Rango (Filmkritik)

Eigentlich ist Rango (Johnny Depp) ein behütetes Haus-Chamäleon. Als er jedoch eines Tages in der Wüste verloren geht, gerät er in eine Westernstadt. Dort schafft er es – nicht zuletzt wegen seiner schauspielerischen Fähigkeiten und seinem Hang maßlos zu übertreiben – zum Sheriff ernannt zu werden. Jetzt ist es nicht nur seine Aufgabe herauszufinden, was mit den städtischen Wasservorräten passiert ist, sondern er muss sich auch mit dem einen oder anderen Halunken herum schlagen.

Rango Johnny Depp Film

Mit dem Namen Gore Verbinski verbindet der begeisterte Filmfreund automatisch den zweiten und dritten Teil der „Piraten der Karibik“ Saga. Trotz möglicher Kritik zählen diese Filme zu den finanziell erfolgreichsten, wobei vor allem die bildgewaltige Action deutlich hervorsticht. Nun hat Mr. Verbinski sich nach seinen Piratenfilmen eine Pause gegönnt um dieses Jahr die Geschichte seines aktuellen Werkes in den Wilden Westen zu verlegen.

Wenn Verbinski einen Film macht darf einer dabei natürlich nicht fehlen, und zwar „Kapitän“ Johnny Depp. Wieder einmal hat man irgendwie das Gefühl als wäre ihm die Rolle, diesmal die eines Chamäleons, das nicht nur an einer Identitätskrise, sondern auch viel mehr noch an Größenwahn leidet, auf den Leib geschrieben worden. Aber anscheinend ist das auch der richtige Mix um als Fremder in der Einöde überleben zu können, und ganz ehrlich, ihm zuzusehen macht richtig Spaß.

Neben Depp sind auch noch Schauspielgrößen wie Alfred Molina (Prinz of Persia), Bill Nighy (Underworld), Ned Beatty (Toy Story 3), Abigail Breslin (Zombieland) und viele mehr als Sprecher zu hören. Der Cast ist unglaublich gut, und jeder Sprecher passt – so wie es sich gehört – erstklassig in seine Rolle. An dieser Stelle sei noch einmal festgehalten, dass es mich immer wieder fasziniert welches Staraufgebot bei manchen Animationsfilmen herrscht.

Was die Geschichte an sich betrifft, muss man fast einige Dinge festhalten. Ich habe selten einen Film gesehen, wo so „herum geblödelt“ wurde und wo die Pointen dennoch so gut zünden, dass ich mich vor Lachen beinahe aus meinem Sessel gebogen habe. Die Action ist erstklassig und extrem fetzig inszeniert und wenn es kracht dann ordentlich. Im Gegensatz zu Michael Bay’s letzter Zerstörungsorgie (Transformers 3) verliert der Film aber nie seine Geschichte aus den Augen – es geht also doch anders. Was den Film leider als Unterhaltung für Kinder disqualifiziert ist die Tatsache, dass er dafür stellenweise etwas zu düster und brutal inszeniert ist.

Wenn es um die Optik in Animationsfilmen geht teilen sich nur einige große Studios die Krone. Nun ist Industrial Lighting & Magic (oder kurz ILM) zwar dafür bekannt in einer großen Anzahl von Filmen unglaubliche Effekte auf die Leinwand zaubern zu können, aber einen Animationsfilm haben sie bisher noch nie gemacht. Zum Glück ließen sie sich von Verbinski’s Vision überzeugen und haben es dann doch versucht – wobei versucht hier vermutlich der falsche Ausdruck ist.

„Rango“ hebt sich nicht nur durch seine etwas eigene Optik ab, nein er sieht auch noch erstklassig aus. Der Film hat neben einem Fotorealismus auch eine Detailverliebtheit wie man sie sonst nur aus Pixar-Filmen kennt und die Figuren wirken natürlich. Dafür dass es sich hierbei quasi um ein Erstlingswerk handelt – Hut ab! Zusätzlich wertet den Film dann noch der wie immer grandiose Sountrack von Hans Zimmer auf, der für zusätzliche Western-Stimmung sorgt.

Rango bekommt von mir 9/10 Empfehlungspunkte!


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