Findet Nemo – Finding Nemo (Filmkritik)

Clownfisch Marlin (Albert Brooks) hat es nicht leicht. Ein Barrakuda greift die heimische Behausung an und verschlingt nicht nur seine Frau, sondern auch den größten Teil der gemeinsamen Kinder mit einer Ausnahme. So kommt es dass Marlin seinen Sohn Nemo (Alexander Gould) alleine großziehen muss und ist dementsprechend überfürsorglich. Als Nemo an seinem ersten Schultag von einem Taucher entführt wird setzt sein Vater alles daran, ihn zu retten.

Nemo selbst findet sich kurze Zeit später im Aquarium eines Zahnarztes mit ein paar Mit-Fischen wieder, die nur ein Ziel haben: Raus aus dem Aquarium und raus in die unendliche Freiheit des Ozeans.

Findet-Nemo

Dass Pixar Filme immer wieder ein Highlight und etwas Besonders sind, habe ich ja bereits bei diversen Gelegenheiten festgestellt. „Findet Nemo“ ist aber selbst für Pixar Maßstäbe etwas Besonderes. Der fünfte Film der Kalifornier der bereits 2002 in den Kinos lief, gilt bis heute nicht nur als einer der besten sondern war lange Zeit mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 900 Millionen Dollar auch deren größter finanzieller Erfolg.

Abgelöst wurde er in dieser Hinsicht schließlich 2010 von „Toy Story 3„, wobei der als Fortsetzung durch die Bekanntheit der Vorgänger natürlich einen gewissen Startvorteil besitzt. Im Jahr 2004 war „Findet Nemo“ für den Oscar im Bereich Filmmusik, Sound und Drehbuch nominiert und konnte die begehrte Statue für den besten Animationsfilm mit nach Hause nehmen.

Regie bei diesem Film führte Andrew Stanton, der kurze Zeit vorher an der Seite von Animationspionier John Lasseter (Toy Story) bei dem Film „Das große Krabbeln“ Erfahrung sammeln konnte. Wie bei seinen nachfolgenden Projekten wie „Wall-E“ oder „John Carter“ stellte Stanton auch hier sein Talent gleich mehrfach unter Beweis und war nicht nur für die Regie, sondern auch für das Drehbuch verantwortlich und leiht hier einer kleinen Nebenrolle seine Stimme.

Die besten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben, und man mag es glauben oder nicht, Stanton hat sich bei vielen Aspekten der Geschichte genau davon inspirieren lassen. Das Aquarium des Zahnarztes gab bzw. gibt es wirklich und auch viele Aspekte der Vater-Sohn Beziehung haben einen realen Hintergrund. Der Film selbst beginnt unheimlich tragisch und es soll ja Leute geben, die im eigenen Wohnzimmer das erste Kapitel aus genau diesem Grund überspringen.

Die restliche Geschichte ist ein großes Abenteuer in einer bunten Welt in der die Möglichkeiten und Gefahren beinahe so endlos zu sein scheinen, wie der Ozean selbst. Marlin trifft relativ bald auf Dorie, die sich bereit erklärt ihm bei der Suche nach Nemo zu helfen, selbst aber unter dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses leidet, und trifft gemeinsam mit ihr auf Haie, die eine Vegetarier-Selbsthilfegruppe gegründet haben. Später überleben die beiden ein Feld mit Quallen, reisen mit dem Ost-Afrikanischen-Strom und lernen dabei eine hundertfünfzig Jahre alte Schildkröte kennen (die im Original von Stanton selbst gesprochen wird).

Die Aufzählung könnte man noch ein ganzes Stück weiter führen und spätestens an dieser Stelle und unter Berücksichtigung dass der Film gerade einmal 96 Minuten lang ist dürfte klar sein, dass der Film zu keinem einzigen Zeitpunkt auch nur im Ansatz langweilig wird. Dabei deckt „Findet Nemo“ im Laufe der Geschichte nicht nur ein breites Spektrum an Emotionen ab sondern es stellt sich das Phänomen ein, dass man mit den Protagonisten mitfiebert und sogar eine Spur weit die Angst hat, es könnte ihnen etwas zustoßen, auch wenn ein Happy End (man beachte die Zielgruppe) quasi vorprogrammiert ist.

Ein weiterer Punkt auf der Habenseite sind die einzelnen Charaktere, denn selbst für Pixar-Maßstäbe findet sich ein großer lustig-schräger bzw. bunter Haufen. Neben den bereits erwähnten Charakteren haben vor allem die Fische, die mit Nemo im Aquarium um ihre Freiheit kämpfen, einen unglaublichen Unterhaltungswert. Bei den Sprechern hat man ein unglaubliches Händchen bewiesen, wobei ich an dieser Stelle vor allem die Qualität der deutschen Fassung lobend erwähnen muss. Christian Tramitz als Marlin, Anke Engelke als Dorie sowie Erkan und Stefan als Hammer und Hart sorgen mit ihren Stimmen nicht nur für einen hohen Wiedererkennungswert, sondern machen ihre Arbeit auch erstklassig.

Optisch ist der Film natürlich wie immer ein Genuss. Die im Computer entstandene Unterwasserwelt wirkt über weite Teile bunt, ohne auch nur im Ansatz kitschig zu werden und stellenweise schafft man es sogar, fotorealistische Momente zu erzeugen.

Alles in Allem ist „Findet Nemo“ der perfekte Film für Zuschauer aller Alterskassen und auch nach über 10 Jahre seit seines Erscheinens einer (wenn nicht sogar der) besten Animationsfilme.

Von mir bekommt der Film 9/10 die Familie zusammenführende Empfehlungspunkte.

Findet Nemo [Blu-ray]


von Andrew Stanton [Walt Disney]
Preis: EUR 10,49


2 Gedanken zu „Findet Nemo – Finding Nemo (Filmkritik)

  1. Mehr oder weniger mein Lieblings-Disney. Die deutsche Synchro ist erstaunlich gut gemacht und es gibt so viele liebens- und erinnerwürdige Charaktere – Hammer und Hart, Bruce, Marlin, Nemo, Dori,….

    Also – einfach schwimmen!!! UND: Fische sind Freunde und kein Futter!

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