begleitet wird und zweifelsohne der emotionalste des Filmes ist. Zwar ist das Thema Verlust bei Pixar nichts komplett neues (und wurde z.B. auch in Toy Story 2 behandelt), dennoch ist es ein Stück weit überraschend, dass die menschliche Vergänglichkeit hier zum Thema wurde – wenn auch nur zu Beginn.

Aber auch aus anderen Gründen ist „Oben“ etwas Besonderes. Der Film ist nicht nur der 10te Film aus dem Hause Pixar, sondern auch der erste, der direkt in 3D entstand. Während Filmschaffende bei 3D Filmen gerne dazu neigen, dem Zuschauer möglichst viele Dinge ins Gesicht zu werfen, damit der auch ja merkt wozu er den Aufpreis gezahlt hat, geht man hier einen anderen und durchaus lobenswerten Weg.

Um bestmöglich davon zu profitieren hat man versucht eine Perspektive zu finden, die zum Effekt passt. Daher ist die Kamera bei emotionalen und actionlastigen Szenen immer nahe am Geschehen, während sie anscheinend versucht, bei Landschaftsaufnahmen möglichst viel einzufangen. Das Ergebnis ist weniger aufdringlich, als man das vermutlich erwarteten würde, saugt den Zuschauer aber regelrecht ins Geschehen.

Dadurch schafft es der Film sein Ziel, dem Zuschauer das Gefühl von Abenteuer in Spielfilmlänge zu vermitteln, spielend zu erreichen. Wie im Hause Pixar üblich dominieren gekonnte Situationskomik und rasant abwechslungsreiche Action den Film. Wesentlich mitverantwortlich an der Qualität des Filmes sind hier vor allem die Sprecher, die einen erstklassigen Job machen (und zwar egal ob in der englischen oder deutschen Fassung).

Überhaupt scheinen Regisseur Pete Docter (der übrigens auch für die Regie bei der „Monster AG“ verantwortlich war) und seine Kollegen beim Machen des animierten Abenteuers eine Menge Spaß gehabt zu haben, was sich auch beim Zuschauer bemerkbar macht. Daher ist der Film eine klare Empfehlung und ein kurzes Abenteuer für die ganze Familie.

Der Film „Oben“ bekommt daher von mir 9/10 Empfehlungspunkte.


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