Binary Domain (Game Review)

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Shooter und Racer haben mitunter Gemeinsamkeiten, die so schnell niemand erwarten würde. Wirft man einen Blick auf ihre Veröffentlichungstermine, stellt man fest, dass immer wieder fast gleichzeitig ein ganzer Haufen ähnlicher Titel das Licht der Welt erblickt – ein „Overkill“ quasi. Dann kommen etwa „Killzone 3“ und „Socom: Specials Forces“ fast parallel heraus, oder eben „ModNation Racers“, „Split/Second“ und „Blur“.

Man muss es „Binary Domain“ zugute halten, dass es mit seinem Veröffentlichungstermin einen Alleingang macht. Doch kann das Spiel auch in anderer Hinsicht mit Eigenständigkeit punkten? Und auf welchem Qualitätsniveau bewegt es sich?

Zunächst können wir „Binary Domain“ bescheinigen, ein sehr unterhaltsamer Shooter zu sein. Der Spieler findet sich in einem Tokio der Zukunft wieder, wo Roboterhorden mit äußerster Brutalität gegen die noch verbleibenden Menschen vorgehen. Das gelungene Sound-Design sorgt dafür, dass man mit großer Genugtuung die hochtechnischen Widersacher in Stücke schießt. Und auch optisch macht das Spiel einiges her, auch wenn es die hohe Latte eines „Killzone 3“ nicht ganz nimmt.

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Was Segas Neuerscheinung ein wenig fehlt, ist ein genuin unverkennbarer Look. Um noch ein letztes Mal den Vergleich mit „Killzone 3“ zu bemühen: Dort wurde die Kombination aus vergilbtem Schwarz und leuchtendem Orange beinahe zu einem Markenzeichen, und etwas Derartiges fehlt „Binary Domain“. Zwar finden sich hier sehr wohl einige markante Farben (Purpur, Neon-Rosa, Marineblau), aber wirklich stilgebend sind sie nicht. Vorherrschend sind Grautöne in allen nur denkbaren Ausprägungen.

Viel eher verhilft die eingebaute Mikrofon-Steuerung dem Titel zu einer Sonderstellung. Einfache Kommandos und Antworten in Dialogen lassen sich so via Sprachsteuerung geben. Allerdings will das im Test mit der PS3-Version nicht so recht gelingen. Ob es an unserem Englisch liegt oder aber an der technischen Umsetzung, lässt sich nicht klären (vermutlich ist es beides).

Über die etwa 10-stündige Kampagne hinweg begleiten den Spieler unterschiedliche Soldaten, die sich aber nur dann 100-prozentig loyal verhalten, wenn sie gut behandelt werden. Wem des Öfteren das Missgeschick passiert, seine Kameraden zu verletzen, löst zwar nicht gerade eine Meuterei aus, hat es aber schwerer, heil durch die Straßen Tokios zu kommen. Das Team tritt dann nämlich unkoordinierter und weniger effektiv auf. Man darf jedoch beruhigen: Auch wenn man sich wirklich sehr daneben benimmt, bleibt „Binary Domain“ spiel- und schaffbar.

Ein Kritikpunkt ist, dass „Binary Domain“ keine Möglichkeit bietet, die Kampagne mit einem Freund zu erleben (kein „Co-op“-Modus). Dafür hat man nicht – wie etwa beim letzten „Terminator“ – das Gefühl, es mit einem billigen Machwerk zu tun zu haben. Die Qualität von „Binary Domain“ geht voll in Ordnung.

Ein massiv originelles Spiel ist Sega mit „Binary Domain“ zwar nicht gelungen. Aber alles, was der Titel anpackt, macht er gut, von der Sprachsteuerung vielleicht abgesehen; diese ist eher ein Gimmick. Da in letzter Zeit kein Shooter dieser Klasse erschienen ist, wird „Binary Domain“ sicher seinen Weg in viele Wohnzimmer finden.

Wir geben „Binary Domain“ 8 von 10 Empfehlungspunkten. Roboter nieder zu fetzen hat noch selten so viel Spaß gemacht…


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